Stielfrüchtige Salzmelde - Halimione pedunculata

Familie: Chenopodiaceae
Steckbrief | Systematik

<b>Stielfrüchtige Salzmelde - <i>Halimione pedunculata</i></b>
Stielfrüchtige Salzmelde - Halimione pedunculata
Bildquelle: Wikipedia User Pichard; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Halimione: gr. halimos = Salz (Standort); "Salzmelde"


Vegetative Merkmale

Die Gestielte Keilmelde ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 10 und 50 Zentimetern erreicht. Ihre verzweigten, silbrigen Stängel wachsen aufrecht oder aufsteigend. Die ebenfalls silbrigen Laubblätter sind im unteren Teil des Stängels gegenständig, im oberen Teil wechselständig angeordnet. Die fleischigen Blattspreiten sind bei einer Länge von etwa 4 Zentimetern verkehrt-eiförmig bis elliptisch, stumpflich und ganzrandig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.

Blütenstand und Blüte

Von Juli bis Oktober erscheinen die ährigen Blütenstände mit unauffälligen grau-grünen Blüten. Die Gestielte Keilmelde ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Die männlichen Blüten besitzen keine Vorblätter, sie enthalten vier bis fünf Blütenhüllblätter (Tepalen) und vier bis fünf Staubblätter. Die weiblichen Blüten sind umhüllt von zwei bis oben verbundenen, dreilappigen Vorblättern, deren mittlerer Lappen sehr kurz ist. Blütenhüllblätter fehlen den weiblichen Blüten, sie enthalten nur einen Fruchtknoten.

Die Bestäubung erfolgt in der Regel durch den Wind, gelegentlich wohl auch durch Insekten.

Frucht und Same

Zur Fruchtzeit verlängert sich der Stiel der weiblichen Blüten, so dass die Früchte lang gestielt vom Stängel abstehen. Dieses Merkmal war ausschlaggebend für den deutschen Trivialnamen der Gestielten Keilmelde. Charakteristisch für die Gattung Halimione ist, dass die Fruchtwand dicht an den Vorblättern haftet. Der Same steht aufrecht, seine Wurzel zeigt in der Frucht nach oben. Die Samenschale ist dünn und häutig.


Standort

In Deutschland besiedelt die Gestielte Keilmelde Salzmarschen an den Küsten von Nordsee und Ostsee und kommt auch an Binnensalzstellen vor. Sie braucht volle Besonnung und stickstoffreichen, feuchten Boden. Die Pflanzensoziologie nennt sie als Kennart der Pflanzengesellschaft (Assoziation) Puccinellietum maritimae.

Verbreitung/Vorkommen

Die Gestielte Keilmelde ist in Salzpflanzenfluren von Westeuropa bis nach Westasien und zum Schwarzen Meer heimisch. Ihr Verbreitungsgebiet reicht im Norden Europas bis nach Südschweden und Estland und im Süden bis nach Bulgarien. Das Hauptvorkommen in Europa liegt an der Küste von Dänemark.
Die Bestände der Gestielten Keilmelde sind in Europa stark zurückgegangen, so dass diese Art inzwischen europaweit als stark gefährdet gilt. Durch Eindeichungen werden Salzwiesen und Marschland nicht mehr regelmäßig überflutet, somit fehlen die gestörten Stellen mit offenem Boden, welche zur Keimung benötigt werden. Auch in Deutschland ist die Art selten geworden und wird als gefährdet eingestuft (Rote Liste gefährdeter Arten 3). Die Küstenvorkommen in Niedersachsen und Bremen gelten als stark gefährdet (Rote Liste 2), in Schleswig-Holstein als vom Aussterben bedroht (Rote Liste 1) und in Mecklenburg-Vorpommern sogar bereits als ausgestorben (Rote Liste 0). In Sachsen-Anhalt, wo die Gestielte Keilmelde von einigen Binnenland-Salzstellen bei Artern, Staßfurt, Hecklingen und Magdeburg bekannt ist, wird sie als stark gefährdet einstuft. In Thüringen wurde sie bei der Numburg gefunden, hier gilt sie als vom Aussterben bedroht.
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Stielfrüchtige Salzmelde - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: salzertragend; toniger Boden / Tonboden;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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