Wohlriechende Händelwurz - Gymnadenia odoratissima

Familie: Orchidáceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Duftpflanze Alpenpflanze

<b>Wohlriechende Händelwurz - <i>Gymnadenia odoratissima</i></b>
Wohlriechende Händelwurz - Gymnadenia odoratissima
Bildquelle: Wikipedia User BerndH; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Gymnadenia: gr. gymnos = nackt, aden = Drüse (nackte Pollinien); "Hän­delwurz"
odoratissimus: wohlriechend


Wohlriechende Händelwurz - Gymnadenia odoratissima; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Carl Axel Magnus Lindman Bilder ur Nordens Flora 1901-1905">Carl Axel Magnus Lindman Bilder ur Nordens Flora 1901-1905</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Wohlriechende Händelwurz - Gymnadenia odoratissima; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User BerndH">Wikipedia User BerndH</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Die Wohlriechende Händelwurz ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen zwischen 15 und 30 Zentimetern. Dieser Geophyt bildet zwei handförmig geteilte Knollen als Überdauerungsorgane. Die Laubblätter sind linealisch.

Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die Wohlriechende Händelwurz ist gekennzeichnet durch intensiv vanilleartig duftende Blüten. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig. Die Blütenhüllblätter sind weiß bis purpurfarben. Der waagrechte bis schwach abwärts gebogene Sporn ist mit einer Länge von 4 bis 6 Millimetern kürzer als der Fruchtknoten.

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 40.

Ökologie

Die Wohlriechende Händelwurz ist mit dem vanilleartigen Duft ihrer Blüten, mit deren Klebscheiben und mit dem im Sporn produzierten Nektar auf Insektenbestäubung eingerichtet. Über die genauen Bestäuber ist bisher wenig bekannt; genannt werden: Dickkopffliege, Wanze und Zünsler. In Baden-Württemberg ist wohl das Widderchen der Hauptbestäuber. Es nimmt die Pollinien am Kopfansatz und am Rüssel auf. Mit Hilfe seines langen Rüssels kann es die Blüten auch bestäuben. Damit ist die Bildung von Bastarden mit Gymnadenia conopsea vorprogrammiert.

Der Fruchtansatz ist bezogen auf die unteren und mittleren Blüten praktisch komplett, die oberen verkümmern meist.


Standort

Die Wohlriechende Händelwurz gedeiht auf kalkhaltigen, ja kalkreichen, aber nur wenig humusdurchsetzten Böden, die zeitweise feucht sein sollten. Sie stellt an den Kalkgehalt und die basische Reaktion des Bodens höhere Ansprüche als Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea). Möglicherweise erträgt sie auch Störungen (beispielsweise Stickstoffeintragungen) an ihren Standorten schlechter. Während die Mücken-Händelwurz nicht selten beispielsweise neugeschaffene Straßenböschungen besiedelt, sind Neuansiedlungen bei der Wohlriechenden Händelwurz kaum bekannt geworden.

Verbreitung/Vorkommen

Die Wohlriechende Händelwurz ist ein europäisches Florenelement. Sie hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in den Kalkalpen. Ihr Areal erstreckt sich westwärts bis ins nördliche Spanien, nordwärts bis Mitteldeutschland, südliche Schweden und bis zum Baltikum und ostwärts bis Weißrussland und die Ukraine. Sie fehlt in Mitteleuropa im Tiefland sowie in Sand- und Silikatgebieten. Sonst ist sie in Mitteleuropa selten, sie kommt aber oft an ihren Standorten in kleineren, lockeren, doch ziemlich individuenreichen Beständen vor.

In Österreich ist die Wohlriechende Händelwurz zerstreut in allen Bundesländern (fehlt in Wien und Burgenland). Sie gedeiht von der montanen bis in die subalpine (alpin) Höhenstufe.

Im Gebiet der Böhmischen Masse sowie im pannonischen Gebiet die Wohlriechende Händelwurz gefährdet.

Die stets über Kalkstein wachsende Pflanzenart bevorzugt als Standorte Magerrasen, Föhrenwälder, Feucht- und Nasswiesen, Flach- und Quellmoore. Die Wohlriechende Händelwurz besiedelt lichte Kiefernwälder, Gebüsche, Sumpfwiesen oder Trockenrasen, unter denen Hangdruckwasser sickert. Sie steigt in den Alpen bis in Höhenlagen von 2500 Meter auf. In den Allgäuer Alpen kommt sie im Tiroler Teil an der Jöchelspitze bis zu 2200 m Meereshöhe vor.
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Wohlriechende Händelwurz - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkhaltiger / kalkreicher Boden; steiniger Boden / Kies / Grus; toniger Boden / Tonboden;
Boden Feuchte: frisch; wechselfrisch; wechseltrocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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