Gewöhnliche Nachtviole - Hesperis matronalis

Familie: Brassicáceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Garten Giftpflanze Duftpflanze Wildgemüse Bauerngarten

<b>Gewöhnliche Nachtviole - <i>Hesperis matronalis</i></b>
Gewöhnliche Nachtviole - Hesperis matronalis
Bildquelle: Leo Michels, Untereisesheim; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Hesperis: gr. hesperos = Abend (duftet am Abend); "Nacht­viole"
matronalis: Frauen (Matronen)

Der Namensbestandteil „Nacht-“ rührt daher, dass die Blüten abends am intensivsten duften.

Gewöhnliche Nachtviole - Hesperis matronalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Flora Batava of Afbeeldingen en Beschrijving von Nederlandsche gewassen, XII. Deel. 1865">Flora Batava of Afbeeldingen en Beschrijving von Nederlandsche gewassen, XII. Deel. 1865</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Gewöhnliche Nachtviole - Hesperis matronalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Annelis">Wikipedia User Annelis</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Gewöhnliche Nachtviole - Hesperis matronalis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Rotatebot">Wikipedia User Rotatebot</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Die Gewöhnliche Nachtviole ist eine zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 40 und 100 Zentimetern erreicht. Die Wurzel ist spindelförmig und oft mehrköpfig. Der Stängel ist aufrecht, gelegentlich einfach aber meist verzweigt und fast kahl oder rauhaarig. Wenn er behaart ist, sind die Haare vornehmlich gestielt-zweistrahlig. Die zahlreichen Laubblätter sind grundständig und eiförmig bis lanzettlich, spitz bis lang zugespitzt und gezähnt bis fast ganzrandig einfach rau behaart oder fast kahl. Die Blattstiele werden von der Pflanzenbasis zur Spitze hin kürzer.

Die Art blüht von April bis Juli in mehreren Trauben aus Blüten ohne Tragblätter, die einen Durchmesser von 1,5 bis 2,5 cm erreichen. Die vier Kelchblätter sind länglich violett mit einer grünlichen Spitze, die vier Kronblätter sind 18 bis 25 mm lang mit schmalem, langem Nagel und verkehrt-eiförmiger Platte. Die Antheren sind 3 bis 3,5 mm lang, der Griffel 1 bis 4 mm lang. Die Narbe trägt zwei aufrechte, aneinanderliegende Lappen. Die Blüten duften gegen Abend und nachts sehr stark, aber angenehm. Die Samen reifen in 40 bis 100 mm langen und 1,5 bis 2 mm breiten Schoten heran. Die Klappen haben Mittel- und Seitennerven. Die Samen sind einreihig und etwa 3 mm lang.

Die Art hat die Chromosomenzahl 2n = 12 oder 14.

Die Gewöhnliche Nachtviole ist eine zwei- oder auch kurzlebig mehrjährige Schaftpflanze, die durch Senföle scharf schmeckt.

Die Blüten sind homogame bis vormännliche „Stieltellerblumen“ mit Nektardrüsen auf der Innenseite der Staubblattbasis. Der Nektar ist schwer zugänglich. Erst abends duften die Blüten nach Veilchen. Die Blüten werden durch Insekten, insbesondere durch Nachtfalter bestäubt. Obwohl die sich nach innen öffnenden Staubbeutel die Narbe bepudern, erfolgt regelmäßig Fremdbestäubung, auch durch Schwebfliegen, Bienen und Tagfalter. Blütezeit ist von April bis Juli.

Die Früchte sind Schoten, die als Tier- und Windstreuer aktiv sind. Ihre Samen werden auch durch Fließgewässer verbreitet. Menschenausbreitung der Art erfolgt als Gartenflüchter.

Wichtig ist die Art als Nahrungspflanze für Raupen verschiedener Schmetterlinge, wie dem Aurorafalter (Anthocharis cardamines) und dem Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae), aber auch verschiedener Schleier- und Halbmotten, vor allem Plutella porrectella.


Standort

Die Gewöhnliche Nachtviole braucht nährstoffreichen, etwas feuchten, lockeren, steinig-sandigen und humosen Lehmboden. Die Art findet sich vor allem in Fluss- und Bachtälern in Auwäldern und -gebüschen. Sie lebt aber auch in Ruderalfluren. Die Art erträgt Schatten gut.

Verbreitung/Vorkommen

Die Art findet sich in Europa und Zentral- sowie Südwestasien. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Südosteuropa (slowakische und ungarische Mittelgebirge, Illyrien) bis zu den Südostalpen. Außerdem kommt sie im italienischen Apennin vor. Sie fehlt von Natur aus im Tiefland fast überall und ebenso gebietsweise in höheren Mittelgebirgslagen, sowie in Mittelgebirgen mit kalkarmen Gesteinen. In den südöstlichen Alpen reicht das Verbreitungsgebiet bis 800 m ü. NN. In den Allgäuer Alpen steigt sie oberhalb der Breitgeren-Alp im Rappenalpental in Bayern bis zu 1220 m Meereshöhe auf.
In Mitteleuropa wird die Gewöhnliche Nachtviole seit vielen Jahrhunderten in Bauerngärten kultiviert. Dadurch ist sie heute in Deutschland wie in ganz Mitteleuropa fast flächendeckend verwildert und eingebürgert. Außerdem wurde die Art im 16. Jahrhundert nach Nordamerika verschleppt und gilt auch dort als Neophyt.

Verwendung in der Küche

Sparsam verwendet können jedoch einige Teile der Pflanze verzehrt werden.

Giftigkeit

Die Gewöhnliche Nachtviole ist in allen Teilen giftig, besonders aber die Samen. Ihr Gefährlichkeitsgrad wird allerdings als gering eingestuft. Hauptwirkstoffe sind Cardenolid-glykoside und Senföl-glykoside.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Die Samen der Gewöhnlichen Nachtviole haben einen scharfen Geschmack ähnlich dem der Brunnenkresse. Clusius empfiehlt sie gegen Husten oder andere Brustkrankheiten. Des Weiteren wirkt die Pflanze schweißtreibend.
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Gewöhnliche Nachtviole - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkarmer / kalkfreier Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus; toniger Boden / Tonboden;
Boden Feuchte: frisch; nass;
Boden Nährstoffgehalt: mäßig basenreich; nährstoffreich;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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