Langblättriger Sonnentau - Drosera longifolia

Familie: Droseráceae - Sonnentaugewächse
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Uferpflanze fleischfressende Pflanze Alpenpflanze

<b>Langblättriger Sonnentau - <i>Drosera longifolia</i></b>
Langblättriger Sonnentau - Drosera longifolia
Bildquelle: Wikipedia User NoahElhardt; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Drosera: gr. droseros = betaut (wg. der Exkretionstropfen an den Ten­ta­keln der Blätter); "Sonnentau"
longifolius: langblättrig

andere Namen: Drosera anglica Huds., Englischer Sonnentau

Der Langblättrige Sonnentau ist eine der wenigen fleischfressenden Pflanzen in Deutschland. Er ist in Deutschland stark gefährdet (Kategorie 2) und steht unter Naturschutz.

Langblättriger Sonnentau - Drosera longifolia; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User FloraUploadR">Wikipedia User FloraUploadR</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Drosera_longifolia_%E2%80%94_Flora_Batava_%E2%80%94_Volume_v19.jpg" target=_blank title="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Drosera_longifolia_%E2%80%94_Flora_Batava_%E2%80%94_Volume_v19.jpg">http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Drosera_longifolia_%E2%80%94_Flora_Batava_%E2%80%94_Volume_v19.jpg</a>

Der Langblättrige Sonnentau (Drosera longifolia), (Synonym: D. anglica), auch Langblatt-Sonnentau oder Englischer Sonnentau, ist eine Art aus der Gattung Sonnentau (Drosera), einer Gattung fleischfressender Pflanzen. Er ist eine der nur drei Arten, die auch in Mitteleuropa vorkommen.
Der Langblättrige Sonnentau ist eine mehrjährige, krautige Pflanze und bildet eine aufrechte Rosette. Das weniger auf Nährstoffversorgung als auf Verankerung und Wasseraufnahme ausgerichtete Wurzelsystem der Pflanze ist schwach ausgeprägt und reicht nur wenige Zentimeter tief.

Die Blätter der Pflanzen sind zwischen 35 und 95 Millimeter lang. Die länglich- bis linealisch-spatelige Blattspreite ist dabei nur 15 bis 35 Millimeter lang und 2 bis 5 Millimeter breit und -typisch für die Gattung- mit rötlichen, klebrigen Drüsenhaaren besetzt. Mit diesen Blättern fängt sie hauptsächlich Fliegen, aber auch kleinere Schmetterlinge, die an ihnen kleben bleiben. Innerhalb von Minuten richten sich die Drüsenhaare auf die Beute um dise festzuhalten. Innerhalb der folgenden Stunden wird die Beute von der Blattspreite selbst durch einklappen umschlossen und durch Verdaungsenzyme der Drüsenhaare verdaut. Erst nach Abschluss des Verdauungsprozesses nimmt das Blatt dann wieder seine ursrüngliche Position ein. Was bleibt, ist lediglich der chitinige Panzer der erbeuteten Kleintiere.
Die Pflanze deckt damit, wie alle Carnivoren, ihren Stickstoffbedarf, da die Versorgung mit Stickstoff auf ihren stickstoffarmen Standorten nicht gegeben ist.

Der Langblättrige Sonnentau blüht von Juni bis August. Die bis zu 20 cm hohen Blütenstängel tragen einen Wickel, dessen fünfzählige Blüten sich einzeln öffnen. Die weißen Kronblätter sind 8 bis 12 Millimeter lang und können sowohl fremd- wie selbstbestäubt werden.

Nach der Blüte und der Ausbildung von Kapselfrüchten mit zahlreichen, eiförmigen und 1 bis 1,5 Millimeter langen, schwarzen Samen tritt die Pflanze im frühen Herbst in die Winterruhe ein, indem sie die Blätter einzieht und eine Winterknospe, den sogenannten Hibernakel, bildet, aus dem sie dann im folgenden Frühling wieder austreibt.

In Höhenlagen bildet der Langblättrige Sonnentau eine Höhenform mit kleineren Blättern und kurzen Blütenständen mit 1-3 Blüten aus.

Wo die Art zusammen mit dem Rundblättrigen Sonnentau vorkommt, ist oft die gemeinsame Hybride Drosera x obovata MERT & W.D.J. Koch zu finden. Diese Kreuzung wird oft mit der reinen Art verwechselt und ist an den umgekehrt-eiförmigen Blättern, einer Kapsel, die kürzer ist als die Kelchblätter und an sterilen Samen zu erkennen.



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Verbreitung/Vorkommen

Der Langblättrige Sonnentau kommt rund um den Globus in den temperierten Zonen der nördlichen Hemisphäre vor, damit ist er eine der weltweit am weitesten verbreiteten Sonnentauarten. An einigen Stellen dringt die Art weiter nach Süden vor, so in Südeuropa, Japan, Kalifornien und sogar auf der hawaiischen Insel Kauai (die dortigen Vorkommen sind kleiner im Habitus und bilden keine Hibernakel).

Weltweit sind Standorte auf bis zu 2000 m über NN bekannt, in Deutschland wurde als einer der höchsten Fundorte ein subalpiner Standort im Südschwarzwald im Feldseemoor auf 1100 m über NN notiert, dort beginnen die Winterfröste bereits im Oktober und enden erst im Mai.

Er ist neben dem Rundblättrigen Sonnentau (D. rotundifolia) und dem Mittleren Sonnentau (D. intermedia) der einzige mitteleuropäische Vertreter seiner Gattung.

In Deutschland ist der Langblättrige Sonnentau insbesondere in kalkhaltigen Quellmooren im Alpenvorland zu finden. Viele Fundorte existierten einst auch in Nordwestdeutschland, dort hat die Art in den letzten Jahren jedoch einen sehr starken Rückgang erfahren und ist nun vom Aussterben bedroht. D. anglica ist in Deutschland die seltenste der heimischen Drosera-Arten und daher besonders schützenswert.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Die Sekrete der Drosera-Arten sind schleimlösend. Noch heute wird in der Homöopathie/Anthroposophie Sonnentau gegen Husten verwendet, allerdings ist die Verwendung des Rundblättrigen Sonnentaus wegen seines Status als geschützte Art zugunsten importiertem Drosera madagascariensis und Sonnentauarten aus Zuchten zurückgegangen.


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Langblättriger Sonnentau - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten; Licht;
Boden Beschaffenheit: torfiger Boden / Torfboden;
Boden PH-Wert: mild;
Boden Feuchte: nass;
Boden Nährstoffgehalt: mäßig basenreich; mäßig nährstoffreich;

Sonstiges

Da außer dem Langblättrigen Sonnentau mit seiner Chromosomenzahl von 2n=40 alle nordamerikanischen Sonnentauarten eine Chromosomenzahl von 2n=20 haben, schlug C.E. Wood 1955 vor, dass der Langblättrige Sonnentau auf einen amphidiploiden Hybriden aus dem Rundblättrigen Sonnentau und Drosera linearis zurückgeht, molekulargenetische Untersuchungen (Rivadavia et al., 2003) stützen diese These, ebenso wie die gelegentlich auftretenden (unfruchtbaren) Naturhybriden aus beiden Arten in ihrer morphologischen Ähnlichkeit zum Langblättrigen Sonnentau.

Literatur




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Bildquellenverzeichnis



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