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Gletschernelke

Dianthus glacialis

Die Gletscher-Nelke wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 2 bis 5 Zentimetern. Sie besitzt einen einfachen, einblütigen aufrechten Stängel sowie viele sterile Trieben. Die Laubblätter sind bei einer Länge von bis zu 5 Zentimetern sowie einer Breite von 1–2 Millimetern linealisch-lanzettlich mit stumpfem (abgerundetem) oberen Ende. Die Grundblätter überragen die Stängel (nur bei dieser Art so).

Die Blütezeit reicht von Juli bis August. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch ung fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist röhrenförmig, 12 bis 16 Millimeter lang, kahl, mit lanzettlichen Schuppen, die so lang sind wie der Kelch. Die purpurrosafarbene Krone weist einen Durchmesser von 15 bis 20 Millimetern auf. Die Kronblätter besitzen eine gezähnte Platte und am Schlund dunklere Striche oder Punkte. Es sind zwei Griffel vorhanden.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 30.

Standort

Die Gletscher-Nelke ist mit der Alpen-Nelke (Dianthus alpinus) vikariierend. Als Standort werden Rasen, Grus über mehr oder weniger kalkhaltiges Silikatgestein, aber auch windexponierte Grate in Höhenlagen zwischen 1900 und 2900 Metern bevorzugt.
Die Gletscher-Nelke gedeiht am besten auf schwach sauren, kalkarmen oder weitgehend entkalkten, steinigen und nur lückig bewachsenen Böden in alpinem Klima. Sie besiedelt Moränenschutt, steinige Matten und Rasen sowie windausgesetze Grate und felsige Hänge. Sie ist eine Charakterart des Elynetum.

Verbreitung & Vorkommen

Die Gletscher-Nelke ist in den östlichen Zentralalpen und in den Karpaten verbreitet. In Österreich kommt sie zerstreut bis selten in den Bundesländern Steiermark, Salzburg, Kärnten und Tirol. Die Gletscher-Nelke kommt in Mitteleuropa nur südöstlich einer Linie vor, die etwa von Samnaun über Arosa bis uns Veltin führt.





Die Gletscher-Nelke ist gut an das Leben im Hochgebirge angepasst, denn mit ihrem tief reichenden Wurzelsystem trägt sie zur Verfestigung von bewegtem Schutt bei; ebenso verschafft sie sich an windausgesetzten Stellen Halt. Im geschlossenen Verband mit höher wachsenden Arten kann sie sich allerdings nicht behaupten. – Merkwürdigerweise vermeidet die Gletscher-Nelke vermutlich Kalkboden umso konsequenter, je weiter östlich sie wächst; im westlichen Teil ihres Areals gedeiht sie auch auf Kalk.

Aus derselben Gattung (Dianthus)

Alle Pflanzen der Gattung Dianthus

Aus derselben Familie (Nelkengewächse)

Alle Pflanzen der Familie Nelkengewächse