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Klebriger Gänsefuß

Chenopodium botrys L.

Vegetative Merkmale

Der Klebrige Drüsengänsefuß ist eine einjährige krautige Pflanze. Die oberirdischen Pflanzenteile sind dicht mit kurzgestielten, klebrigen Drüsenhaaren (Trichomen) bedeckt und dadurch riecht er intensiv aromatisch nach Kiefernharz. Der aufrechte bis aufsteigende Stängel ist bei einer Wuchshöhe von 10 bis 60 (selten bis 100) cm von der Basis an mehr oder weniger stark verzweigt.

Die wechselständigen, gelbgrünen Laubblätter sind 2 bis 10 mm lang gestielt und besitzen eine Länge von 1,3 bis 4 (bis zu 7) cm und eine Breite von 1 bis 2,7 cm. Die längliche Blattspreite ist fiederspaltig mit etwa fünf ganzrandigen oder wenig gezähnten Lappen, am Rand leierförmig-bogig, an der Basis keilförmig. Die oberen Blätter sind kleiner, lanzettlich und oft ganzrandig.

Blütenstand und Blüte

Die endständige, 12 bis 24 cm langen scheinährigen Gesamtblütenstände sind aus blattachselständigen, deutlich gestielten und verzweigten zymösen Teilblütenständen zusammengesetzt. Im oberen Teil des Blütenstandes sind die Tragblätter stark reduziert. Vorblätter fehlen.

Die Blüten sind zwittrig. Die Blütenhülle besteht aus fünf (selten vier) freien, gelb-grünen, hautrandigen, auf dem Rücken dicht drüsigen Tepalen, die elliptisch bis eiförmig-länglich mit einer Länge von 0,7 bis 1,1 mm und einer Breite von 0,5 bis 0,7 mm sind und auf dem gerundeten Rücken keinen Kiel und keine kammartigen Höcker tragen. Es sind ein bis drei (selten fünf) Staubblätter und ein oberständiger Fruchtknoten mit zwei fadenförmigen Narben vorhanden.

Die Blütezeit reicht von Juli bis August.

Frucht und Samen

Die Frucht wird von der aufrechten Blütenhülle umgeben. Die häutige Fruchtwand ist anfangs papillös und wird später runzelig und weißfleckig und liegt dem Samen an. Der horizontale, kugelige oder etwas abgeflachte Samen weist einen Durchmesser von 0,6 bis 1 mm auf. Die schwarze Samenschale ist glatt bis runzelig, ohne Gruben, mit abgerundetem oder undeutlich gefurchtem Rand.

Ökologie

Der Klebrige Drüsengänsefuß ist ein sommerannueller Therophyt. Die Drüsen können als Trockenheitsanpassung und als Fraßschutz gedeutet werden. Außerdem dienen sie der Klebausbreitung der Früchte und der ganzen Pflanze, die dadurch zum Kulturbegleiter wurde.

Die Blüten sind gynomonözisch, d. h. neben zwittrigen kommen auch rein weibliche Blüten vor. Die Bestäubung erfolgt in der Regel durch den Wind.

Chromosomenzahl und Photosyntheseweg

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18, einmal wird auch 2n = 16 angegeben.

Der Klebrige Drüsengänsefuß ist eine C3-Pflanze mit normaler Blattanatomie.

Verwendung in der Heilkunde

Klebriger Drüsengänsefuß ist ein Antiasthmatikum und wird auch zur Behandlung von Katarrh verwendet. Auch als Ersatz für Mexikanischer Drüsengänsefuß (Dysphania ambrosioides) als Mittel gegen Wurminfektionen (Anthelminthikum) ist er benutzt worden. Das ätherische Öl enthält aber nicht den Wirkstoff Ascaridol.

Der Klebriger Drüsengänsefuß wird als Zierpflanze verwendet

Standort

In Deutschland wächst er in kurzlebigen Unkrautfluren, beispielsweise in stickstoffliebenden Flussmeldenfluren (Chenopodion rubri) oder in Salzkrautfluren auf städtisch-industriellen Sonderstandorten (Salsolion).

Verbreitung & Vorkommen

Der Klebrige Drüsengänsefuß ist in den warm-gemäßigten Regionen von Asien und Europa heimisch. Sein natürliches Verbreitungsgebiet umfasst Südwesteuropa, das südliche Mitteleuropa, Südosteuropa, eventuell Nordafrika, Südwestasien, Mittelasien und Nepal bis zum chinesischen Xinjiang. Als eingebürgerte oder kultivierte Art kommt er auch in anderen Regionen mit subtropischem bis warm-gemäßigtem Klima vor.

Sein Lebensraum sind trockene, sandige oder kiesige Hänge, Lehmflächen, Täler und Flussterrassen, Ödland, oder Ruderalstandorte wie Straßenränder bis zu einer Höhenlage von etwa 2000 Meter. Im System der Pflanzensoziologie ist er eine Kennart der Assoziation Chenopodietum botryos. Er gilt als Zeigerpflanze für Wärme oder Seeklima.

In Deutschland ist der Klebrige Drüsengänsefuß etwa seit dem 19. Jahrhundert als Neophyt eingebürgert.

In Österreich tritt Dysphania botrys nur in den Bundesländern Wien, Niederösterreich, dem Burgenland, Oberösterreich und der Steiermark sowie unbeständig in Kärnten auf stein-, schotter- oder sandreichen Ruderalstellen, Schottergruben und Schlackenhalden in der collinen Höhenstufe auf. In Tirol ist die Art wieder ausgestorben. Nur in den wärmsten Gebieten und insbesondere im Pannonikum ist die Art eingebürgert und zerstreut bis selten anzutreffen, ansonsten nur unbeständig.

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