Wechselblättriges Milzkraut - Chrysosplenium alternifolium

Familie: Saxifragaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Alpenpflanze

<b>Wechselblättriges Milzkraut - <i>Chrysosplenium alternifolium</i></b>
Wechselblättriges Milzkraut - Chrysosplenium alternifolium
Bildquelle: © Bönisch 2016 - All rights reserved

Chrysosplenium: gr. chrysos = golden (goldgelbe Hochblätter), splen = Milz (früher Heil­pflanze bei Milzkrankheiten); "Milz­kraut"
alternifolius: wechselblättrig

andere Namen: Für das Wechselblättrige Milzkraut bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Krätzenblume, Butterblumen (Schlesien), Eierkraut (Graubünden, Bern), Goldmilz, Goldveilchen (Leipzig), Hoalbletzl (Tirol im Pongau und Pinzgau), Krätzenkraut (Salzburg), Krodenkraut (Werfen, Salzburg, Zillertal), Krotenkraut (Kärnten), Krottenblume (Luzern), Goldenes Leberkraut (Schlesien), Gulden Milzkraut (Elsass), Rauch Mondkraut (Elsass), Gulden Steinbrech (Elsass), Zittrachkraut (Salzburg), Zittriche (Tirol) und Zittrichkraut (Tirol). Sie werden identisch auch für das sehr ähnliche Gegenständige Milzkraut verwandt.


Wechselblättriges Milzkraut - Chrysosplenium alternifolium; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany">Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Wechselblättriges Milzkraut - Chrysosplenium alternifolium; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Florn88">Wikipedia User Florn88</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Das Wechselblättrige Milzkraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von fünf bis 15 (selten bis 20) Zentimeter erreicht. Durch lange, dünne, unterirdische Ausläufer bildet es lockere Kolonien. Es besitzt im Gegensatz zum Gegenblättrigen Milzkraut wechselständige, tief gekerbte Laubblätter. Die Spreite der Grundblätter besitzt einen herzförmigen Grund, der stets kürzer als der Blattstiel ist. Nebenblätter sind keine vorhanden. Die Pflanze besitzt einen dreikantigen Stängel.

In dem trugdoldigen Blütenstand mit gelben Hochblättern sitzen relativ wenige Blüten. Die Blütezeit ist von März bis Mai (Juni). Die kleinen, zwittrigen, vorweiblichen, radiärsymmetrischen, vierzähligen, grün-gelblichen Blüten werden nur etwa 5 mm groß. Es ist nur ein Blütenhüllblattkreis vorhanden, es sind vier Kelchblätter vorhanden, die Kronblätter fehlen. Es gibt in jeder Blüte acht Staubblätter. Der unterständige Fruchtknoten entwickelt sich aus zwei Fruchtblättern. Es werden Kapselfrüchte gebildet.

Die Art kommt mit den Chromosomenzahlen 2n = 24, 36 oder 48 vor.

Die Art ist ein ausdauernder, sommergrüner Hemikryptophyt oder Geophyt. Sie wächst lockerrasig.

Die Blüten sind unscheinbare „Nektar führende Scheibenblumen“. Die Einzelblüten sind nur ca. 5 mm groß. Die Schauwirkung wird durch die goldgelben Hochblätter hervorgerufen. Die Blüten sind vorweiblich und die Narben bleiben lange empfängnisbereit. Bestäuber sind Fliegen und Käfer. Die Blütezeit liegt zwischen März und Mai.

Die geöffneten Kapselfrüchte bilden flache Schalen, aus denen die braunen, glänzenden Samen durch Regentropfen herausgeschleudert werden. Die Samen breiten sich somit als Regenballist aus. Daneben erfolgt eine Samenausbreitung als Regenschwemmlinge und auch durch Ameisen. Die Fruchtreife liegt zwischen Mai und Juni.

Die vegetative Vermehrung erfolgt durch unterirdische Ausläufer.


Standort

Seine Standorte liegen in Wäldern, an schattigen feuchten Stellen, an Flussrändern und in bachbegleitenden Erlen- und Eschenwäldern. Der Boden ist immer feucht, zeitweise wird Überflutung ertragen. Es benötigt nährstoffreiche, humose, lehmige oder tonige Böden und kommt oft auf Gley vor. Es ist ein Gley- und Mullboden-Zeiger. Es ist zudem die bisher einzige Blütenpflanze, die in einer Lampenflora nachgewiesen werden konnte.

Verbreitung/Vorkommen

Das Wechselblättrige Milzkraut ist in Deutschland häufig und kommt zudem auf der gesamten Nord-Hemisphäre in den temperierten Breiten vor. In den Alpen findet man es bis in Höhenlagen von 2000 Meter. In den Allgäuer Alpen steigt es an den oberen Gottesackerwänden in Bayern bis zu 1900 m Meereshöhe auf.
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Wechselblättriges Milzkraut - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; mild; sauer;
Boden Feuchte: feucht;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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