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Chlorella-Alge

Chlorella vulgaris

Chlorella vulgaris ist eine einzellige Grünalge. Die Zellen haben einen Durchmesser von ca. 4–10 μm und eine kugelige Form. Die vegetative Vermehrung findet durch Bildung von Autosporen statt. Eine geschlechtliche Fortpflanzung ist nicht bekannt.

Diese Art wurde 1889 von Martinus Willem Beijerinck bei Delft isoliert. Sie ist als Typusart der Gattung Chlorella in offiziellen Stammsammlungen wie der Deutschen Sammlung von Mikroorganismen hinterlegt und wird dort weitergezüchtet.

Neben Chlorella lobophora und Chlorella sorokiniana gehört sie zur Gattung Chlorella innerhalb der Klasse der Trebouxiophyceae. Chlorella vulgaris wurde früher zusammen mit anderen, ähnlich aussehenden Arten unter dem Namen Chlorella pyrenoidosa geführt. 1992 konnte jedoch gezeigt werden, dass es eine Art „Chlorella pyrenoidosa“ nicht gibt.

Chlorella vulgaris wird als Modellorganismus in der wissenschaftlichen Forschung seit langer Zeit verwendet. Der Mechanismus der Photosynthese wurde mit dieser Alge entschlüsselt.

In den 1950er Jahren begann man, sich mit der Kultivation von Mikroalgen wie Chlorella vulgaris zu beschäftigen. Damals stand die Frage im Fokus, wie man die wachsende Weltbevölkerung zukünftig mit ausreichend Protein versorgen kann. Die getrocknete Biomasse von Chlorella vulgaris enthält ca. 50 Prozent Protein und der Ertrag pro Hektar liegt mit bis zu 120 t/a weit über dem konventioneller Landwirtschaft (z. B. Weizen: ca. 7 t/a/ha).

Mittlerweile ist diese Alge auch als Quelle für bestimmte mehrfach ungesättigte Fettsäuren (z. B. alpha-Linolensäure) und Carotinoide (z. B. Lutein) interessant.

Verwendung in der Heilkunde

Bei Chlorella erforschte Melvin Calvin die Photosynthese, wofür er 1961 den Nobelpreis erhielt.
Chlorella wird verwendet für die Herstellung von Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetika. Seit dem Jahr 1999 existiert in Deutschland eine Produktionsanlage für Mikroalgen in Klötze/Altmark. In dieser wird die Alge in einem 500 km langen Glasröhrensystem kultiviert.

Chlorella wird in der Alternativmedizin häufig als Mittel zur Schwermetallausleitung angewendet, vor allem während und nach Amalgam-Entfernungen.

Werbeaussagen mit dem Tenor „volles Nährstoffspektrum an Vitaminen, Mineralstoffen, Eiweiß und Fettsäuren“ werden von den Überwachungsbehörden in Deutschland als irreführend eingestuft, da Nahrungsergänzungsmittel aus Algen nur wenige Nährstoffe in relevanten Mengen enthalten. Ebenso die Aussagen, dass Chlorophyll für den Menschen ernährungsphysiologisch von Bedeutung sei.

Neuere Forschung in Bezug auf den Gehalt von Vitamin B12 in Chlorella Produkten zeigen, dass es zu einem hohen Gehalt an bioverfügbarem Vitamin B12 in Chlorella Biomasse kommen kann. Die hauptsächlichen Syntheseprodukte sind die vom menschlichen Körper leicht zu verstoffwechselnden Formen von Vitamin B12 (Hydroxocobalamin, Methylcobalamin und Adenosylcobalamin), dies geschieht allerdings nicht als ein Metabolit der Algenzelle, sondern durch eine bakterielle Begleitflora bei der Kultivierung. Dies kann sowohl in geschlossenen, wie in offenen Produktionssystemen geschehen. Durch spezielle Kultivations-. Analyse- und Trocknungsmethoden können Nahrungsergänzungsmittel aus Chlorella mit sehr hohem Vitam B12 Gehalt erzeugt und hergestellt werden (bis zu 415 μg pro 100 g). Diese können den Vitamin B12 – Satus, insbesondere bei Mangelerscheinungen, bei z. B. vegan oder vegetarisch leben Personen erfolgreich und nachhaltig verbessern.

Standort

Chlorella vulgaris kommt in stehenden und Fließgewässern, sowohl in Süß- als auch Brackwasser vor, findet sich aber auch an festen Oberflächen.

Verbreitung & Vorkommen

Chlorella vulgaris ist weltweit verbreitet.