Zypressen-Wolfsmilch - Euphorbia cyparissias

Familie: Euphorbiaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Giftpflanze Alpenpflanze

<b>Zypressen-Wolfsmilch - <i>Euphorbia cyparissias</i></b>
Zypressen-Wolfsmilch - Euphorbia cyparissias
Bildquelle: Wikipedia User Svdmolen; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Euphorbia: nach Euphorbos, dem Arzt des Königs Juba II. von Mau­retanien (1. Jh. v. Chr.); "Wolfsmilch"
cyparissias: zypressenförmig

Die Zypressen-Wolfsmilch wird oft als Zwischenwirt vom Erbsenrost (Uromyces pisi) befallen, der die Laubblattunterseite mit orangefarbenen Pusteln (= Äcidien) bedeckt. Die befallenen Pflanzen ändern ihr Aussehen stark; die Stängel sind schwach und unverzweigt, die Laubblätter eiförmig und etwa 1 cm lang, die Pflanze wird am Blühen gehindert. Der Stoffwechsel wird so umgestaltet, dass die Pflanze auf den Blattunterseiten Nektar und einen fruchtigen Duftstoff ausscheidet, welche als Lockstoffe für die Verbreitung des Pilzes dienen.

Zypressen-Wolfsmilch - Euphorbia cyparissias; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Svdmolen">Wikipedia User Svdmolen</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Die Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias) ist eine Pflanzenart, die zur gleichnamigen Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) gehört.

Die bläulichgrüne, mehrjährige, krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 15 und 50 cm und hat dicht beblätterte Stängel. Es gibt an den Pflanzen meist zwei unterschiedlich aussehende Formen von Trieben. Die nichtblühenden Triebe sind tannenwedelartig zypressenähnlich aussehend, woher sich der Name ableitet. Die Blätter sind schmal linealisch, dünn, 1-3 cm lang und nur 2-3 mm breit.

Die Hauptdolde (Scheindolde) ist vielstrahlig; Hochblätter der oberen Verzweigung sind nicht verwachsen, gelb und zuletzt rot. Die Nektardrüsen sind halbmondförmig, zweihörnig, wachsgelb. Die Kapselfrucht ist feinwarzig.

Die Blütezeit liegt zwischen Mai und September.

Die Art hat die Chromosomenzahl 2n = 20 oder 40.

Ökologie

Die Zypressen-Wolfsmilch ist eine sommer- selten wintergrüne Schaftpflanze und ein Wurzelknospen-Geophyt sowie ein Wurzelkriechpionier. Bei Verletzungen der Pflanze wird aus ungegliederten Milchsaftschläuchen sofort ein weißer Milchsaft ausgeschieden. Dieser enthält bis zu 15 % Harz, Kautschuk, Fette, Eiweiß, Stärke und andere Stoffe. Er dient dem Wundverschluss und Fraßschutz.

Die Blüten sind streng vorweibliche „Nektar führende Scheibenblumen“. Die Nektarien sind kleine, goldgelbe Drüsen, die den nach Honig duftenden Nektar absondern. Die Blüten werden häufig von Insekten besonders von Bienen besucht. Für den Wolfsmilchschwärmer ist diese Pflanze eine wichtige Nahrungsquelle. Er gilt in ganz Deutschland als gefährdet, weil die Zypressen-Wolfsmilch immer weniger Standorte findet.

Die 3-teiligen Spaltfrüchte zerfallen in 3 „Kokken“, die sich durch einen Stoßmechanismus explosionsartig öffnen und die Samen fortschleudern (Selbstausbreitung). Zusätzlich besitzen die Samen auch einen Ölkörper, der die Ausbreitung durch Ameisen begünstigt. Ameisenhaufen sind deshalb oft dicht mit der Zypressen-Wolfsmilch bewachsen.


Standort

Vorzugsweise wächst sie auf Kalk, Magerrasen, Trockenrasen, Schafweiden, trockenen Abhängen und Felsen. Diese Pflanzenart ist bis in Höhenlagen von 2300 Meter anzutreffen.

Verbreitung/Vorkommen

Die Zypressen-Wolfsmilch ist in ganz Europa bis in die alpinen Höhenstufen (bis 2300 Meter) verbreitet; teilweise ist sie auch nach Asien vorgedrungen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist sie häufig anzutreffen.

Vorzugsweise wächst sie auf Kalk, Magerrasen, Schafweiden, trockenen Abhängen und Felsen. Sie ist eine schwache Festuco-Brometea-Klassencharakterart. In den Allgäuer Alpen steigt sie am Südfuß der Rothornspitze in Tirol bis zu 2130 m Meereshöhe auf.

Giftigkeit

Alle Pflanzenteile sind durch den Milchsaft stark giftig. Die Hauptwirkstoffe sind Diterpenester vom Ingenan-Typ, so genannte Cyparissiasfaktoren. Sie wirken stark irritierend auf die Haut und tumorpromovierend.

Die Pflanzen werden vom Weidevieh wegen ihres scharfen Geruchs und Geschmacks zwar weitgehend gemieden, da sich die Giftwirkung durch Trocknen aber nicht verliert, sind Vergiftungen durch Heu trotzdem möglich.

Bei Hautkontakt können sich schmerzhafte Blasen bilden. Der klebrige Milchsaft sollte auf keinen Fall mit dem Auge in Berührung kommen! Er ist daraus nur schwer zu entfernen und es drohen gefährliche Bindehaut- und Hornhautentzündungen.

Inhaltsstoffe

Wie alle Euphorbien besitzt sie einen giftigen Milchsaft. Neben den in der Familie weit verbreiteten Ingenolestern besitzt sie auch Jatrophan-Derivate vom Typ des Esulon A.
Desweiteren enthält er bis zu 15 % Harz, Kautschuk, Fette, Eiweiß, Stärke und andere Stoffe. Er dient dem Wundverschluss und Fraßschutz.

Verwendung in Homöopathie/Anthroposophie

In der Homöopathie wird die Zypressen-Wolfsmilch unter der Bezeichnung „Tithymalus cyparissias“ verwendet.
Gemmoextrakt: Vaccinium vitis idaea - PreiselbeereDr. Koll GemmoKomplex Nr. X - RachensprayDr. Koll Pflanzenextrakt: Darm aktiv - Dr. KollDr. Koll GemmoKomplex Nr. 1

Zypressen-Wolfsmilch - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkarmer / kalkfreier Boden; kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; Lößboden;
Boden PH-Wert: mild; neutral;
Boden Feuchte: mäßig trocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffarm;

Sonstiges

Oft wird die Zypressen-Wolfsmilch vom Erbsenrost (Uromyces pisi) befallen, der die Laubblattunterseite mit orangefarbenen Pusteln (= Äzidien) bedeckt. Die befallenen Pflanzen ändern ihr Aussehen stark; die Stängel sind schwach und unverzweigt, die Laubblätter eiförmig und etwa 1 cm lang, die Pflanze wird am Blühen gehindert. Der Stoffwechsel wird so umgestaltet, dass die Pflanze auf den Blattunterseiten Nektar und einen fruchtigen Duftstoff ausscheidet, welche als Lockstoffe für die Verbreitung des Pilzes dienen.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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