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Virginische Zaubernuss

Hamamelis virginiana

Die Virginische Zaubernuss ist eine Pflanzenart in der Familie der Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae). Sie ist als Bestandteil der Strauch- und Unterholzflora in Laubmischwäldern im östlichen Nordamerika beheimatet.
Es handelt sich um einen baumartigen Strauch, in ihrem Heimatland auch als kleinen Baum mit kurzem Stamm. Der sommergrüne, laubabwerfende Strauch erreicht normalerweise eine Wuchshöhe von drei bis sechs Metern, selten bis 10 Meter. Die Rinde junger Zweige ist grau oder bräunlich-rot behaart. Die Borke ist später hellbraun, glatt oder leicht schuppig.
Die wechselständigen, haselnussähnlichen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist meist sechs bis 15 (bis 20) Millimeter lang. Die einfache Blattspreite ist mit einer Länge von 3,7 bis 16,7 Zentimeter und einer Breite von 2,5 bis 13 Zentimeter breit-elliptisch bis fast kreisförmig oder verkehrt-eiförmig.
Die streng riechenden, auffällig hellgelben, korallenartig geformten Blüten mit langen, schmalen Kronblättern erscheinen im Spätherbst und frühen Winter, nachdem das verfärbte Laub abgefallen ist. Die sich erst im nächsten Sommer reifenden, eiförmigen, holzigen, dicht behaarten, 10 bis 14 Millimeter langen Kapselfrüchte springen bei Reife auf und schleudern die nur zwei schwarzen, fünf bis neun Millimeter großen Samen bis zu 15 Meter weit weg.

Verwendung in der Heilkunde

Hamamelisextrakt, gewonnen durch das Aufkochen der Zweige und Äste, wurde von den Indianern Nordamerikas vielfältig angewendet, besonders zur Behandlung von Blutungen, Schnitt- und Kratzwunden, Prellungen, sowie äußerlichen Entzündungen und Entzündungen im Augenbereich.
Der Geschmack der Rinde und Blätter ist zunächst bitter, adstringierend, dann scharf und schließlich süßlich. Es bleibt ein lang anhaltender Nachgeschmack im Mund.

Hamamelis virginica ist ein Homöopathikum (Kurzform: Ham), welches aus der frischen Rinde von Wurzeln und Zweigen hergestellt wird. Es wurde 1850 von Constantin Hering geprüft und als Mittel besonders zur Behandlung von Verletzungen der Weichteile mit schmerzhafter venöser Blutfülle, Blutungen, Venenentzündung oder Hämorrhoiden genutzt.Destillat aus der Rinde: Verwendung bei Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen sowie leichten Hautverletzungen, Hämorrhoiden und Krampfaderbeschwerden. Bestandteil in zahlreichen Cremes, Salben oder anderen Arzneifertigpräparaten. Volkstümlich zur Unterstützung akuter, unspezifischer Durchfallerkrankungen und Menstruationsbeschwerden.
Destillat aus den Blättern:
Verwendung bei leichten Hautverletzungen, lokale Entzündungen der Haut und Schleimhäute, Hämorrhoiden und Krampfaderbeschwerden

Homöopathie

Gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis gehören zu den Anwendungsgebieten als z.B. Salbe die Anregung und die Strukturierung der Heilungsprozesse bei Wunden und Gefäßdeformationen, z.B. Hämorrhoiden, Hauteinrisse im Analbereich (z.B.Vulvitis bei kleinen Mädchen, Hämorrhoiden, Perianalekzem, auch mit Rhagaden), Beschwerden bei Krampfadern, (variköser Symptomenkomplex), Unterschenkelgeschwür, Ekzeme.
Kommission C* (s.Quellen):... Anregung und Strukturierung der Heilungsprozesse bei Wunden und Gefäßdeformationen, z.B. Hämorrhoiden, Analfissuren, variköser Symptomenkomplex, Ulcus cruris, Ekzeme
Kommission C* (s.Quellen): Hamamelis destillata (aus Destillat der Triebspitzen) .... Deformierende und chronisch-entzündliche Veränderungen der Haut, insbesondere an der Haut-Schleimhaut-Grenze, sowie der Venen, z.B. Hämorrhoiden, variköser Symptomenkomplex, entzündete Wunden, Rhagaden, Fissuren, Ekzeme.
Arzneimittel: Hamamelis-Essenz (WALA), Hamamelis destillata 10 % Salbe (WELEDA), Hamamelis-Salbe (WELEDA).

Inhaltsstoffe

ätherisches Öl,
In der Rinde: Gerbstoffe (ca. 8–12 %), wie zum Beispiel Hamamelitannin und freie Gallussäure. Außerdem ätherisches Öl, Ellagitannin und Flavonglykoside.
In den Blättern: Gerbstoffe (ca. 3–8 %), besonders Hamamelitannin sowie einfache und oligomere Proanthocyanidine, ätherisches Öl (Ionon, Safrol), Flavonoide und Kaffeesäurederivate.

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