Gestreifter Seidelbast - Daphne striata

Familie: Thymelaeaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Strauch Alpenpflanze

<b>Gestreifter Seidelbast - <i>Daphne striata</i></b>
Gestreifter Seidelbast - Daphne striata
Bildquelle: Wikipedia User BerndH; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Daphne: gr. daphne = Lorbeer, n. einer Nymphe (gr. Niedere weibliche Gottheiten mit starker Bin­dung an die Natur (Was­ser-, Baum- und Berg­nym­phen). Daphne war eine besonders schöne Baum­nym­phe, in die sich Apollon, der gr. Gott der Dichtkunst (und nach Zeus größter Weiber­held der gr. Götter) ver­knallt hatte. Zeus, der Chef der gr. Göt­ter, hat­te Mitgefühl mit Daphne und verwandelte sie in einen Strauch (Lor­beer), um sie den Nachstellungen von Apollon zu entziehen; "Seidelbast"
striatus: gestreift

andere Namen: Alpenflieder, Kahles Steinröschen, Steinröschen


Gestreifter Seidelbast - Daphne striata; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Sporti">Wikipedia User Sporti</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Daphne_striata_PID1613-2.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Daphne_striata_PID1613-2.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Daphne_striata_PID1613-2.jpg</a>

Vegetative Merkmale

Der Gestreifte Seidelbast ist eine verholzende Pflanze, wächst als immergrüner Kleinstrauch und erreicht Wuchshöhen von meist 5 und 15, selten bis zu 40 Zentimetern. Die relativ dünnen, niederliegend bis aufsteigenden, zahlreich gabelig verzweigten Äste besitzen eine kahle, glatte Rinde.

Die sitzenden Laubblätter sind wechselständig und an den Zweigenden rosettig gehäuft angeordnet. Die ledrigen und beidseits hell blau-grünen bis dunkelgrünen Blattspreiten sind mit einer Länge von 1,8 bis 3 Zentimeter, 3 bis 5 Zentimeter schmal-oval bis lineal mit einer keilförmigen Basis und ganzrandig.

Generative Merkmale

Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Die angenehm, fliederartig duftenden Blüten entwickeln sich an den beblätterten Zweigen. Meist 8 bis 12 (2 bis 15) Blüten stehen in einem endständigen, doldigen Blütenstand. An dessen Grund befinden sich etwa 5 Millimeter lange, trockenhäutige und oval-spitz geformte Hochblätter. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die vier rosafarbenen, kronblattartigen Kelchblätter sind zu einer fein gestreiften, etwa 15 Millimeter langen Röhre verwachsen. Die Kelchblätter sind kahl. Kronblätter sind keine zu erkennen. Zwei Kreise zu je vier Staubblättern sind der Kelchröhre angeheftet. Der kahle, oberständige Fruchtknoten besitzt ein Fruchtfach, welches eine Samenanlage enthält.

Die kahle Steinfrucht, die auch als harte Beere gedeutet werden kann, besitzt bei einer Länge von 1,4 bis 1,7 Zentimetern eine elliptische Form. Zunächst ist die Frucht orangerot gefärbt, später geht die Färbung ins bräunliche über.

Ökologie

Beim Gestreiften Seidelbast handelt es sich um einen Nanophanerophyten.


Standort

Der Gestreifte Seidelbast gedeiht am besten auf kalkreichen, feuchten Böden, steinige Weiden, Bergföhrenwälder, Zwergstrauchheiden und Felsschutt in Höhenlagen von 1000 bis 2800 Metern. Sie ist gebietsweise eine Charakterart des Erico-Rhododendretum aus dem Verband Erico-Pinion, kommt aber auch in Seslerietea-Gesellschaften vor.

Verbreitung/Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet umfasst nur die Alpen, von den Kottischen Alpen bis Savoyen und vom Gotthard bis zu den Karawanken.

Der Gestreifte Seidelbast ist in Österreich zerstreut bis selten in den Bundesländern Kärnten, Tirol und Vorarlberg von der subalpinen bis alpinen Höhenstufe verbreitet. In Deutschland beschränkt sich sein Vorkommen auf Südbayern. Dort wächst er verbreitet in den Bayerischen Alpen und im Allgäu.

Giftigkeit

Der Gestreifte Seidelbast ist durch Daphnetoxin stark giftig.
Symptome einer Vergiftung sind Erbrechen, Krämpfe, Blutungen und Brennen in der Kehle. Von diesem würgenden und brennenden Gefühl stammt auch der Name „Kellerhals“, vom mittelhochdeutschen ?kellen? also quälen. Die enthaltenen Alkaloide wirken durchblutungsfördernd, weshalb bei Berührung der frischen Zweige Hautreizungen und blasige Geschwüre möglich sind. Das enthaltene Daphnin wirkt außerdem halluzinogen.

Inhaltsstoffe

Daphnetoxin
Fella-Entoxin®Erkältungs-Entoxin®Spasmo-Entoxin®Adenolin-Entoxin® NN

Gestreifter Seidelbast - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; steiniger Boden / Kies / Grus; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: mild; neutral;
Boden Feuchte: feucht; frisch;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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