Silberwurz - Dryas octopetala

Familie: Rosaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: immergrün Strauch Alpenpflanze Pionierpflanze

<b>Silberwurz - <i>Dryas octopetala</i></b>
Silberwurz - Dryas octopetala
Bildquelle: Wikipedia User Bilou; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Dryas: gr. Mythologie: Dryaden = Baumnymphen (Wortstamm drys = Ei­che, wg. der Blattform); "Silberwurz"
octopetalus: achtblättrig (Kronblätter)

andere Namen: Weiße Silberwurz, Alpengamänderlin, Berggamanderlin, weißer Gathau (Pinzgau bei Fusch), Hirtzwurz, Kateinl (Pinzgau)

Die Silberwurz ist ein Wahrzeichen der Alpen und wohl der markanteste Typus eines Spalierstrauches.

Die Pflanze ist oft ausgezeichnet fossil erhalten. Die Blüten, Früchtchen und Pollen haben in eiszeitlichen Tonablagerungen zigtausend Jahre überstanden. Die Pflanzenart war mit Ausklingen der Eiszeit über ganz Deutschland verbreitet (Nachweis über Pollenanalysen). Nach dieser Pflanzenart wurde diese Zeit Dryas-Zeit (Silberwurzzeit) genannt.

Diese Pflanzenart steht gebietsweise unter gesetzlichem Schutz. Die Silberwurz ist die Symbolpflanze der schwedischen Provinz Lappland und seit 2004 Nationalblume Islands.


Silberwurz - Dryas octopetala; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Carl Axel Magnus Lindman Bilder ur Nordens Flora 1901-1905">Carl Axel Magnus Lindman Bilder ur Nordens Flora 1901-1905</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Silberwurz - Dryas octopetala; Bildquelle: © <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Dr. med. Frank Meyer, Nürnberg, <a target=_blank href=http://www.fb.com/magischen11>www.fb.com/magischen11</a>">Dr. med. Frank Meyer, Nürnberg, <a target=_blank href=http://www.fb.com/magischen11>www.fb.com/magischen11</a></a> - <b>All rights reserved</b>Silberwurz - Dryas octopetala; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Salicyna">Wikipedia User Salicyna</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0)">CC BY 4.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dryas_octopetala_2016-05-31_2119.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dryas_octopetala_2016-05-31_2119.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dryas_octopetala_2016-05-31_2119.jpg</a>Silberwurz - Dryas octopetala; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Rotatebot">Wikipedia User Rotatebot</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 Unported (CC BY-SA 2.0)">CC BY 2.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dryas_octopetala02.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dryas_octopetala02.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dryas_octopetala02.jpg</a>

Die Weiße Silberwurz (Dryas octopetala) gehört zur Gattung Dryas in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Silberwurz ist eine arkto-alpine Art der Nordhalbkugel, die zirkumpolar verbreitet ist. Nachdem in Torfablagerungen in Schweden und Dänemark in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts makrofossile Überreste der Weißen Silberwurz außerhalb der rezenten Verbreitung auftauchten, bildeten diese sogenannten "Dryas-Torfe" den ersten Nachweis extremer klimatischer Veränderungen, die sich mehrere Jahrtausende nach dem Eisrückzug im letzten glazialen Maximalstand der Weichsel-/Würmeiszeit (LGM) ereignet hatten und der geologischen Epoche der Dryaszeit den Namen gaben. Es war der Beweis einer letzten plötzlichen globalen Klimaverschlechterung unmittelbar vor der holozänen Warmphase. Die Silberwurz ist ein exemplarischer Klima-Indikator arktischer Verhältnisse und glazialer Perioden. Wo sie rezent in den mittleren Breiten auftritt, ist sie in jedem Fall auch ein Glazialrelikt. Sie ist eines der Wahrzeichen der arkto-alpinen Flora der Hochgebirge Europas und der Alpen und ökologisch auch der wohl markanteste Typus eines Spalierstrauches.

Der immergrüne Spalierstrauch erreicht Wuchshöhen zwischen fünf und 15 Zentimeter und kann bis zu 100 Jahre alt werden. Er besitzt niederliegende, verholzte Triebe, die große Flächen überziehen können. Die kriechenden Äste und Zweige können hierbei eine Länge von bis zu einem Meter erreichen.

Die kurz gestielten Laubblätter haben einen gekerbten umgerollten Rand und die Oberseite ist kahl, die Unterseite jedoch durch eine feine, weißfilzige Behaarung glänzend, wovon sich auch der Name ableitet. Diese Behaarung dient als Transpirationsschutz für die nach innen verlagerten Spaltöffnungen. Die Blätter sind wechselständig angeordnet, jedoch rosettig gehäuft. Sie werden bis zu drei Zentimeter lang und um einen Zentimeter breit. Die Nebenblätter sind weit mit dem Blattstiel verwachsen.

Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten haben einen Durchmesser von 2 bis 4 Zentimetern und wachsen einzeln aus den Blattachseln. Die acht reinweißen oder cremeweißen Kronblätter sind außen braunfilzig. Die Blütezeit dauert etwa von Juni bis August.

Der Griffel ist bei der Reife der Früchte verlängert und dient mit seinen behaarten Fortsätzen zur Windverbreitung der Früchte. Die Fruchtreife tritt ab Juli ein.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18 oder 36.


Als Standort werden Zwergstrauchheiden der arktischen Tundren, Moränenschutt, Felsflure, Matten und Kalkschuttflure oberhalb der Waldgrenze bevorzugt. In den Alpen ist diese Pflanzenart zwischen 1200 und 2500 Meter anzutreffen. In Nordeuropa werden eher saure Böden bevorzugt.


Standort

Als Standort werden Zwergstrauchheiden der arktischen Tundren, Moränenschutt, Felsflure, Matten und Kalkschuttflure oberhalb der Waldgrenze bevorzugt. In den Alpen ist diese Pflanzenart zwischen 1200 und 2500 Meter anzutreffen. In Nordeuropa werden eher saure Böden bevorzugt.

Verbreitung/Vorkommen

Die Art ist arktisch-alpin verbreitet. Das Gebiet umfasst neben den Alpen und anderen Gebirgen Mittel- und Südeuropas die arktische Region, Nordeuropa, Sibirien, Ostasien und Nordamerika. In Nordschweden bildet die Silberwurz zusammen mit Moosen und Flechten die Hauptvegetation der Tundra. Im Süden reicht das Verbreitungsgebiet der Art bis Nordspanien, Mittelitalien und Südbulgarien.

Dryas octopetala und häufiger noch ihre Hybride mit der nordamerikanischen Art Dryas drummondii, Dryas × suendermannii, finden gelegentlich als Zierpflanzen in Steingärten Verwendung.

Während der Jüngeren Dryaszeit (etwa 10.730–9.700 v. Chr.) war die Art überall in Europa verbreitet, was aus den Pollenanalysen aus dieser Zeit hervorgeht. Der Zeitabschnitt am Ende des Pleistozäns wurde nach dieser Pflanze benannt.
Dr. Koll Gemmoextrakt: Schwarzerle – Alnus glutinosaDr. Koll Gemmoextrakt: Betula alba - SilberbirkeDr. Koll Gemmoextrakt: Vitis vinifera - WeinrebeDr. Koll Gemmoextrakt: Fraxinus excelsior - Esche

Silberwurz - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkhaltiger / kalkreicher Boden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden Feuchte: frisch; mäßig trocken; trocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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