Blattloser Widerbart - Epipogium aphyllum

Familie: Orchidaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: mykoheterotrophe Pflanze Alpenpflanze

<b>Blattloser Widerbart - <i>Epipogium aphyllum</i></b>
Blattloser Widerbart - Epipogium aphyllum
Bildquelle: Wikipedia User Hans Stieglitz; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Epipogium: gr. epi = auf, pogon = Bart; "Widerbart"
aphyllus: blattlos

andere Namen: Ohnblatt

Schon seit langem ist die Art ein wichtiges Untersuchungsobjekt der Mykorrhizaforschung:
Am Fichtenspargel allgemein wurden wesentliche Erkenntnisse über das Zusammenleben von Pflanzenwurzeln mit Pilzen gewonnen. Bidartondo (2005) bezeichnete Monotropa als „die Sphinx der Mykorrhiza-Forschung“ („the sphinx of mycorrhizal research“).


Blattloser Widerbart - Epipogium aphyllum; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User BerndH">Wikipedia User BerndH</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Blattloser Widerbart - Epipogium aphyllum; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Orchi">Wikipedia User Orchi</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Der Blattlose Widerbart ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 30 cm erreicht. Er ist ein blattloser und chlorophyllfreier Geophyt mit einem fleischigen Rhizom, das stark verzweigt ist und einer Koralle ähnelt. Diese Pflanzenart ist mit ihrer mykoheterotrophen Ernährungsweise lebenslang auf die Pilzsymbiose angewiesen. Der kahle Stängel ist weiß bis schmutzigrosa gefärbt und hat ein bis drei stängelumfassende Schuppenblätter.

Der wenigblütige, ährige Blütenstand trägt eine bis zehn Blüten. Die zygomorphen Blüten sind nicht resupiniert, das heißt die üblicherweise nach unten zeigende Lippe zeigt hier nach oben. Die gelbweißen bis rötlichen Blütenhüllblätter sind 10 bis 15 mm lang. Die Lippe ist 5 bis 10 mm lang, weiß, und mit rötlichen Papillen überzogen. Der Sporn ist dick und sackförmig.

Ende Juli bis Anfang August, seltener auch schon früher, erscheint der Trieb über der Erde. Die Blütezeit beginnt bald darauf und ist meist sehr kurz. Gelegentlich blüht die Pflanze auch unterirdisch.

Die Samenreife erfolgt innerhalb von wenigen Tagen.

Im Gegensatz zu grünen, autotrophen Pflanzen kann der Blattlose Widerbart die zu seiner Ernährung benötigten Kohlenstoffverbindungen nicht selbst aus anorganischen Stoffen aufbauen (assimilieren). Stattdessen bezieht er sie von Pilzen, die seine Wurzeln mit einem dichten Hyphengeflecht umspinnen (Mykorrhiza): er ist mykoheterotroph. Bei den Pilzen handelt es sich um Ritterlingsarten (Gattung Tricholoma).

Diese indirekte Form des Parasitismus konnte Björkmann bereits 1960 durch Versuche mit radioaktiv markierten Tracern nachweisen. Er prägte dafür die Bezeichnung „Epiparasitismus“. Im englischsprachigen Raum wird auch von einer „tripartite relationship“ oder „tripartite association“ gesprochen. Der Fichtenspargel ist also kein Saprophyt, wie bis in die jüngste Zeit fälschlicherweise immer wieder angegeben wird.


Standort

Als Standort bevorzugt der Widerbart schattige Laub- und Nadelwälder mit hoher Luftfeuchtigkeit, höherer Bodenfeuchte, dicker Humusauflage und Totholz.

Verbreitung/Vorkommen

In Deutschland befinden sich die dichtesten Vorkommen auf der Schwäbischen Alb, dem Alpenvorland und in der Mitte Deutschlands, wo Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen aufeinandertreffen. Außerhalb dieser Gebiete wurden nur wenige größere Vorkommen nachgewiesen. Viele sind seit längerer Zeit unbestätigt oder erloschen.
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Blattloser Widerbart - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Schatten;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; toniger Boden / Tonboden;
Boden PH-Wert: mild; neutral;
Boden Feuchte: frisch;
Boden Nährstoffgehalt: mäßig basenreich; mäßig nährstoffreich;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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