Dieffenbachie - Dieffenbachia seguine

Familie: Aronstabgewächse - Araceae

Kategorie: Zimmerpflanze  Giftpflanze  Wintergarten  

Dieffenbachie Info

andere Namen: Giftaron, Stummblume

Die deutschen Trivialnamen wie Schweigrohr deuten auf die im 17. Jahrhundert geübte Praxis des Einsatzes – insbesondere an beim Fliehen ertappten Sklaven in den Südstaaten der USA – als Foltermittel hin, wobei Pflanzenteile gekaut werden mussten, was zum Anschwellen der Schleimhäute und der Zunge führte und für einen Tag am Sprechen hinderte.
In kleineren Dosen verabreicht können die Pflanzenteile sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Tieren und Menschen anhaltende oder zeitlich begrenzte Unfruchtbarkeit zur Folge haben. Erforscht und eingesetzt wurde diese Methode in Nazideutschland sowie in anderen Ländern. Ziel war in Deutschland die Durchsetzung der „Rassenreinheit“ durch medikamentöse Behandlung. Es sollte die bis dahin häufig eingesetzten operativen Eingriffe bei „genetisch Unreinen“ ersetzen, welche ebenfalls Unfruchtbarkeit zur Folge hatten. Von leitenden damaligen Ärzten, die im Zuge der Nürnberger Prozesse aussagten, wurden Experimente am Menschen als „erfolglos“ bezeichnet.


Vegetative Merkmale

Die Dieffenbachie ist eine robuste, immergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 3 Metern und Pflanzendurchmesser bis zu 60 Zentimeter erreicht. Die 35 bis 45 cm großen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfachen Blattspreiten sind breit eiförmig bis länglich oder lanzettlich und glänzend dunkelgrün; sie weisen je nach Sorte weiße oder gelbe Musterungen auf.

Generative Merkmale
Es werden die für Araceae typischen Blütenstände gebildet.


Heimat

Sie ist in der Karibik und im tropischen Südamerika, besonders in Brasilien beheimatet.

Giftigkeit

Berührungen mit dem Saft der Pflanze können durch die enthaltenen Calciumoxalatkristalle zu starken Haut- und Schleimhautverletzungenen führen.
Mechanische Einwirkung auf spezielle Zellen in der Pflanze sorgt dafür, dass Calciumoxalat-Kristalle abgefeuert werden und beispielsweise das Gewebe im Mundraum, oder Augen verletzen. Durch diese Verletzungen können Enzyme, wie das proteolytische Dumbcain, ins Gewebe gelangen das daraufhin Symptome wie Jucken, Schwellungen und Schmerzen hervorruft.
Alle der schwer zu unterscheidenden Diefenbachia-Arten sind mehr oder weniger stark giftig.
Innere Aufnahme hat Übelkeit, Schwellung der Zunge, Herzrhythmusstörungen , Benommenheit, Lähmungserscheinungen, Anschwellung und Rötung der Schleimhäute und der Zunge, erhöhte Speichelproduktion, Sprechbehinderung und Schluckbeschwerden. Weitere Vergiftungsymptome können Übelkeit, Durchfall, Störungen des Herzrhythmus, Benommenheit und Lähmungen sein.

In kleineren Dosen verabreicht können die Pflanzenteile sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Tieren und Menschen anhaltende oder zeitlich begrenzte Unfruchtbarkeit zur Folge haben.

Inhaltsstoffe

Auf jeden Fall enthalten die Pflanzenteile einger Arten stark hautreizende Kalziumoxalat-Kristalle. Für die Giftwirkung werden auch verschiedene Inhaltsstoffe wie cyanogene Glykoside, Alkaloide und Saponine verantwortlich gemacht. Die sichere Giftstoffzusammensetzung ist noch nicht eindeutig geklärt. Besonders hohen Wirkstoffgehalt haben die Arten Dieffenbachia seguine und Dieffenbachia picta.

Sonstige Verwendung

Pflanzenextrakte werden in Süd- und Mittelamerika als Insektizid, als Ratten- und Schabengift eingesetzt.

Dieffenbachie Steckbrief

Höhe/Länge von 30cm bis 3m
Blütenstand: Kolben
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: ganzrandig;
Fleischige Früchte: Beeren
Lebensdauer: Holzgewächs;
Adenolin-Entoxin® NN
Uresin-Entoxin®Viscum-Entoxin® NMatrix-Entoxin®

Literatur

Bildquellenverzeichnis





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