Florentiner Habichtskraut - Hieracium piloselloides

Familie: Asteraceae
Steckbrief | Systematik

<b>Florentiner Habichtskraut - <i>Hieracium piloselloides</i></b>
Florentiner Habichtskraut - Hieracium piloselloides
Bildquelle: Leo Michels, Untereisesheim; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Hieracium: gr. hierax = Habicht, Abl. aus der gr. Mythologie (die Ha­bich­te schärfen ihre Schnäbel an den Blü­ten); "Ha­bichtskraut"


Florentiner Habichtskraut - Hieracium piloselloides; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Deutschlands Flora in Abbildungen">Deutschlands Flora in Abbildungen</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>;

Das Florentiner Habichtskraut wächst als überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis meist 25 bis 80 Zentimeter. Sie bildet keine Ausläufer, doch bisweilen findet man ausläuferartige Seitensprosse. Der Stängel ist höchstens oben verzweigt. Die meisten Laubblätter sind in grundständigen Rosetten angeordnet und nur meist ein bis drei, selten vier sind wechselständig am Stängel verteilt. Die Grundblätter sind locker steifborstig behaart, derb, blaugrün und spatelig bis linealisch-lanzettlich. Zur Blütezeit findet man Trichome aber nur am Rand und unterseits an der Mittelrippe. Die Blattunterseite kann locker sternhaarig oder sternhaarlos sein.

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Der anfangs mehr oder weniger gedrängt doldige oder selten rispige, später lockerere, verzweigte Gesamtblütenstand enthält meist 10 bis 30 (5 bis 80) körbchenförmige Teilblütenstände. Die dunkelgrüne bis schwarzen Hüllblätter besitzen einen kaum erkennbaren bis sehr breiten hellen Rand und sind kahl haarlos bis spärlich behaart; es sind spärlich bis reichlich Drüsen und keine bis wenige Flocken vorhanden. Die Blütenkörbchen enthalten nur Zungenblüten. Die fünfzipfeligen Zungenblüten sind rein-gelb.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18, 27, 36 oder 45.

Das Florentiner Habichtskraut ist eine Halbrosettenpflanze und ein Hemikryptophyt. Es handelt sich um eine Volllichtpflanze (Lichtzahl 9), die nur an voll besonnten Plätzen mit nicht weniger als 50%iger relativer Beleuchtung wächst.


Standort

Das Florentiner Habichtskraut gedeiht am besten auf mäßig warme bis warme Standorten mit trockenen bis frischen, schwach basigen bis basigen, stickstoffarmen Böden. Es wächst in lückigen Xerothermrasen, an Trockengebüschsäumen, in lichten Vorwäldern und an trockenen bis mäßig trockenen Ruderalstellen wie: Bahndämmen, Kiesgruben, Steinbrüchen oder Tagebauen. Im Alpenvorland findet man das Habichtskraut in wechseltrockenen Flussschottern. Typische Pflanzengesellschaften in denen man das Florentiner Habichtskraut findet sind die Verbände Mesobromion (Submediterrane Kalk-Halbtrockenrasen), Geranion sanguinei (Xerotherme Saum-Gesellschaft), Thero-Airion (Kleinschmielenrasen), Dauco-Melilotion (Steinkleefluren) Convolvulo-Agropyrion repentis (Quecken-Halbtrockenrasen) und Epilobion fleischeri (Alpine bis montane Flussalluvionen-Gesellschaft).

Verbreitung/Vorkommen

Das Florentiner Habichtskraut ist eine ursprünglich europäisch-vorderasiatischee Art mit submeridional bis borealer Verbreitung. Im submeridionalen bis borealen östlichen Nordamerika ist es ein Neophyt.

In Deutschland nimmt die Verbreitung von Süden nach Norden ab. Das Florentiner Habichtskraut ist in Süd- und Mittelbayern, Baden-Württemberg und im südlichen Nordrhein-Westfalen verbreitet, in Nordbayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen, Sachsen und im südlichen Sachsen-Anhalt, Bremen und im südöstlichen Niedersachsen zerstreut und im nördlichen Nordrhein-Westfalen, nördlichen Sachsen-Anhalt, nordöstlichen Niedersachsen und in Mecklenburg-Vorpommern selten. In Schleswig-Holstein scheint das Florentiner Habichtskraut ausgestorben zu sein.
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Florentiner Habichtskraut - Garten/Anbau

Boden Feuchte: frisch; trocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; mäßig basenreich; nährstoffarm;

Sonstiges

Ähnlich sind das Wiesen-Habichtskraut (Pilosella caespitosa (Dumort.) P.D.Sell & C.West), das Trugdoldige Habichtskraut (Pilosella cymosa (L.) F.W.Schultz & Sch. Bip.) und ganz besonders das Ungarische Habichtskraut (Pilosella bauhini (Schult.) Arv.-Touv.). Alle drei Arten bilden im Gegensatz zum Florentiner Habichtskraut Ausläufer. Beim Wiesen- und beim Trugdoldigen Habichtskraut sind die Grundblätter mehr oder weniger grasgrün und beiderseits auf der ganzen Fläche behaart.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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