Kahles Bruchkraut - Herniaria glabra

Familie: Nelkengewächse - Caryophyllaceae

Kategorie: Heilpflanze  Räucherpflanze  

Kahles Bruchkraut Info

Herniaria: lat. hernia = Bruch (leicht brechend, Heilmittel bei Bruch­leiden, n. d. Signaturenlehre); "Bruch­kraut"
glaber: glatt, kahl, unbehaart

andere Namen: Christenschweiß, Dürrkraut, Glattes Tausendkraut, Harnkraut, Jungfernkraut, Kuckucksseife, Nierenkraut, Tausendkorn, Passionsblümchen

Das Kahle Bruchkraut ist eine ein-, zwei- bis mehrjährige krautige Pflanze. Manchmal verholzt es an der Basis schwach. Die ganze Pflanze ist frisch grün bis gelblich grün. Das Kahle Bruchkraut zeigt alle typischen Merkmale der Gattung Bruchkräuter. Der Stängel ist typischerweise 5 bis 15 cm lang, kann aber bis zu 30 cm lang werden. Die Blätter und der Stängel sind vollkommen kahl oder höchstens sehr kurz bewimpert. Die dreieckigen Nebenblätter sind etwa 0,5 bis 1,5 mm lang.

Die ungestielten, zwittrigen Blüten sind fünfzählig. Die Kelchblätter sind grün, elliptisch und stumpf bespitzt. Die weißen Kronblätter sind viel kleiner als die Kelchblätter und oft fehlen sie auch ganz. Es sind fünf fertile Staubblätter und fünf kronblattartige Staminodien vorhanden.

Das Kahle Bruchkraut ist ein ausdauernder Hemikryptophyt oder ein kriechender Therophyt. Da die trittfeste Pflanze dicht dem Boden anliegt, wird sie oft übersehen. Getrocknet riecht sie nach Waldmeister.

Die vorweiblichen Blüten sind nur etwa 1 mm groß. Die Bestäubung erfolgt durch winzige Zweiflügler; außerdem ist Selbstbestäubung möglich. Blütezeit ist von Juni bis Oktober.

Ausbreitungseinheiten sind die von der bleibenden Blütenhülle umschlossenen und daher spezifisch leichten, rauen, einsamigen Nüsse. Ihre Ausbreitung erfolgt als Ballonflieger, als Regenschwemmlinge und als Wasserhafter (z.B. am Schuhwerk). Die Samen sind glänzend schwarz, linsenförmig und 0,5 mm lang. Fruchtreife ist von Juli bis Oktober.


Standort

Es wächst ursprünglich auf Sandtrockenrasen und in Heiden. Heute trifft man es meistens an sandigen Ruderalstellen wie z. B. in Pflasterritzen von selten begangenen Verkehrsinseln oder zwischen den Steinen von Dämmen.

Verbreitung/Vorkommen

Das Kahle Bruchkraut kommt in den gemäßigten Breiten Europas und Westasiens vor. In Nordamerika ist es stellenweise eingeschleppt.

Inhaltsstoffe

Als wirksame Bestandteile enthält das Kraut bis zu 10 % Saponine, ferner Flavonoide und Cumarine. Verwendet werden die getrockneten oberirdischen Teile.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Bei Laborratten wurde eine Senkung des überhöhten Blutdruck und Förderung der Filtrationsrate ihrer Nieren beobachtet; Bruchkraut-Tee wird volksmedizinisch als Diuretikum zur Durchspülungstherapie bei Harnsteinen, Nierengrieß und Krämpfen verwendet.. Eine schwach spasmolytische Wirkung der Droge gilt als akzeptiert, die Wirksamkeit in den volksmedizinischen Anwendungsbereichen jedoch noch nicht hinreichend nachgewiesen.

Kahles Bruchkraut Steckbrief

Blütenfarbe: gelb; grün, braun oder unscheinbar;
Höhe/Länge von 5cm bis 30cm
Blütezeit von Juni bis Oktober
Lebensraum: gestörte Standorte: Schutt- und Kiesplätze, Wege, Straßenränder, Unkrautfluren, Stadt, Pflasterritzen, u.a.; Meerestrand und -küste, Dünen, Salzwiesen; Ufer, Dämme; wärmeliebend;
Blattstellung: mittlere Stängelblätter gegenständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: ganzrandig;
Trockenfrüchte: Kapsel
Häufigkeit: zerstreut
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude); einjährig;
Zeigerpflanze: Sandzeiger;
Bestäubungsart: Insektenbestäubung; Selbstbestäubung;
Nährstoffbedarf: mäßig basenreich; mäßig nährstoffreich;
Bodenart: +/- humoser Boden; kalkarmer / kalkfreier Boden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
PH-Wert Boden: mäßig sauer; neutral;
Bodenfeuchte: trocken;

Kahles Bruchkraut Garten / Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkarmer / kalkfreier Boden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; neutral;
Boden Feuchte: trocken;
Boden Nährstoffgehalt: mäßig basenreich; mäßig nährstoffreich;
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Literatur

Bildquellenverzeichnis


Schütze diese Pflanze besonders!

ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Bayern! Kategorie V (Arten der Vorwarnliste)





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