Gelbrote Taglilie - Hemerocallis fulva

Familie: Liliáceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Garten Wildgemüse Schnittblume Alpenpflanze

<b>Gelbrote Taglilie - <i>Hemerocallis fulva</i></b>
Gelbrote Taglilie - Hemerocallis fulva
Bildquelle: Wikipedia User Jed; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

fulgens: leuchtend

andere Namen: Braunrote Taglilie, Bahnwärter-Taglilie


Gelbrote Taglilie - Hemerocallis fulva; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Prof. Dr. Otto Wilhelm Thom Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany">Prof. Dr. Otto Wilhelm Thom Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Gelbrote Taglilie - Hemerocallis fulva; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User KENPEI">Wikipedia User KENPEI</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Bei der Gelbroten Taglilie handelt es sich um eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen bis zu 150 cm erreichen kann. Als Überdauerungsorgane hat sie Rhizome. Die schwertförmigen, paralleladrigen Grundblätter sind 30 bis 150 cm lang, 1 bis 3 cm breit und haben eine gelblich-grüne Farbe, eine zugespitzte Blattspitze und hängen bogenförmig zum Boden zurück. Ihre Hauptwurzeln sind fingerartig geformt und fleischig geschwollen.Bis zu 20 oder mehr Blüten befinden sich im zymosen Blütenstand, dessen Blühdauer insgesamt bis zu sechs Wochen anhalten kann. Der aufrechte Schaft des Blütenstandes ist rund und hohl, blattlos und verzweigt nach oben hin.

Die zwittrige, dreizählige Blüte erscheint in den Monaten Juli und August morgens und schließt sich noch am selben Abend; sie ist geruchlos und nicht selbstbestäubend. Gefüllte Blüten kommen nur bei den Sorten 'Kwanso' und 'Flore Peno' vor.

Die Blütenhüllblätter sind je nach Varietät gelborange bis rotorange, teilweise mit verschieden farbigen streifenförmigen Zonen um die Mitte herum („Auge“) oder an den Rändern. Der Blütenkelch beginnt als Röhre mit zwei bis drei Zentimeter Durchmesser. Die äußeren Blütenhüllblätter sind 7 bis 8 cm lang und 2 cm breit. Die inneren Blütenhüllblätter sind 7,5 bis 8,5 cm lang und 3 cm breit und wellig-krausrandig. Es sind sechs Staubblätter vorhanden, die Staubfäden sind 4,5 bis 6,5 cm lang, die Staubbeutel 5 bis 7 mm lang und purpurschwarz. Der Fruchtknoten hat einen Durchmesser von 8 bis 10 mm und wird aus drei zentral verwachsenen Fruchtblättern gebildet. Der weiße bis blassorange Griffel ist 9 bis 10 cm lang. Die Frucht ist eine dreikammerige Kapselfrucht.

Die Färbung der Blüten wird durch das Vorhandensein von Anthocyan-Pflanzenfarbstoffen in der Epidermis hervorgerufen, durch die die darunterliegenden, durch Zeaxanthin hellorange bis gelb gefärbten Chromoplasten betrachtet werden. Eine Ausnahme ist die Varietät H. fulva var. aurantiaca, welche kein Anthocyan aufweist und daher rein hellorange gefärbt ist.


Standort

Die Gelbrote Taglilie wächst zwischen 0 und 1000 Metern NN auf Wiesen, in offenen Wäldern und an Ruderalstandorten wie an Wegränder oder sogar Müllhalden. Die chinesische Varietät H. fulva var. fulva kann in Höhenlagen bis zu 2500 Metern NN vorkommen.

Verbreitung/Vorkommen

Das natürliche Verbreitungsgebiet der meisten wildwachsenden Varietäten der Gelbroten Taglilie sind die gemäßigten und tropischen Gegenden von China und Japan. Die Varietät angustifolia wächst in Indien.

Im 17. Jahrhundert wilderte die Kulturvarietät 'Europa' in England aus, breitete sich im restlichen Europa und, nach ihrer Einfuhr dort Ende des 19. Jahrhunderts, auch in Nordamerika aus. In ganz Deutschland mit Ausnahme küstennaher Standorte, sowie in Österreich ist sie wild wachsend vereinzelt zu finden.

Die Pflanze ist robust, verträgt allerdings keine Staunässe. Sie benötigt einen pH-Wert im Boden von schwach sauren Bereich zwischen 6-8. Die Gelbrote Taglilie wächst zwischen 0 und 1000 Metern NN auf Wiesen, in offenen Wäldern und an Ruderalstandorten wie an Wegränder oder sogar Müllhalden. Die chinesische Varietät H. fulva var. fulva kann in Höhenlagen bis zu 2500 Metern NN vorkommen.

Verwendung in der Küche

Weit weniger bekannt ist, dass sich viele Arten dieser Gattung und fast die gesamte Pflanze als Nahrungsmittel eignen.

In Ostasien werden Gelbrote Taglilien als Nahrung angebaut. Die gesamte Pflanze bis auf den Stängel ist verwertbar:

* die dickeren Wurzeln können geschält wie Kartoffeln zubereitet werden und schmecken nach Nüssen oder wie Kastanien; allerdings wird bei Überdosierung der Wurzel von Vergiftungserscheinungen berichtet;
* junge Blattschösslinge schmecken roh süßlich, gekocht wie Spargel oder Sellerie;
* reife Blätter eignen sich geschnitten für Salat oder in Suppen;
* reife Blüten werden getrocknet und dienen als Suppeneinlage und Würze, frische Blüten auch roh als farbig-fruchtiger und knuspriger Salatzusatz - der Nektar hat einen feinen Geschmack;
* grüne Blütenknospen eignen sich entsprechend als „Früchte“, auch gekocht oder in Öl gebraten;
* Samen können zerdrückt in Suppen verwendet werden.

Inhaltsstoffe

Die Blätter der Gelbroten Taglilie enthalten starke Antioxidantien, nämlich Roseosid, Phlomurosid, Lariciresinol, Quercetin- und Isorhamnetin-Glykoside, außerdem Pinnatannin-Derivate und Cholin. Weitere Inhaltsstoffe im oberirdischen Teil der Pflanze sind die Saponine Hemerosid A und B. Zellextrakte aus der Wurzel der Varietät kwanzo, die Anthrachinon-Derivate enthalten, zeigen im Labor hemmende Wirkung auf die Vermehrung menschlicher Krebszellen. Die Blüten scheinen außerdem Effekte auf das Schlafverhalten von Mäusen zu haben.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

In China wird die Blüte der Gelbroten Taglilie in der traditionellen chinesischen Medizin bei Schlaflosigkeit, das Rhizom als Mittel gegen Tuberkulose und Filariasis angewandt. In Korea dient das Essen der Wurzel als Mittel gegen Verstopfung und Lungenentzündung. Der Wurzelsaft wird bei Arsenvergiftung und Krebs verabreicht. Der Wurzeltee soll harntreibend wirken.

Gelbrote Taglilie - Garten/Anbau

Die Pflanze ist robust, verträgt allerdings keine Staunässe. Sie benötigt einen pH-Wert im Boden von schwach sauren Bereich zwischen 6-8.

Literatur



Bildquellenverzeichnis



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