Rasen-Schmiele - Deschampsia cespitosa

Familie: Süßgräser - Poaceae

Kategorie: Alpenpflanze  Süßgräser  

Rasen-Schmiele Info

Deschampsia: n. d. franz. Naturforscher Deschamps (1765 - 1842); "Schmie­le"

andere Namen: Wald-Schmiele

Erscheinungsbild und Blatt

Die Rasen-Schmiele ist eine überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist 30 bis 150, selten bis zu 200 Zentimeter. Durch die Bildung zahlreicher Erneuerungssprossen, die innerhalb der untersten Blattscheiden empor wachsen, erreicht sie einen dichten Wuchs und bildet dichte, grobe Horste aus.

Die wechselständig an den Halmen angeordneten Laubblätter sind in Blattscheide und Blattspreite gegliedert. Die Blattscheiden sind unbehaart. Die langen, flachen Blattspreiten sind auf der Oberseite auffallend rau und der Unterseite glatt. Die Blattspreiten weisen eine charakteristische sieben- bis elf-parallelrippige Struktur auf. Das Blatthäutchen ist als 6 bis 8 Millimeter langer, häutiger Saum deutlich ausgeprägt.

Blütenstand, Blüte und Frucht

Die Blütezeit reicht in Mitteleuropa von Juni bis August. Der pyramidenförmig angeordnete, rispige Blütenstand ist bis zu 50 Zentimeter lang und bis zu 20 Zentimeter breit. Die Rispenäste fühlen sich rau an. Die einzelnen, zweiblütigen Ährchen werden nur 4 bis 5 Millimeter lang und sind nie in Brutknospen umgebildet.

Die obere, dreinervige Hüllspelze ist 3 bis 4 Millimeter lang, lanzettlich geformt und spitz zulaufend. Die untere Hüllspelze ist nur einnervig. Die Granne überragt die fünfnervige, 3 bis 4 Millimeter lange, länglich-elliptisch geformte Deckspelze im Allgemeinen nicht. Die Vorspelzen sind so lang wie die Deckspelzen. Die Staubbeutel sind etwa 1 bis 2 Millimeter lang.

Die Karyopse ist etwa 2 Millimeter lang.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 26, 28, 52 oder 56.

Ökologie

Die Rasen-Schmiele ist ein Hemikryptophyt und ein Horstgras. Die Pflanze wurzelt bis 1 m tief. Die vegetative Vermehrung erfolgt durch unterirdische Ausläufer. Die Spaltöffnungen befinden sich in den dazwischen liegenden Rinnen, und sie werden bei Trockenheit durch ein schwaches Einrollen des Blattes geschützt. Die Rippen sind rückwärts rau, was vermutlich als Fraßschutz dient.

Blütenökologisch handelt es sich um Windblütigkeit nach dem „Langstaubfädigen Typ“.

Diasporen (Ausbreitungseinheiten) sind die von den Deck- und Vorspelzen umhüllten Karyopsen. Die so gebildeten Spelzfrüchte sind relativ leicht und unterliegen der Windausbreitung als Windstreuer bzw. als Ballonflieger oder der Ausbreitung durch Wasser als Regenschwemmling bzw. als Schwimmfrucht. Wegen der langen, knieförmig gekrümmten und hygroskopischen Granne können sie auch im Fell von Tieren haften bleiben und sich am feuchten Boden durch hüpfende Bewegungen selbst ausbreiten. Dazu kommt die Zufallsausbreitung durch fressende Huftiere. Die Karyopsen sind Lichtkeimer. Fruchtreife ist von August bis Oktober.


Standort

Sie besiedelt feuchte bis nasse Wiesen, Weiden und Sümpfe. Nebenvorkommen gibt es in feuchten, lichten Laubwäldern und in Quellfluren. Das anspruchsvolle Gras bevorzugt milde bis mäßig saure, humose, nährstoffreiche Lehm- oder Tonböden. Das Gras gilt als Ordnungskennart der Feuchtwiesen (Molinietalia caeruleae) und ist außerdem eine Begleitart der Bachquellkraut-Gesellschaften (Montio-Cardaminetalia). Ferner findet es sich in Gesellschaften sommergrüner Laubwälder (Querco-Fagetea). In den Alpen bis 2375m über NN.

Verbreitung/Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet der Rasen-Schmiele umfasst weite Teile der gemäßigten bis arktischen Zonen Europas und Asiens sowie Nordamerikas. In Amerika ist sie aber wahrscheinlich ursprünglich nicht heimisch gewesen. Innerhalb von Bergregionen kommt sie sogar in den Tropen Afrikas und Asiens vor, außerdem in Australien (Tasmanien) und Neuseeland.
Die Rasen-Schmiele ist von der Ebene bis in alpine Höhenstufen verbreitet. Sie besiedelt feuchte bis nasse Wiesen, Weiden und Sümpfe. Nebenvorkommen gibt es in feuchten, lichten Laubwäldern und in Quellfluren. Dieses anspruchsvolle Gras bevorzugt milde bis mäßig saure, humose, nährstoffreiche Lehm- oder Tonböden. Die Rasen-Schmiele ist Ordnungskennart der Feuchtwiesen (Molinietalia caeruleae) und ist außerdem eine Begleitart der Bachquellkraut-Gesellschaften (Montio-Cardaminetalia). Sie findet sich außerdem in Gesellschaften sommergrüner Laubwälder (Querco-Fagetea). Man kann sie auch als gesellschaftsvag bezeichnen.

Landläufig wird die Rasen-Schmiele aufgrund ihrer schneidig-rauen Blätter häufig als Schneidegras bezeichnet. Vom Vieh wird sie wegen dieser Eigenschaft gemieden. In Wiesen und Weiden gilt die Rasen-Schmiele als verjüngungshemmend, an Gewässerufern fördert sie dagegen Verlandungsprozesse.

Sonstiges

Landläufig wird die Rasen-Schmiele aufgrund ihrer schneidig-rauen Blätter häufig als Schneidegras bezeichnet. Vom Vieh wird sie wegen dieser Eigenschaft gemieden. In Wiesen und Weiden gilt die Rasen-Schmiele als verjüngungshemmend, an Gewässerufern fördert sie dagegen Verlandungsprozesse.

Rasen-Schmiele Steckbrief

Blütenfarbe: grün, braun oder unscheinbar;
Höhe/Länge von 30cm bis 2m
Blütezeit von Juni bis August
Lebensraum: Gebirge; Gewässer, Feuchtgebiete; Wälder, Waldränder, Gebüsche, Lichtungen, Böschungen;
Blütenstand: Rispe
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: ganzrandig;
Höhenstufen: Ebene / Tiefland (0-450m); Hochlage (1500-3000m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 0m
Höhenstufe max. in den Alpen: 2400m
Nährstoffbedarf: nährstoffreich;
Bodenart: lehmiger Boden / Lehmboden; toniger Boden / Tonboden;
PH-Wert Boden: mäßig sauer; mild; sauer;
Bodenfeuchte: nass;

Rasen-Schmiele Garten / Anbau

Boden Beschaffenheit: lehmiger Boden / Lehmboden; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; mild; sauer;
Boden Feuchte: nass;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;
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Uresin-Entoxin®

Literatur

Bildquellenverzeichnis





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