Bei der Warzen-Wolfsmilch handelt es sich um eine sommergrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die in der Regel Wuchshöhen zwischen 30 und 50 cm erreicht. Dieser Hemikryptophyt besitzt ein senkrechtes und vielköpfiges Rhizom. Der Stängel wächst aufrecht und ist im unteren Teil oft rötlich oder purpurfarben überlaufen. Die zahlreichen etwa 2 bis 4 cm langen und 0,7 bis 1,3 cm breiten Stängelblätter sind länglich-eiförmig und ganzrandig oder kleingesägt. Sie sind praktisch ungestielt. Entweder sind sie von Anfang an kahl oder verkahlen aber nach der Blüte.
Die Strahlen der fünfstrahligen Trugdolde sind zuerst dreifach und danach gabelig verzweigt. Die Hüllchenblätter sind breit elliptisch und mehr oder weniger stumpf. Am Grund sind sie verschmälert und kurz gestielt. Die Drüsen sind oval und gelblich bis gelbbräunlich gefärbt. Die Kapselfrucht besitzt eine Länge von 3 bis 4 mm und ist dicht mit halbkugeligen bis walzenförmigen Warzen besetzt.
Die Blütezeit dieser Art erstreckt sich vorwiegend über die Monate Mai und Juni. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten. Die Samen werden durch Selbstausbreitung und durch Ameisen verteilt.
Alle Pflanzenteile sind durch den Milchsaft stark giftig. Die Hauptwirkstoffe sind Diterpenester vom Ingenol-Typ, so genannte Cyparissiasfaktoren. Sie wirken stark irritierend auf die Haut und tumorpromovierend.
Bei Hautkontakt können sich schmerzhafte Blasen bilden. Der klebrige Milchsaft sollte auf keinen Fall mit dem Auge in Berührung kommen! Er ist daraus nur schwer zu entfernen und es drohen gefährliche Bindehaut- und Hornhautentzündungen.
| Giftige Pflanzenteile | ganze Pflanze |
| Giftigstes Pflanzenteil | Saft / Milchsaft |
| Giftstoffe | Triterpene |
Symptome bei Hautkontakt
Augenreizung, Blasenbildung, Hautreizung, Rötung, Schleimhautreizung, Brennen im Mund, Brennen auf der Haut
Sofortmaßnahmen
Haut-Schleimhautkontakt: Haut mit Wasser spülen, Augenkontakt: Augen mit Spritzflasche ausspülen, Haut-Schleimhautkontakt: Blasen steril abdecken
Verbreitung & Vorkommen
Die Warzen-Wolfsmilch wächst auf Halbtrockenrasen. Sie bevorzugt mäßig trockene und kalkreiche Böden.
Die Art kommt von Nordspanien bis Mittelfrankreich vor. Ferner erstreckt sich das Verbreitungsgebiet vom südlichen Mitteleuropa bis zum Balkan.
In Deutschland kommt diese Art sehr zerstreut im südwestlichen und südlichen Gebiet vor. In Baden-Württemberg ist sie vor allem im Jura zu finden. In Österreich und der Schweiz kann man die Warzen-Wolfsmilch zerstreut an collinen bis submontanen Standorten antreffen.
Inhaltsstoffe
Wie alle Euphorbien besitzt sie einen giftigen Milchsaft. Wie alle Euphorbien besitzt die Pflanze einen giftigen Milchsaft. In der Familie sind Ingenol und Ingenolester verbreitet.
Desweiteren enthält der Milchsaft Harz, Kautschuk, Fette, Eiweiß, Stärke und andere Stoffe. Er dient dem Wundverschluss und Fraßschutz.
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