Die Echte Kugelblume wächst als überwinternd, grüne ausdauernde krautige Pflanze. Der aufrechte, bis zum Blütenstand beblätterte Stängel ist 5 bis 25, selten bis zu 40 Zentimeter hoch und verlängert sich nach der Blütezeit bis auf 60 Zentimeter.
Die Laubblätter stehen in grundständigen Rosetten und wechselständig am Stängel verteilt. Die lang gestielten Grundblätter besitzen eine ledrige Blattspreite, die spatelig und am oberen Ende oft ausgerandet, kurz dreizähnig oder manchmal abgerundet ist. Die sitzenden Stängelblätter sind lanzettlich und zugespitzt.
Die Blütezeit liegt hauptsächlich am Anfang des Vollfrühlings und reicht von April bis Juli. Die bei einem Durchmesser von 1 bis 1,5, selten bis zu 2 Zentimeter köpfchenförmigen Blütenstände enthalten viele Blüten. Die blau-violetten Blüten sind 6 bis 8 mm lang.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.
Ökologie
Die Echte Kugelblume ist ein Hemikryptophyt.
Es erfolgt Insektenbestäubung oder Selbstbestäubung.
Die Echte Kugelblume wird vom Rostpilz Puccinia globulariae mit Telien befallen.
Alle Pflanzenteile sind giftig.
Vergiftungserscheinungen: Globularin erzeugt beim Menschen Erbrechen, Koliken, Durchfall, Schwindel und Kollapserscheinungen. Über die toxische Dosis schwanken die Angaben.
| Giftige Pflanzenteile | ganze Pflanze |
| Giftstoffe | Glykoside (Glycoside), Iridoide, Iridoidglykoside |
Folgesymptome
Erbrechen, Durchfall, Koliken, Kreislaufkollaps
Symptome bei Hautkontakt
Erbrechen
Sofortmaßnahmen
sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen lassen
Verbreitung & Vorkommen
Die Echte Kugelblume ist ein submediterran-mediterranes Florenelement. Sie kommt hauptsächlich im südlichen West- und Mitteleuropa vor: Italien, Alpen, Balkan (außer Griechenland). Disjunkte Vorkommen liegen im Kaukasus-Vorland und im Wolgaknie.
Sie kommt vor in Sachsen-Anhalt, Eifel, nördliche Pfalz, Kaiserstuhl, südlicher Oberrhein und Hochrhein, Schwäbisch-Fränkischer Jura, Alpenvorland, Föhntäler der Nördlichen Kalkalpen, östliches und südliches Österreich. Insgesamt ist sie selten, bildet aber lockere, mäßig individuenreiche Bestände.
Zeigerwerte nach Ellenberg sind: Lichtpflanze (L8), Mäßigwärme- bis Wärmezeiger (T6), subozeanisch bis subkontinental (K5), Trocknis- bis Starktrockniszeiger (F2), Basen- und Kalkzeiger (R9), stickstoffarme bis -ärmste Standorte anzeigend (N2), nicht salzertragend (S0).
In der Rote Liste der gefährdeten Arten in Deutschland von 1996 wird Globularia bisnagarica als 3+ bewertet, dies bedeutet gefährdet. Sie ist nach der Bundes-Artenschutzverordnung besonders geschützt. In der Schweiz ist Globularia bisnagarica in den Kantonen Aargau sowie Genf vollkommen geschützt.
Inhaltsstoffe
Hauptwirkstoff ist das bitterschmeckende Globularin.
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