Australischer Gänsefuß - Chenopodium pumilio

Familie: Chenopodiaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Neophyt

<b>Australischer Gänsefuß - <i>Chenopodium pumilio</i></b>
Australischer Gänsefuß - Chenopodium pumilio
Bildquelle: Ewen Cameron; Bildlizenz: CC BY 4.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Chenopodium_pumilio_R.Br._(AM_AK298688).jpg


Chenopodium: gr. chenos = Gans, podion = Füßchen (Blatt­form); "Gän­se­fuß"
pumilus: zwergartig

andere Namen: Australischer Drüsengänsefuß, Australien-Drüsengänsefuß


Der Australische Drüsengänsefuß ist eine einjährige krautige Pflanze, die mit gebogenen, einreihig mehrzelligen Haaren und kurzgestielten gelblichen Drüsenhaaren bedeckt ist und einen unangenehmen Minze-ähnlichen Geruch verströmt. Der niederliegende oder aufwärts gebogene Stängel ist bei einer Länge von 10 bis 80 cm vom Grunde an verzweigt mit niederliegenden oder aufsteigenden Ästen. Die wechselständigen Laubblätter sind 0,3 bis 1,5 cm lang gestielt. Die blassgrüne, besonders unterseits drüsenhaarige Blattspreite erreicht eine Länge von 0,5 bis 3 (bis 4) cm und eine Breite von 0,3 bis 1,5 cm. Die Spreitenform ist elliptisch bis länglich eiförmig mit drei bis vier abgerundeten Lappen auf beiden Seiten, an der Basis keilförmig und an der Spitze abgerundet.

Die Blütenstände setzen sich aus in den Blattachseln sitzenden, dicht knäueligen zymösen Teilblütenständen aus vier bis neun Blüten zusammen. Die blattartigen Tragblätter mit einer Länge von 3 bis 4,5 mm überragen die Blütenknäuel, sie sind elliptisch mit gekerbt-gezähntem Rand und stumpfer Spitze. Die zwittrigen Blüten weisen eine Blütenhülle aus fünf fast bis zur Basis getrennten, anfangs grünen Tepalen auf. Bei einer Länge von etwa 0,6 bis 0,7 mm und einer Breite von 0,2 bis 0,3 mm sind sie schmal elliptisch bis schmal länglich, auf dem Rücken gerundet und locker drüsenhaarig. Meist sind nur ein bis zwei Staubblätter vorhanden, bisweilen sind sie nicht entwickelt. Der oberständige Fruchtknoten trägt zwei Narben.

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die Bestäubung erfolgt in der Regel durch den Wind.

Zur Fruchtzeit verhärtet die Blütenhülle und wird weißlich, zwischen den Tepalen ist die Frucht sichtbar. Die häutige, etwas runzelige Fruchtwand liegt dem Samen an. Der rötlich-braune bis rötlich-schwarze, vertikale Same ist bei einem Durchmesser von 0,5 bis 0,7 mm im Umriss eiförmig und am Rand gekielt bis abgerundet. Die Samenschale ist glatt.

Als Chromosomenzahl wurde in mehreren Untersuchungen 2n = 18 angegeben. Einmal wurden 2n = 16 gefunden.


Standort

Der Australische Drüsengänsefuß wächst an trockenfallenden Flussufern in Flussmeldenfluren (im System der Pflanzensoziologie: Verband Chenopodion rubri). Außerdem ist er in kurzlebiger Ruderalvegetation an Bahnhöfen, Schuttplätzen oder Wegen zu finden (Klasse Sisymbrietea officinalis). Als wärmeliebende Art gedeiht er bei voller Besonnung auf trockenen, sehr nährstoffreichen, sandig-kiesigen Böden.

Verbreitung/Vorkommen

Dysphania pumilio ist in Australien heimisch sowie in Tasmanien und Neuseeland verbreitet. Als eingeführte Art kommt er auch in gemäßigten, subtropischen und ariden Regionen anderer Kontinente vor, beispielsweise in Asien (Japan, Iran) im südlichen Afrika, Nordamerika (USA) und Südamerika (Argentinien). In Europa ist er weit verbreitet, als eingebürgert gilt er in den Beneluxländern, Deutschland, Österreich, Tschechien, Ungarn, Spanien, Portugal sowie in der Ukraine.

In Deutschland ist der Australische Drüsengänsefuß um 1890 eingeschleppt worden und ist heute ein eingebürgerter Neophyt.
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Sonstiges

Der Australische Drüsengänsefuß gilt in Australien als Unkraut in Weideland, Gärten und Äckern. Er produziert ein Toxin, das die Keimung und das Wachstum von Kulturpflanzen verringert. Unter bestimmten Bedingungen kann er bei weidenden Schafen eine Blausäurevergiftung hervorrufen, während Rinder davon kaum betroffen werden.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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