Echtes Mädesüß - Filipendula ulmaria

Familie: Rosáceae - Rosengewächse
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Gewürzpflanze Duftpflanze Teepflanze Wildgemüse Bienenblume Staude Hummelblume Alpenpflanze

<b>Echtes Mädesüß - <i>Filipendula ulmaria</i></b>
Echtes Mädesüß - Filipendula ulmaria
Bildquelle: Wikipedia User Bilou; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Filipendula: lat. filum = Faden, pendulus = hängend (die Wur­zel­knol­len hän­gen an fei­nen Wurzeln); "Mädesüß"
ulmaria: ulmenartig (Blätter)

andere Namen: Bacholde, Federbusch, Spierstrauch, Wiesengeißbart, Johanniswedel, Wiesenkönigin, Wiesenspierstaude, Wilder Hirsch, Wurmkraut, Ziegenbart, Sunnawendfäden

Medizingeschichtlich ist Mädesüß interessant, da lange Zeit aus ihren Blütenknospen reine Salicylsäure gewonnen wurde, ein endzündungshemmender Wirkstoff, der in etwas abgewandelter Form als synthetisch hergestellte Acetylsalicylsäure bis heute verkauft wird, etwa unter dem Markennamen Aspirin®. Das Echte Mädesüß, das man damals botanisch noch den Spiersträuchern (Spiraea) zuordnete, hat zur Entwicklung dieses Markennamens beigetragen. Während das "A" für Acetyl steht, ist "spirin" aus dem Namen Spiraea abgeleitet.

Echtes Mädesüß - Filipendula ulmaria; Bildquelle: © <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Bönisch 2011">Bönisch 2011</a> - <b>All rights reserved</b>Echtes Mädesüß - Filipendula ulmaria; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Carl Axel Magnus Lindman Bilder ur Nordens Flora 1901-1905">Carl Axel Magnus Lindman Bilder ur Nordens Flora 1901-1905</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>;

Das Echte Mädesüß (Filipendula ulmaria) ist eine in fast ganz Europa heimische mehrjährige krautige Pflanze, die zu der Familie der Rosengewächse gehört. Es ist eine 50cm bis 1,5m große ausdauernde Pflanze; Stengel kantig, behaart, rötlich überlaufen und beblättert, oben meist verzweigt; Blätter groß, oberseits dunkelgrün, unterseits hellgrün oder weißfilzig, unterbrochen gefiedert, mit 2-5 Paaren großer, eiförmiger, doppelt gesägter Fiedern; Blüten sind in vielstrahligen Trugdolden angeordnet, klein, gelblich-weiß und stark duftend, 5-6 Kelchblätter der einzelnen Blüte selten länger als 1mm, gelblichweiße Kronblätter bis zu 5mm lang, 6-10 Fruchtblätter umgeben von zahlreichen Staubbeuteln, mit weißem Faden, sowie gelben Staubblättern; Früchte sind sichelförmig gekrümmte Nüsschen und stehen zu 6-8 zusammen, reif sind sie braun gefärbt.



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Verbreitung/Vorkommen

Man findet sie auf nährstoffreichen Feucht- und Nasswiesen, an Gräben und Bachufern sowie in Erlen-Eschenwäldern. An selten gemähten und nährstoffreichen Gewässerrändern ist das Echte Mädesüß eine Leitstaude der Mädesüß-Hochstaudenfluren (Filipendulion).

Verwendung in der Küche

Die Sprossspitzen schmecken leicht süßlich. Mädesüß soll dem Sodbrennen entgegenwirken.Es wird deshalb gelegentlich ein Mädesüß-Sorbet als Zwischengang gereicht.Junge Blätter können als Wildgemüse verwendet.

Inhaltsstoffe

Salicylsäureverbindungen, ätherisches Öl, Flavonoide, Mineralsalze, Gerbsäuren, Zitronensäre und Schleim, sowie ein schwach giftiges Glykosid.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Mädesüß ist eine alte Heilpflanze. Sie wird bereits von Theophrast erwähnt. "...die Blüten in Wein gekocht und getrunken, befreit die Pflanze von Anfällen des Viertagefiebers", schrieb John Gerard über diese Pflanze im Jahre 1597. Lonicerus und Hieronymus Bock bezeichneten die Wurzeln des Mädesüß als gallereinigend und nützlich bei der Roten Ruhr. Das Kraut sollte, äußerlich angewandt, Geschwüre zerteilen und Pfeile und Dornen ausziehen. Auch heute wird noch in vielen pflanzenheilkundlichen Büchern Mädesüß (Spiraeae flos, Flores Spiraeae, syn. Flores Reginae prati, Flores Spiraeae ulmariae, Flos Ulmariae, Ulmariae flores) als mildes, sanftes Schmerz- und Fiebermittel empfohlen, da Mädesüß Salicylsäure enthält. Die Blüten und die jungen Blätter des Mädesüß werden zu Tee verarbeitet, dem eine gute harntreibende, entzündungshemmende sowie antirheumatische Wirkung nachgesagt wird. Da die in der Pflanze enthaltenen Stoffe jedoch wie bei vielen anderen pflanzlichen Mitteln abhängig von Standortbedingungen in ihrer Dosis stark schwanken, wird in der Regel empfohlen, sich die Pflanzenbestandteile in der Apotheke zu besorgen. Mädesüß soll die übermäßige Produktion von Magensäure eindämmen und so Sodbrennen entgegenwirken. Durch den Gehalt an Salicylsäure wirkt die Pflanze blutverdünnend und stärkt damit die Herzfunktion. Salicylsäure wird in dieser Hinsicht in höheren Dosen zur Schlaganfalprhylaxe eingesetzt. Außerdem wirkt Mädesüß entzündungshemmend und beschleunigt die Harnausscheidung. Sie soll auch bei Gelenkschmerzen helfen.


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Echtes Mädesüß - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden;
Boden PH-Wert: neutral; sauer;
Boden Feuchte: frisch; nass;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;

Sonstiges

Namensgebung: Die Fieder der Laubblätter erinnern an die Blätter der Ulmen, worauf auch der wissenschaftliche Name ulmaria hindeutet. Der Namen Mädesüß soll einmal von Met abgeleitet sein, den man angeblich damit aromatisierte. Mädesüß ist allerdings auch eine "Mahdsüße", denn nach dem Absensen verströmen die verwelkenden Blätter und Stengel einen süßen Geruch. "Mede" ist zugleich ein altertümlicher Begriff für Grasland, auf dem das Mädesüß wächst. Letztere Ableitung scheint am wahrscheinlichsten. Dafür spricht auch der engl. Name Meadowsweet (Meadow=Wiese). Von Auf jeden Fall ist der Name nicht von einem "Süßen Mädel" hergeleitet.

Literatur




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