Großblütiger Fingerhut - Digitalis grandiflora

Familie: Wegerichgewächse - Plantaginaceae

Kategorie: Giftpflanze  Alpenpflanze  Hummelblume  

Großblütiger Fingerhut Info

Digitalis: lat. digitalis = Fingerhut (wg. der Blütenform); "Fin­ger­hut"
grandiflorus: großblumig

andere Namen: Großblütiger Gelber Fingerhut, Bocksbart, Gelber Fingerhut, gele Fingerhütlin (Schlesien), Fuchskraut, gele Glöcklin, Neunkraut (bereits 1482 erwähnt), Waldschell und Wundkraut.

Der Großblütige Fingerhut ist eine mehrjährige, krautige Pflanze und kann während der Blütezeit eine Wuchshöhe von 70 bis 120 cm erreichen. Der blütentragende Spross beginnt sich aus einer grundständigen Blattrosette im Mai zu entwickeln. Im Juni und Juli trägt die Pflanze zwanzig oder mehr gelbe Blüten in einem nach einer Seite gerichteten traubigen Blütenstand. Die Blüten sind drüsig behaart, sie werden 3 bis 4 cm lang und weisen innen eine braune, netzförmige Zeichnung auf. Es werden zweifächrige, vielsamige Kapselfrüchte gebildet.

Der Großblütige Fingerhut ist ein Hemikryptophyt und zählt zu den schönsten und auffallendsten Waldpflanzen Mitteleuropas. Die vormännlichen Blüten werden durch Hymenoptera (Hummeln, Bienen) bestäubt; auch Selbstbestäubung ist möglich.


Standort

Man findet den Großblütigen Fingerhut zerstreut, aber gesellig in grasigen Staudenfluren, in Waldverlichtungen, Waldschlägen, an Waldrändern, in sonnigen Steinhalden. Er liebt mäßig basen-, mull- und stickstoffreichen Lehmboden. Nach ELLENBERG ist er eine Halblichtpflanze, subozeanisch verbreitet, ein Frischezeiger, ein Mäßigsäurezeiger, auf mäßig stickstoffreichen Standorten wachsend und eine Verbandscharakterart der Weidenröschen-Waldlichtungsfluren auf sauren Böden (Epilobion angustifolii).

Giftigkeit

Die Giftwirkung entspricht der von Digitalis purpurea.Die Pflanze ist hochgradig giftig. Bereits der Verzehr von zwei bis drei Fingerhutblättern kann für Erwachsene tödlich enden. Aufgrund des bitteren Geschmacks kommt es allerdings selten dazu. Iatrogene (= durch ärztliche Maßnahmen hervorgerufene) Vergiftungen können im Rahmen einer Therapie vorkommen, da die Wirkungsbreite der Digitalisglykoside gering ist. Die ersten Anzeichen einer Vergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, Ohrensausen, Schwindelanfälle. Hemmung der AV-Überleitung (Erregungsleitungssystem des Herzens). Dadurch verursachtes Sinken der Pulsfrequenz unter 50 (20) Schläge pro Minute.

Möglicher Tod durch systolischen Herzstillstand.

Inhaltsstoffe

Die Pflanze ist in allen Teilen durch Cardenolide (ca. 100 Digitalis-Glykoside) giftig. In den Blättern sind 0,2% Glykoside vom Digitoxin-Typ und ca. 0,1% solche vom Digoxin-Typ enthalten. Trotzdem spielt die Pflanze keine Rolle bei der Gewinnung von Herz-Glykosiden.

Großblütiger Fingerhut Steckbrief

Blütenfarbe: gelb;
Höhe/Länge von 70cm bis 1,5m
Blütezeit von Juni bis Juli
Lebensraum: (Fett-) Wiesen und Weiden; Ebene; Gebirge; Mittelgebirge; Staudenfluren, mont. und alp. Hochstaudenfluren; Steinrasen, Steinschuttfluren; Wälder, Waldränder, Gebüsche, Lichtungen, Böschungen;
Blütenstand: Traube
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: ganzrandig;
Häufigkeit: zerstreut
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Zeigerpflanze: Frischezeiger;
Höhenstufen: Hochlage (1500-3000m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 400m
Höhenstufe max. in den Alpen: 2000m
Bestäubungsart: Insektenbestäubung; Selbstbestäubung;
Lichtbedarf: Halbschatten; Licht;
Nährstoffbedarf: basenreich; nährstoffreich;
Bodenart: +/- humoser Boden; kalkarmer / kalkfreier Boden; kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; Mullboden; Silikatboden;
PH-Wert Boden: mäßig sauer; mild;
Bodenfeuchte: frisch;

Großblütiger Fingerhut Garten / Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten; Licht;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkarmer / kalkfreier Boden; kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; Mullboden; Silikatboden;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; mild;
Boden Feuchte: frisch;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;
Dr. Koll GemmoKomplex Nr. 2Dr. Koll Gemmoextrakt: Rosmarinus officinalis - RosmarinGemmoextrakt: Tilia tomentosa - SilberlindeDr. Koll Gemmoextrakt: Coryllus avellana - Haselnuss

Literatur

Bildquellenverzeichnis


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ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Bayern! Kategorie 3 (gefährdet)





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