Winterling - Eranthis hyemalis

Familie: Ranunculaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Garten Giftpflanze Pionierpflanze Frühblüher

<b>Winterling - <i>Eranthis hyemalis</i></b>
Winterling - Eranthis hyemalis
Bildquelle: Wikipedia User Ghislain118; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eranthis_hyemalis_3.JPG


hyemalis: winterlich

andere Namen: Ackerwurz, Knobelblumen und Knoble

Zahlreiche im Handel angebotene Winterlinge kommen aus der Türkei. Sie werden dort überwiegend nicht in Kultur gezogen, sondern in Wildbeständen gesammelt. Der Export wurde auf sechs Millionen Knollen pro Jahr beschränkt, um die Wildbestände zu schützen.

Winterling - Eranthis hyemalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany">Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Winterling - Eranthis hyemalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Bartiebert">Wikipedia User Bartiebert</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eranthis_hyemalis-584.JPG" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eranthis_hyemalis-584.JPG">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eranthis_hyemalis-584.JPG</a>Winterling - Eranthis hyemalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Raul654">Wikipedia User Raul654</a>; Bildlizenz: <a href="" target=_blank title=""></a>; Winterling - Eranthis hyemalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Christer T Johansson">Wikipedia User Christer T Johansson</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eranthis_hyemalis-IMG_0547.JPG" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eranthis_hyemalis-IMG_0547.JPG">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eranthis_hyemalis-IMG_0547.JPG</a>Winterling - Eranthis hyemalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Christer T Johansson">Wikipedia User Christer T Johansson</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eranthis_hyemalis-IMG_0548.JPG" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eranthis_hyemalis-IMG_0548.JPG">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eranthis_hyemalis-IMG_0548.JPG</a>Winterling - Eranthis hyemalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Überraschungsbilder">Wikipedia User Überraschungsbilder</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eranthis-hyemalis_028a.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eranthis-hyemalis_028a.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eranthis-hyemalis_028a.jpg</a>Winterling - Eranthis hyemalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Kenraiz">Wikipedia User Kenraiz</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eranthis_hyemalis_capsules_kz.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eranthis_hyemalis_capsules_kz.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eranthis_hyemalis_capsules_kz.jpg</a>

Vegetative Merkmale

Der Winterling wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 20 Zentimetern. Als Speicher- und Überdauerungsorgan dient eine in der Erde liegende kugelförmige Sprossknolle, die aus dem Hypokotyl gebildet wird. Hinsichtlich seiner Lebensform zählt er daher zu den Geophyten. Die grundständigen Laubblätter entspringen einzeln der Knolle, wobei pro Blütenstandsschaft meist nur ein Laubblatt entwickelt wird. Sie sind langgestielt, besitzen eine rundliche Form und sind 3-7-teilig. Sie erscheinen gewöhnlich nach der Blütezeit.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht im Vorfrühling von Februar bis März. Die radiärsymmetrischen und zwittrigen Blüten stehen einzeln am Ende eines relativ dicken, unbehaarten, grün bis rotbraunen Stängels, der am Grund von Niederblättern umgeben ist. Dicht unter jeder Blüte befindet sich eine Hülle aus drei quirlartig sitzenden, geschlitzten Hochblättern, die auch als Involucrum bezeichnet wird. Funktionell entsprechen sie dem nicht vorhandenen Kelch und übernehmen somit dessen Schutzfunktion für die sich entwickelnde Blüte. Das Perigon besteht aus meist sechs, seltener fünf bis acht, gleich gestalteten, glänzend gelben Blütenhüllblättern. Sie sind schmal-eiförmig geformt und meist ganzrandig. Ihre Länge misst 10 bis 15 (22) Millimeter, der Blütendurchmesser beträgt etwa 2,5 Zentimeter. Etwa 17 bis 38 (durchschnittlich 29) Staubblätter sind spiralig auf der verlängerten Blütenachse angeordnet. Sie sind kürzer als die Blütenhüllblätter. Zwischen den Blütenhüllblättern und den Staubblättern befinden sich meist sechs gestielte, tütenförmige und zweilippig ausgestaltete, etwa 6 mm lange Nektarblätter. Die vier bis acht Fruchtblätter sind unverwachsen (chorikarpes Gynözeum). Den kurzen Griffel schließt eine Narbe ab.

Analog zur Anzahl der Fruchtblätter entstehen nach erfolgreicher Befruchtung pro Blüte vier bis acht braune Balgfrüchte, die miteinander verbunden sind und so in einer Sammelbalgfrucht zusammengefasst sind. Der Fruchtstiel ist bis 10 Millimeter lang. Die durch den Griffelrest geschnäbelten Balgfrüchte messen im Reifezustand bis 15 Millimeter. Sie enthalten mehrere braune und etwas kantige, circa 2,5 Millimeter lange Samen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.

Blütenbiologie

Die Blütenbildung tritt erstmals 3 bis 5 Jahre nach der Aussaat ein. Wir haben es mit einem Frühjahrsblüher und einem Schneeblüher zu tun. Untersuchungen zeigten, dass Temperatureinbrüche und Schneefall zu Beginn der Blütezeit sich hemmend auf das Aufblühen neuer Blüten auswirkte, jedoch die Blüten nicht schädigte. Blütenökologisch handelt es sich um homogame „Nektar führende Scheibenblumen“. Die Blüten sind nur bei Sonnenschein geöffnet, abends schließen sie ab 19 Uhr oder früher. Das Öffnen und Schließen der Blüten ist ein temperaturabhängiger Wachstumsprozess; es liegt eine sogenannte Thermonastie vor. Bestäuber sind Fliegen, besonders aber Bienen und Hummeln. Der Nektar ist aber nur letzteren zugänglich, weil dafür mindestens ein 2 mm langer Rüssel erforderlich ist. Der Duft wird von den Nektarblättern und den Staubblättern abgegeben. Auch Selbstbestäubung ist möglich, sie ist aber wenig erfolgreich. Der Winterling liefert als eine der ersten Pflanzenarten im Jahr Nektar und Pollen. Untersuchungen in Polen zeigten, dass etwa 1,23 mg Nektar pro Blüte produziert wird und dieser eine Zuckerkonzentration von ungefähr 72 % aufweist. Steigt die Temperatur an sonnigen Wintertagen auf 10 bis 12 °C, so kann man an den Blüten die ersten Bienenanflüge beobachten.


Standort

Der Winterling gedeiht am besten auf nährstoffreichen, lockeren Lehmböden und eher im Halbschatten als im vollen Licht.

Verbreitung/Vorkommen

Die ursprüngliche Heimat des Winterlings reicht von Südostfrankreich über Italien und Ungarn bis nach Bulgarien und in die Türkei, wo der Winterling vor allem in feuchten Laubwäldern und in Gebüschen und Weinbergen wächst. In West- und Zentraleuropa sowie in Nordamerika ist der Winterling ein eingebürgerter Neophyt.

In Mitteleuropa kommt er örtlich in Weinbergen oder in lichten Gebüschen verwildert vor, beispielsweise in Thüringen bei Jena, mehrfach in Baden-Württemberg und im Schweizer Jura bei Solothurn; an den genannten Orten bildet er mitunter größere Bestände. Sonst ist er gelegentlich unbeständig aus der Kultur ausgebrochen und wächst so in Mitteldeutschland vom Rheinland bis nach Sachsen, wobei dann meist nur in der Nähe von Gartenanlagen wenige Pflanzen zu finden sind.

In Mitteleuropa ist er eine Charakterart der Assoziation Weinbergslauch-Gesellschaft (Geranio-Allietum) im Verband der Erdrauch-Wolfsmilch-Gesellschaften (Fumario-Euphorbion), kommt aber auch in Gesellschaften der Ordnung Prunetalia (Gebüsche und Hecken) vor. In Südosteuropa ist er eine Charakterart der Verbände Auwald (Alno-Ulmion) und Eichen-Hainbuchen-Wälder (Carpinion betuli).

Giftigkeit

Der Winterling ist eine stark giftige Pflanze. Insbesondere die Knollen enthalten Glykoside, die herzwirksam sind. Zu den Vergiftungserscheinungen, die durch Winterlinge ausgelöst werden können, zählen Atemnot, Erbrechen, Übelkeit und unregelmäßiger und verlangsamter Puls, Herzschwäche, Sehstörungen, bei letaler Dosis Herzstillstand im Kollaps.
Protoanemonin wird bei Verletzung der Pflanzen freigesetzt und bei Kontakt mit der Haut oder Schleimhaut kommt es zu Vergiftungserscheinungen wie Rötung, Juckreiz oder gar Blasenbildung auf der Haut (Hahnenfußdermatitis). Bei der inneren Aufnahme beeinflusst es das Nervensystem: Es kommt zu Erbrechen, Durchfall und Schwindelanfällen, aber auch zu Krämpfen und Lähmungserscheinungen.

Es ist wirksam gegenüber Pilzen.

Beim Trocknen der Pflanze wird Protoanemonin in das ungiftige Anemonin übergeführt.

Inhaltsstoffe

Die Hauptwirkstoffe sind Herzglykoside aus der Gruppe der Bufadienolide, Eranthin A und B.
Protoanemonin (auch Anemonol oder Ranunculol) ist ein Lacton der Hydroxy-penta-2,4-diensäure, welches in unterschiedliche Konzentration als Toxin in allen Hahnenfußgewächsen vorkommt.
Magen-Darm-Entoxin® NViscum-Entoxin® NProstata-Entoxin® NBroncho-Entoxin® N

Winterling - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten; Licht;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden;
Boden PH-Wert: mild; neutral;
Boden Feuchte: frisch;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;

Die Verwendung des Winterlings als Zierpflanze im Garten begann in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Aus Kräuterbüchern weiß man, dass er bereits 1588 von Joachim Camerarius in dessen Garten in Nürnberg kultiviert wurde. Camerarius hatte diese Pflanze von einer Italienreise mitgebracht. In den ersten drei Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts wurde der Winterling in den Pflanzenverzeichnissen diverser Gärten aufgeführt. Populär wurde diese Pflanzenart, als gegen Ende des 18. Jahrhunderts großzügig angelegte Landschaftsparks in Mode kamen. Der Winterling eignete sich gut für die Verpflanzung in weitläufigen Wiesen. Diese Zierpflanze verwilderte aus Parkanlagen, in klimatisch begünstigten Gebieten breitete sie sich stark aus.

Sonstiges

Die Verwendung des Winterlings als Zierpflanze im Garten begann in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Aus Kräuterbüchern weiß man, dass er bereits 1588 von Joachim Camerarius in dessen Garten in Nürnberg kultiviert wurde. Camerarius hatte diese Pflanze von einer Italienreise mitgebracht. In den ersten drei Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts wurde der Winterling in den Pflanzenverzeichnissen diverser Gärten aufgeführt. Populär wurde diese Pflanzenart, als gegen Ende des 18. Jahrhunderts großzügig angelegte Landschaftsparks in Mode kamen. Der Winterling eignete sich gut für die Verpflanzung in weitläufigen Wiesen. Diese Zierpflanze verwilderte aus Parkanlagen, in klimatisch begünstigten Gebieten breitete sie sich stark aus.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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