Ungarischer Enzian
Der Ostalpen-Enzian ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von etwa 20 bis 60 Zentimetern erreicht. Die gesamte Pflanze ist unbehaart. Der Stängel ist aufrecht und kräftig. Die fünf- bis siebennervigen Blätter sind kreuzgegenständig angeordnet. Die unteren Blätter besitzen einen Blattstiel und sind elliptisch geformt, die oberen sind sitzend und spitz-lanzettlich gestaltet.
Die Blüten sitzen in den oberen Blattachseln oder gehäuft am Stängelende. Der Kelch ist glockig und besitzt fünf bis acht nach außen gebogenen Zähne. Die glockenförmige Krone ist 25 bis 50 mm lang. Sie ist nach oben erweitert und etwa bis zur Mitte fünf- bis neunteilig, die Kronzipfel sind eiförmig gestaltet. An ihrer Außenseite sind die Kronblätter rotviolett gefärbt und schwarzrot punktiert, die Innenseite ist gewöhnlich gelblich.
Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.
Der Ostalpen-Enzian ist besonders dem Purpur-Enzian (Gentiana purpurea) ähnlich.
Verwendung in der Heilkunde
Gilt als alte Arzneipflanze und wird wie der Gelbe Enzian genutzt. Da sie in früherer Zeit intensiv genutzt wurde sind ihre Bestände auf kleinere Restpopulationen zusammengeschrumpft. Daher führt die IUCN diese Art in der Kategorie Near Threatened (potenziell gefährdet) . Zum Schutz der Art sind Lebensraummanagementpläne vorgesehen oder werden umgesetzt.
Standort
Als Standort werden kalkhaltige aber auch kalkarme Böden, Hochstauden- und Karflure, Moore und Latschengebüsche bevorzugt. Der Ostalpen-Enzian ist eine Charakterart des Nardion-Verbands, kommt aber auch in Gesellschaften des Unterverbands Rhododendro-Vaccinienion vor.
Verbreitung & Vorkommen
Die Art ist in den Ostalpen, Bergamasker Alpen, Karpaten und Siebenbürgen verbreitet. Die Westgrenze der Art (Allgäu, Ostschweiz) fällt mit der Ostgrenze des Purpur-Enzians zusammen.
In Österreich ist diese Art zerstreut bis mäßig häufig verbreitet (z.B. am Krippenstein/Dachstein). Sie fehlt in Wien und dem Burgenland. In Deutschland kommt sie außer in den Alpen im Bayerischen Wald vor.
Aus derselben Gattung (Gentiana)
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