Der Deutsche Ginster ist ein mehrjähriger (Halb-)Strauch mit einer Wuchshöhe von 20 bis 60 cm. Die Stängel sind aufrecht bis aufsteigend. Junge Zweige sind grün, dicht behaart und dornenlos. Ältere Zweige sind braun, kahl und tragen bis zu 2,5 cm lange, grüne Dornen, die im unteren Stängelbereich verzweigt sind. Die Triebe enthalten Gerbstoffe und, ähnlich wie der Färber-Ginster, einen gelben Farbstoff. Die Laubblätter sind fast sitzend, ungeteilt, 10 bis 20 mm lang, 4 bis 8 mm breit, schmal-eiförmig bis lanzettlich. Sie sind grasgrün, unterseits behaart, oberseits kahl. Der Blattrand ist ganzrandig und mit abstehenden Haaren besetzt.
Blütezeit ist Mai bis August. Die Blüten sind goldgelb, 8 bis 12 mm im Durchmesser. Sie sind in endständigen, drei bis fünf cm langen Trauben angeordnet. Die Blütenstiele sind abstehend behaart. Die Deckblätter sind schmal und halb so lang wie die Blütenstiele. Die Hülsen sind schwarzbraun, 8 bis 15 mm lang, 3 bis 5 mm breit, dicht behaart und enthalten 2 bis 5 braune, linsenförmige Samen.
Die ganze Pflanze ist durch Chinolizidinalkaloide giftig, besonders die Samen, die wie die Blüten bei einem Gesamtalkaloidgehalt von bis 0,25 % v. a. Cytisin enthalten. Das Kraut enthält v. a. Spartein.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 42 oder 44.
Vergiftungssymptome sind Kreislaufkollaps mit Tachykardie, Erbrechen, Durchfall, Schwindel und Kopfschmerzen.
| Giftige Pflanzenteile | ganze Pflanze |
| Giftstoffe | Alkaloide, Glykoside (Glycoside), Flavonglykoside |
Erste Symptome
Nierenschäden
Folgesymptome
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, Schwindel, erhöhter Puls (Tachykardie), erhöhter Harndrang, Kreislaufkollaps
Sofortmaßnahmen
sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen auslösen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser, Ruhe, Wärme (Schockvorsorge), viel warmen Tee trinken, Haut-Schleimhautkontakt: Haut mit Wasser spülen, Augenkontakt: Augen mit Spritzflasche ausspülen, Himbeersaft trinken
Standort
Die Art ist ein Säurezeiger und meidet Kalkgebiete. Sie wächst häufig auf trockenen Sandböden, besonders in Heiden, lichten (Eichen-)Wäldern und auf Magerwiesen. Sie kommt in der kollinen und montanen Höhenstufe vor, südlich der Alpen steigt sie auf 2300 m NN, nördlich davon nur bis 800 m. Pflanzensoziologisch ist sie in Mitteleuropa eine Assoziationscharakterart des Genisto germanicae-Callunetum aus dem Verband Genistion pilosae.
Verbreitung & Vorkommen
Das Areal reicht im Süden bis Südwest-Frankreich, Mittel-Italien und Bulgarien, im Norden bis Süd-Schweden, im Osten bis West-Russland. Im eigentlichen Mittelmeergebiet fehlt der Deutsche Ginster. Er gilt in Österreich als regional gefährdet (im westlichen Alpengebiet, im nördlichen Alpenvorland und im pannonischen Gebiet, in Vorarlberg fehlt er). In Deutschland ist er in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen vom Aussterben bedroht, in etlichen anderen Bundesländern gefährdet oder stark gefährdet.
Inhaltsstoffe
Der Deutsche Ginster ist wie der Besenginster in allen Pflanzenteilen giftig. Verantwortlich dafür sind die Alkaloide Spartein, Isospartein, Oxyspartein, Lupanin, Hydroxylupanin (= Octalupin) neben dem Flavonglykosid Scoparin.
Aus derselben Gattung (Genista)
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