Dieffenbachie - Dieffenbachia seguine

Familie: Araceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Zimmerpflanze Giftpflanze Wintergarten

<b>Dieffenbachie - <i>Dieffenbachia seguine</i></b>
Dieffenbachie - Dieffenbachia seguine
Bildquelle: Wikipedia User Llez; Bildlizenz: CC BY 1.2;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dieffenbachia_seguine_002.JPG


andere Namen: Giftaron, Stummblume

Die deutschen Trivialnamen wie Schweigrohr deuten auf die im 17. Jahrhundert geübte Praxis des Einsatzes – insbesondere an beim Fliehen ertappten Sklaven in den Südstaaten der USA – als Foltermittel hin, wobei Pflanzenteile gekaut werden mussten, was zum Anschwellen der Schleimhäute und der Zunge führte und für einen Tag am Sprechen hinderte.
In kleineren Dosen verabreicht können die Pflanzenteile sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Tieren und Menschen anhaltende oder zeitlich begrenzte Unfruchtbarkeit zur Folge haben. Erforscht und eingesetzt wurde diese Methode in Nazideutschland sowie in anderen Ländern. Ziel war in Deutschland die Durchsetzung der „Rassenreinheit“ durch medikamentöse Behandlung. Es sollte die bis dahin häufig eingesetzten operativen Eingriffe bei „genetisch Unreinen“ ersetzen, welche ebenfalls Unfruchtbarkeit zur Folge hatten. Von leitenden damaligen Ärzten, die im Zuge der Nürnberger Prozesse aussagten, wurden Experimente am Menschen als „erfolglos“ bezeichnet.


Dieffenbachie - Dieffenbachia seguine; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User FaleBot">Wikipedia User FaleBot</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.de" target=_blank title="CC0 1.0 Universell (CC0 1.0)">CC0 1.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dieffenbachia_seguine-02.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dieffenbachia_seguine-02.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dieffenbachia_seguine-02.jpg</a>Dieffenbachie - Dieffenbachia seguine; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User BotMultichillT">Wikipedia User BotMultichillT</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Starr_061212-2332_Dieffenbachia_seguine.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Starr_061212-2332_Dieffenbachia_seguine.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Starr_061212-2332_Dieffenbachia_seguine.jpg</a>

Vegetative Merkmale

Die Dieffenbachie ist eine robuste, immergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 3 Metern und Pflanzendurchmesser bis zu 60 Zentimeter erreicht. Die 35 bis 45 cm großen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfachen Blattspreiten sind breit eiförmig bis länglich oder lanzettlich und glänzend dunkelgrün; sie weisen je nach Sorte weiße oder gelbe Musterungen auf.

Generative Merkmale
Es werden die für Araceae typischen Blütenstände gebildet.


Heimat

Sie ist in der Karibik und im tropischen Südamerika, besonders in Brasilien beheimatet.

Giftigkeit

Berührungen mit dem Saft der Pflanze können durch die enthaltenen Calciumoxalatkristalle zu starken Haut- und Schleimhautverletzungenen führen.
Mechanische Einwirkung auf spezielle Zellen in der Pflanze sorgt dafür, dass Calciumoxalat-Kristalle abgefeuert werden und beispielsweise das Gewebe im Mundraum verletzen. Durch diese Verletzungen können Enzyme, wie das proteolytische Dumbcain, ins Gewebe gelangen das daraufhin Symptome wie Jucken, Schwellungen und Schmerzen hervorruft.
Alle der schwer zu unterscheidenden Diefenbachia-Arten sind mehr oder weniger stark giftig.
Innere Aufnahme hat Übelkeit, Schwellung der Zunge, Herzrhythmusstörungen , Benommenheit, Lähmungserscheinungen u.a. zur Folge.

In kleineren Dosen verabreicht können die Pflanzenteile sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Tieren und Menschen anhaltende oder zeitlich begrenzte Unfruchtbarkeit zur Folge haben.

Inhaltsstoffe

Mechanische Einwirkung auf spezielle Zellen in der Pflanze sorgt dafür, dass Calciumoxalat-Kristalle abgefeuert werden und beispielsweise das Gewebe im Mundraum verletzen. Für die Giftwirkung werden auch verschiedene Inhaltsstoffe wie cyanogene Glykoside, Alkaloide und Saponine verantwortlich gemacht.
Dr. Koll Gemmoextrakt: Fraxinus excelsior - EscheDr. Koll Gemmoextrakt: Betula alba - SilberbirkeDr. Koll Pflanzenextrakt Griffonia MacaDr. Koll Gemmoextrakt: Fraxinus excelsior - Esche

Sonstige Verwendung

Pflanzenextrakte werden in Süd- und Mittelamerika als Insektizid, als Ratten- und Schabengift eingesetzt.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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