Breitblättriges Pfaffenhütchen - Euonymus latifolia

Familie: Spindelstrauchgewächse

Kategorie: Garten  Giftpflanze  Strauch  Alpenpflanze  verwildernde Zierpflanze  

Breitblättriges Pfaffenhütchen Info

Euonymus: gr. Pflanzenname von gr. eu = gut, onoma = Name (ist hier um­gekehrt zu verstehen wg. der Giftigkeit); "Pfaf­fenhütchen"
latifolius: breitblättrig

Erscheinungsbild und Blatt

Das Breitblättrige Pfaffenhütchen wächst als sommergrüner Strauch, seltener ein kleiner Baum und erreicht Wuchshöhen von 1 bis 5 Metern. Die stielrunden oder etwas abgeflachten Zweige besitzen keine Korkleisten.

Die gegenständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der gefurchte Blattstiel ist 4 bis 6 Millimeter lang. Die Blattspreite ist bei einer Länge von 5 bis 14 Zentimetern meist elliptisch mit breit keilförmigem bis abgerundetem Spreitengrund und sehr fein gesägten Blattrand. Die Blätter sind im Herbst oft rötlich überlaufen. Die Winterknospen sind bis zu 1,5 Zentimeter lang.
Blütenstand und Blüte

Die Blütezeit liegt zwischen Mai und Juni. In einem seitenständigen, gestielten, 4 bis 6 Zentimeter langen, zymösen Blütenstand stehen 6 bis 15 Blüten zusammen. Die zwittrigen Blüten sind selten vier- meist fünfzählig. Die Blüten sind fünfzählig und sind bei einem Durchmesser von etwa 1 Zentimeter radiärsymmetrisch. Die vier oder meist fünf Kronblätter sind etwa 2,5 Zentimeter lang, grünlich mit einem roten Rand.
Frucht und Samen

Der Fruchtstand ist hängend. Die bei Reife rosafarbene bis karminrote Kapselfrucht ist bei einem Durchmesser von etwa 2 Zentimetern selten vier-, meist fünfkantig und (schmal) geflügelt. Der Arillus ist orangerot. Die Samen sind weiß.
Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 64.


Standort

Das Breitblättrige Pfaffenhütchen gedeiht am besten auf nährstoff- und kalkreichen, lockeren, etwas mullhaltigen Lehmböden, der nicht zu trocken sein darf. Es besiedelt Bergwälder und Waldsäume, in niederschlagsreichen winterkühlen, aber sommermilden Gegenden. Es hat in Mitteleuropa seinen Schwerpunkt im Aceri-Tilietum (Tilio-Acerion-Verband).

Verbreitung/Vorkommen

In Mitteleuropa kommt das Breitblättrige Pfaffenhütchen im südlichen Schweizer Jura, in den nördlichen Kalkalpen mit ihrem Vorland (vor allem in Föhngebieten) und in den südlichen Kalkalpen selten, aber örtlich in lockeren Beständen vor; in den Zentralalpen ist es sehr selten.

Giftigkeit

Die Pflanzenteile enthalten herzwirksame, giftige Glykoside und Alkaloide. Der Verzehr von Samen führt zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Dabei kann es zu einer starken Reizung des Magen-Darm-Traktes kommen. Die Glykoside wirken außerdem auf die Herzmuskulatur. Auch Nierenschädigungen, Kreislaufkollaps, Benommenheit und Leberschwellungen gehören zu den Symptomen, die bei dem Verzehr der Früchte auftreten. Vergiftungen treten vor allem bei Kindern auf, die sich von den attraktiv aussehenden Früchten verführen lassen. Dabei kann es zu Leber- und Nierenschäden, je nach Schweregrad auch zum Tod kommen. In der Literatur finden sich unterschiedliche Angaben darüber, welche Dosis bereits tödlich wirkt. Alle Krankheitszeichen können noch 18 Stunden nach dem Verzehr der giftigen Pflanzenteile auftreten. Zu den Erste-Hilfe-Maßnahmen gehören das Auslösen von Erbrechen sowie die Verabreichung von Aktivkohle. Weitere Maßnahmen sind Magenspülungen, die Verabreichung von Mucilaginosa, um die Reizung des Magen-Darm-Traktes zu mindern, und Gabe von Barbituraten und Benzodiazepinen, um den Krämpfen entgegenzuwirken.

Inhaltsstoffe

Alle Pflanzenteile des breitblätterigen Spindelstrauches sind giftig. Vor allem in den Samen befinden sich herzwirksame Steroidglykoside (Cardenolide)z.B. Evonin. Außerdem die giftigen Triterpenglykoside: Evonosid, Evobiosid, Evomonosid, das Glycerintriacetat Triacetin, Koffein und Theobromin. Die Rinde enthält Bitterstoffe, Gerbstoffe und Phlobaphene.

Breitblättriges Pfaffenhütchen Steckbrief

Blütenfarbe: rot, rosa oder purpurn;
Höhe/Länge von 80cm bis 1,5m
Blütezeit von April bis Juni
Lebensraum: Ebene; Gärten und Parks; Gebirge; Mittelgebirge; Wälder, Waldränder, Gebüsche, Lichtungen, Böschungen; wärmeliebend;
Blütenstand: Rispe
Blattstellung: mittlere Stängelblätter gegenständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: gesägt;
Fleischige Früchte: Beeren
Fruchtfarbe: orange; rot;
Häufigkeit: selten
Lebensdauer: Holzgewächs;
Höhenstufen: Ebene / Tiefland (0-450m); Mittellage (450-1500m);
Höhenstufe min: 0m
Höhenstufe max. in den Alpen: 1000m
Lichtbedarf: Halbschatten; Schatten;
Nährstoffbedarf: nährstoffreich;
Bodenart: kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; Mullboden;
Bodenfeuchte: frisch;

Breitblättriges Pfaffenhütchen Systematik

Abteilung:
Spermatophyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospermae - Bedecktsamer
Klasse:
Dicotyledoneae (Magnoliopsida) - Zweikeimblättrige
Unterklasse:
Rosidae - Rosenähnliche
Ordnungsgruppe:
Disciflorae - Diskusblütige
Ordnung:
Celastrales - Baumwürgerartige
Familie:
Celastraceae
Gattung:
Euonymus
Art:
latifolia

Breitblättriges Pfaffenhütchen Garten / Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten; Schatten;
Boden Beschaffenheit: kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; Mullboden;
Boden Feuchte: frisch;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;

Das Breitblättrige Pfaffenhütchen wird in den gemäßigten Breiten als Zierpflanze in Parks und Gärten verwendet.

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Literatur

Bildquellenverzeichnis


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