Rotbraune Stendelwurz - Epipactis atrorubens

Familie: Knabenkrautgewächse - Orchidaceae

Kategorie: Bienenblume  Alpenpflanze  

Rotbraune Stendelwurz Info

Epipactis: gr. Pflanzenname, ursprünglich evtl. gr. Name für Oro­banche, wohl von gr. epipactoum = fest zu­sam­menschließen (wg. der Form der Petalen); "Sumpf­wurz"

andere Namen: Rotbraune Stendelwurz, Dunkelrote Stendelwurz, Schwarzrote Stendelwurz, Braunroter Sitter, Schwarzroter Sitter, Strandvanille, Vanilleständel

In Mitteleuropa ist die Braunrote Stendelwurz – wie alle Orchideen – seit Jahrzehnten im Rückgang begriffen, gehört jedoch nicht zu den stark bedrohten Orchideenarten. Wie alle einheimischen Orchideenarten steht die Braunrote Stendelwurz unter Naturschutz. Die Standorte der Braunroten Stendelwurz sind in den Dünen fast alle vernichtet worden. Vermutlich kommt sie heute noch auf Rügen und auf Usedom vor. Dass sie früher in den Küstengebieten wohl bekannt war, geht auch aus dem Volksnamen „Strandvanille“ hervor, der sich- außer auf den Standort- auf den Vanilleduft bezieht. Heute ist die Pflanze auch in den Kalk-Mittelgebirgen selten geworden.

Die Braunrote Stendelwurz ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 20 und 80 Zentimetern erreicht. Sie bildet ein kurzes, oft mehrtriebiges Rhizom mit zahlreichen fleischigen Wurzeln.

Die Pflanze blüht von Juni bis August mit aufrechtem, im oberen Teil dicht behaartem, meist purpur überlaufenem Blütenstand. Die zygomorphen Blüten können bisweilen in ihrer Farbe variieren, sind in der Regel aber braunrot oder auberginefarben gefärbt und werden durch Insekten, oft durch Bienen, bestäubt oder sind selbstbestäubend. Sie verströmen besonders bei warmem Wetter intensiven Vanilleduft, weshalb die Pflanze auch als „Strandvanille“ bezeichnet wird. Aus den gebildeten Kapselfrüchten werden die leichten, staubartigen Samen durch Wind verbreitet.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.

Von der Braunroten Stendelwurz sind natürliche Hybriden mit anderen Epipactis-Arten bekannt.


Standort

Man findet die Pflanze in hellen Wäldern, Säumen und an trocken-warmen Standorten, bevorzugt auf basisch bis neutralen, nährstoffarmen, durchlässigen Sand- und Steinböden. Sie gilt aber auch als Pionierart, die gern Brachland, Bahndämme und Halden besiedelt, die sich in einem frühen bis mittleren Sukzessionsstadium mit Gras- und Staudengesellschaften und lichtem Birkenbestand befinden. Die Orchidee besiedelt auch extrem trockene Standorte und kommt selbst auf Sanddünen vor. Die Braunrote Stendelwurz gedeiht am besten auf kalkreichen, aber ausgesprochen stickstoffarmen, trockenen Böden. Sie bevorzugt lichte Gebüsche oder Trockenwälder.

Verbreitung/Vorkommen

Die Vorkommen der Braunroten Stendelwurz sind stets verstreut und reichen im Norden bis an die boreale, im Süden an die meridionale Zone und in Richtung Osten bis Zentralsibirien und zum Kaukasus. In Mitteleuropa fehlt sie im Tiefland mit Ausnahme an den sandigen Küsten. Auch insgesamt ist sie selten, kommt aber an ihren Standorten meist in meist kleineren Trupps oder in sehr lockeren, individuenarmen Beständen vor. Die Braunrote Stendelwurz ist auch in Gebirgslagen anzutreffen, in den südlichen Alpen etwa bis auf Höhenlagen von 2400 Metern. Sie steigt in den Alpen bis in Höhenlagen von etwa 2000 Meter auf. In den Allgäuer Alpen kommt sie im Tiroler Teil zwischen Sabajoch und Nesselwängler Scharte bis zu 1950 m Meereshöhe vor.

Rotbraune Stendelwurz Steckbrief

Blütenfarbe: grün, braun oder unscheinbar; rot, rosa oder purpurn;
Höhe/Länge von 30cm bis 60cm
Blütezeit von Juni bis August
Lebensraum: Wälder, Waldränder, Gebüsche, Lichtungen, Böschungen; wärmeliebend;
Blütenstand: Traube
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: ganzrandig;
Besonderheiten Blatt/Pflanze: Blätter stengelumfassend; parallele Blattnerven ( Kl.:Monocotyledoneae);
Verholzungsgrad: Stängel krautig
Häufigkeit: zerstreut
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Höhenstufen: Ebene / Tiefland (0-450m); Hochlage (1500-3000m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 0m
Höhenstufe max. in den Alpen: 1900m
Lichtbedarf: Halbschatten; Licht;
Nährstoffbedarf: nährstoffarm;
Bodenart: kalkhaltiger / kalkreicher Boden; sandiger Boden / Sandboden; Silikatboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
PH-Wert Boden: mild;
Bodenfeuchte: trocken;

Rotbraune Stendelwurz Garten / Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten; Licht;
Boden Beschaffenheit: kalkhaltiger / kalkreicher Boden; sandiger Boden / Sandboden; Silikatboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden PH-Wert: mild;
Boden Feuchte: trocken;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffarm;
Dr. Koll Gemmoextrakt: Fraxinus excelsior - EscheDr. Koll GemmoKomplex Nr. 2Dr. Koll Gemmoextrakt: Wolliger Schneeball – Viburnum LantanaDr. Koll Pflanzenextrakt: Gelber Enzian – Gentiana lutea

Literatur

Bildquellenverzeichnis


Schütze diese Pflanze besonders!

ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Bayern! Kategorie V (Arten der Vorwarnliste)


ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Deutschland! Kategorie V (Arten der Vorwarnliste)





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