Stumpfkantige Hundsrauke - Erucastrum nasturtiifolium

Familie: Kreuzblütler

Kategorie: Bienenblume  Alpenpflanze  

Stumpfkantige Hundsrauke Info

Erucastrum: aus eruca (s. o.) und gr. aster = ähnlich (Ähn­lich­keit zur Eruca); "Hundsrauke"

Die Stumpfkantige Hundsrauke ist eine überwinternd grüne, ein- oder zweijährige (immer hapaxanthe Pflanze) krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 80 Zentimeter erreicht. Der Stängel ist am Grunde behaart und verzweigt. Die Laubblätter sind fiederteilig, mit jederseits vier bis acht Blattabschnitten.

Die Blütezeit erstreckt sich von April bis August (in Deutschland von Mai bis August). Der schirmtraubige Blütenstand besitzt keine bzw. nur bei den untersten 1 bis 3 Blüten Deckblätter und enthält viele Blüten. Die zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die vier Kelchblätter sind behaart und stehen fast waagrecht ab. Die vier sattgelben Kronblätter sind 8 bis 13 Millimeter lang.

Die Fruchtstiel sind 8 bis 16 Millimeter lang. Die Schoten sind 25 bis 50 Millimeter lang. Der Fruchtschnabel ist 2 bis 8 Millimeter lang und kaum abgesetzt von der übrigen Frucht, die ein bis zwei Samen enthält.

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 8; es gibt (Ploidiegrade) diploide und tretraplodie Bestände, also 2n = 16 und 32.
Ökologie

Bei der Stumpfkantigen Hundsrauke handelt es sich um einen Hemikryptophyten oder Therophyten und Halbrosettenpflanze.

Blütenökologische handelt es sich um Scheibenblüten mit offenen Nektar. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, vor allem durch


Standort

Die Stumpfkantige Hundsrauke besiedelt sandige oder kiesige Uferstreifen an Seen und Flüssen. Sie braucht in Mitteleuropa feuchte, nasse, steinige, nährstoffreiche Böden. Sie ist eine Charakterart des Verbands Epilobion fleischeri.
Die Zeigerwerte nach Ellenberg sind: Lichtzahl L8 = Halblicht- bis Volllichtpflanze, Temperaturzahl T6 = Mäßigwärme- bis Wärmezeiger, Kontinentalitätszahl K2 = ozeanisch Seeklima zeigend, Feuchtezahl/Feuchtewechsel F6u = Frische- bis Feuchtezeiger sowie Überschwemmungszeiger, Reaktionszahl R8 =Schwachbasen- bis Basenzeiger/Kalkzeiger, Stickstoffzahl N3 = auf stickstoffarmen Standorte häufiger, Salzzahl S0 = nicht salzertragend, Schwermetallresistenz = nicht schwermetallresistent.

Verbreitung/Vorkommen

Die Stumpfkantige Hundsrauke ist ursprünglich wohl ein südwesteuropäisches Florenelement. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Unterart Erucastrum nasturtiifolium subsp. nasturtiifolium erstreckt sich nach Norden bis England, ins nördliche Frankreich und Süddeutschland, nach Osten südlich der Alpen, Italien bis nach Slowenien und Ungarn. Sie kommt wohl nicht ursprünglich in Österreich und der ehemaligen Tschechoslowakei, im ehemaligen Jugoslawien, Polen, Rumänien, Ukraine sowie europäischen Teil Russlands vor. In Mitteleuropa findet man sie sehr selten am Oberrhein, am Bodensee, am Neuenburger- und am Genfer See, am Alpensüdfuß und im Wiener Becken; vereinzelt tritt sie auf in Franken und im Alpenvorland.
Die Stumpfkantige Hundsrauke kommt in Deutschland ziemlich selten in der südlichen Oberrheinebene sowie am Bodensee vor; Einzelfunde gibt es im zentralen Baden-Württemberg, Allgäu, in der nördlichen Fränkischen Alb sowie in der Pfalz. In den Allgäuer Alpen steigt sie am Hirschberg in Vorarlberg bis zu 1400 m Meereshöhe auf. Es gab Funde im nördlichen Thüringen, in Sachsen-Anhalt sowie in Nordrhein-Westfalen. Sie gilt für Deutschland und Baden-Württemberg, sie ist in Bayern stark gefährdet und in Hamburg unbeständig.

Stumpfkantige Hundsrauke Steckbrief

Blütenfarbe: gelb;
Höhe/Länge von 40cm bis 80cm
Blütezeit von Mai bis August
Lebensraum: gestörte Standorte: Schutt- und Kiesplätze, Wege, Straßenränder, Unkrautfluren, Stadt, Pflasterritzen, u.a.; Gewässer, Feuchtgebiete; Mauern, Felsen, Felsspalten; Ufer, Dämme;
Blütenstand: Traube
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: geteilt
Blattrand: ganzrandig; gesägt;
Trockenfrüchte: Schote
Häufigkeit: selten
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude); zweijährig;
Höhenstufen: Ebene / Tiefland (0-450m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 0m
Höhenstufe max. in den Alpen: 1400m
Nährstoffbedarf: basenreich; nährstoffreich;
Bodenart: +/- humoser Boden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Bodenfeuchte: frisch;

Stumpfkantige Hundsrauke Systematik

Abteilung:
Spermatophyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospermae - Bedecktsamer
Klasse:
Dicotyledoneae (Magnoliopsida) - Zweikeimblättrige
Unterklasse:
Dilleníidae - Dillenienähnliche
Ordnungsgruppe:
Cistiflorae - Cistusblütige
Ordnung:
Capparales - Kapernstrauchartige (Cruciales)
Familie:
Brassicaceae
Gattung:
Erucastrum
Art:
nasturtiifolium

Stumpfkantige Hundsrauke Garten / Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden Feuchte: frisch;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;
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Literatur

Bildquellenverzeichnis


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ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Bayern! Kategorie 2 (stark gefährdet)


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