Gelber Hornmohn - Glaucium flavum

Familie: Papaveráceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Garten Ölpflanze Neophyt mediterrane Pflanze verwildernde Zierpflanze

<b>Gelber Hornmohn - <i>Glaucium flavum</i></b>
Gelber Hornmohn - Glaucium flavum
Bildquelle: Wikipedia User Ghislain118; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Glaucium: gr. glaukos = blaugrün (Blattfarbe); "Hornmohn"
flavescens: gelblich


Gelber Hornmohn - Glaucium flavum; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Carl Axel Magnus Lindman Bilder ur Nordens Flora 1901-1905">Carl Axel Magnus Lindman Bilder ur Nordens Flora 1901-1905</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Gelber Hornmohn - Glaucium flavum; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Haplochromis">Wikipedia User Haplochromis</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Der Gelbe Hornmohn ist eine zwei- bis mehrjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 90, manchmal auch 100 Zentimeter. Er hat aufstrebende sich niederlegende, stark verzweigte, kahle oder schwach behaarte Stängel. Die unteren Blätter bilden eine Rosette und sind gestielt, weiter oben sind sie dann aufsitzend und umklammern den Stängel. Die kräftig grünen Laubblätter sind dickfleischig, fiederspaltig mit gezähnten bis gelappten Abschnitten und graugrün bereift. Sie werden bis zu 30 Zentimeter lang und haben bis zu neun Einschnitte, wobei sie weiter oben weniger tief gelappt sind als an der Basis.

An den Enden der Stängel steht, über Hochblättern, end- oder blattachselständig jeweils eine Blüte. Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten weisen einen Durchmesser zwischen 5 und 9 Zentimetern auf. Die zwei 2 bis zu 4 Zentimeter langen Kelchblätter sind oft behaart und fallen beim Öffnen der Blüte ab. Die vier verkehrt-eiförmige, zitronenfarbene bis goldgelbe Kronblätter weisen oft rötliche bis violette Flecken auf, sind 2,5 bis 4 cm lang und überlappen sich meist nur an der Basis. Die Kronblätter fallen meist schon zwei Tage nach dem aufblühen der Blüte wieder ab. Gelegentlich kommen auch drei Kelchblätter und sechs Kronblätter vor. Es sind viele Staubblätter mit den gelben Staubfäden und Staubbeuteln vorhanden. Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Die zweilappige Narbe steht direkt auf dem Fruchtknoten, es fehlt also ein Griffel. Die Blütezeit reicht von Mai bis August.

Es werden aufrechte, lange schmale Kapselfrüchte mit zwei Fächern gebildet. Obwohl der Gelbe Hornmohn zur Familie der Mohngewächse zählt sehen die Kapseln mehr den Schoten der Kreuzblütler als den Porenkapseln der anderen Mohngewächse ähnlich. Die kahlen, warzigen Kapseln werden zwischen 15 und 30 Zentimetern lang und sind meist leicht gebogen. Sind die Kapseln reif, reißen sie der Länge nach auf und entlassen die Samen. Die dunkelbraunen Samen reifen von August bis September.

In der mehrjährigen Form überwintert der Gelbe Hohnmohn grün. Er kann dabei Temperaturen von maximal -10° Celsius überdauern. Die Bestäubung der zwittrigen Blüten erfolgt durch Insekten. Da die Narbe eher empfängnisfähig ist als die Staubbeutel reifen, kommt Selbstbestäubung nur selten vor. Zu ihrer Ausbreitung nützt diese Art den Wind (Anemochorie), Ameisen (Myrmekochorie) und Klettausbreitung.

Die Pflanze wächst u.a. auf Gips- und Salzhaltigen Böden.


Standort

Der Gelbe Hornmohn wächst an den Spülsäumen der Meere in nährstoffreichen leicht salzhaltigen Böden. Man findet ihn an den Küsten des gesamten Mittelmeerraumes, am Schwarzen Meer und entlang der Küsten Westeuropas bis in den Skagerrak. Aber auch im Binnenland auf sandigen bis steinigen Böden in Küstennähe, und Ruderalstandorten wie Schuttplätze oder Brachland kommt er vor. Gelegentlich wird er auch als Gartenzierpflanze angebaut und verwildert dann manchmal.

Geeignete Standorte für den Gelben Hornmohn sind warme sonnige Plätze mit durchlässigen schwach basischen, stickstoffreichen Böden in Höhenlagen unter 700 Meter. Er erträgt gering salzige Böden mit einem Chloridgehalt kleiner 0,3 %.

Verbreitung/Vorkommen

In Deutschland und Österreich ist sie in den meisten Gebieten eine unbeständige Art (d. h. sie ist nicht endgültig eingebürgert). In einigen Bundesländern steht sie in den Roten Listen als "potenziell gefährdete" Art. Insgesamt ist der Bestand in etwa konstant und diese Art gilt in Zentraleuropa als ungefährdet.

Inhaltsstoffe

Vor allem der gelbliche Milchsaft des Gelben Hornmohns enthält giftige Isochinolin-Alkaloide.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Die Wurzeln des Gelben Hornmohn wurde im antiken Griechenland abgekocht und der Sud als Heilmittel gegen Ruhr verwendet.
Gemmoextrakt: Vaccinium vitis idaea - PreiselbeereDr. Koll Gemmoextrakt: Wolliger Schneeball – Viburnum LantanaDr. Koll Pflanzenextrakt Griffonia MacaDr. Koll Gemmoextrakt: Vitis vinifera - Weinrebe

Gelber Hornmohn - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: Gipsboden; salzertragend; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;

Sonstiges

Heute wird er gelegentlich als Gartenzierpflanze verwendet.
Aus den Samen kann ein klares gelbes Speiseöl hergestellt werden. Dieses ist wegen der sauberen Verbrennung auch als alternativer Lampenbrennstoff nutzbar. Ebenso ist das Öl zur Seifenherstellung geeignet.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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