Strand-Gerste - Hordeum marinum

Familie: Poaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Süßgräser

<b>Strand-Gerste - <i>Hordeum marinum</i></b>
Strand-Gerste - Hordeum marinum
Bildquelle: Wikipedia User Sdjurovic; Bildlizenz: CC BY 4.0;
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Hordeum: Abl. unklar, lat. Name der "Gerste"
marinus: Meer-, See-


Strand-Gerste - Hordeum marinum; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Jozefsu">Wikipedia User Jozefsu</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0)">CC BY 4.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hordeum_marinum,_Banat_Serbia.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hordeum_marinum,_Banat_Serbia.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hordeum_marinum,_Banat_Serbia.jpg</a>Strand-Gerste - Hordeum marinum; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User SteinsplitterBot">Wikipedia User SteinsplitterBot</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0)">CC BY 4.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hordeum_marinum_IMG_5841.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hordeum_marinum_IMG_5841.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hordeum_marinum_IMG_5841.jpg</a>Strand-Gerste - Hordeum marinum; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Tintazul">Wikipedia User Tintazul</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Die Strand-Gerste ist ein einjähriger, sommergrüner Therophyt, welcher Wuchshöhen zwischen 10 und 40 Zentimetern erreicht.

Die Pflanze wächst vom Grund an horstig oder einzeln mit von einem gebogenen Grund ausgebreiteten bis aufrecht aufsteigenden und unverzweigten Halmen. Diese sind kahl und tragen drei bis vier Knoten. Die grau- bis bläulichgrünen, 1,5 bis 8 Zentimeter langen und 1 bis 3,5 Zentimeter breiten Laubblätter reichen bis zur Ähre. Sie laufen in eine feine Spitze aus und tragen am Grunde oft kleine undeutliche Öhrchen. Die häutigen Blatthäutchen messen weniger als 1 Millimeter. Die Blattscheiden der obersten Blättchen sind bauchig aufgeblasen, wodurch sie sich von der ähnlichen und nahe verwandten Mäuse-Gerste (Hordeum murinum) und der Roggen-Gerste (Hordeum secalinum) mit enganliegenden obersten Blättchen unterscheidet. Die kahlen, auf dem Rücken gerundeten unteren Blattscheiden sind weich.

Die drei bis sechs endständigen, grünen oder purpurnen Ähren werden zwischen 2 und 6 Zentimeter lang, sie werden zuweilen von der obersten Blattspreite überragt.

Wie bei allen Gersten wachsen die einblütigen Ährchen zu dreien abwechselnd an gegenüberliegenden Seiten der Ährenachse während die Gipfelährchen verkümmert sind. Die mittlere, ungestielte Blüte der Blütendrillinge ist zwittrig und deutlich größer ausgebildet als die beiden seitlichen und sterilen Ährchen. Letztere sind deutlich kleiner und sehr kurz gestielt.

Alle Spelzen sind lang begrannt. Die Deckspelzen und die rauen und starren Hüllspelzen der Ährchen sind ungleich. Die unteren Hüllspelzen der Seitenährchen sind borstlich und erreichen einschließlich der dünnen, rauen und geraden Granne 8 bis 26 Millimeter. Die oberen Hüllspelzen sind dagegen breitgeflügelt mit einer 10 bis 22 Millimeter langen Granne. Die Deckspelzen sind lanzettlich geformt und werden zwischen 3 und 5 Millimeter lang, ebenso die Granne. Die Hüllspelzen des zentralen Ährchens sind beide auf ganzer Länge borstlich und messen inklusive der geraden Granne zwischen 10 und 24 Millimeter. Die schmal-eiförmigen, kahlen, fünfnervigen und auf dem Rücken gerundeten Deckspelzen werden zwischen 6 und 8 Millimeter lang, einschließlich der Granne etwa 24 Millimeter.

Bei den Früchten handelt es sich um für Süßgräser typische einsamige Schließfrüchte (Karyopsen).

Der Karyotyp der Strand-Gerste beträgt 2n = 14 Chromosomen, daneben existieren Populationen der Unterart H. marinum subsp. gussoneanum mit zwei- und vierfachem Chromosomensatz.


Standort

Das Gras wächst vor allem im Bereich der Meeresküsten auf salzhaltigen Böden der Salzwiesen und des Schlickwatt, an Sandstränden, auf Strandwällen oder auf Deichen.

Verbreitung/Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet der Strand-Gerste umfasst Europa mit Ausnahme des äußersten Nordens, Nordafrika und Westasien. In Europa wächst die Pflanze vor allem entlang der Atlantikküste und im Mittelmeerraum sowie lokal an salzbeeinflussten Orten des Binnenlandes. In Skandinavien kommt sie nur adventiv (eingeschleppt) vor. In Afrika findet man das Gras entlang der nördlichen Mittelmeerküste in Algerien, Ägypten, Libyen, Marokko und Tunesien. Das asiatische Verbreitungsgebiet umfasst die arabischen Länder, Armenien, Georgien und Aserbaidschan und reicht bis nach Pakistan im Süden und Russland, Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan im Norden (vor allem Kaspisches Meer, Aralsee).

Das Verbreitungsgebiet der Unterart Echte Strand-Gerste konzentriert sich auf Südeuropa. Die Trockenborstige Strand-Gerste ist bis nach Mitteleuropa verbreitet und war bis an die Küste der Nordsee zu finden. Heute gilt die Art in den nördlichsten Bundesländern Deutschlands (Schleswig-Holstein und Niedersachsen) ferner in Dänemark als ausgestorben. In Mecklenburg-Vorpommern ist sie unbeständig vorkommend, ebenso in Polen und Litauen. Im Binnenland Deutschlands kommt sie synanthrop vor. Es wird allgemein angezweifelt, dass die Vorkommen in Deutschland und in den genannten angrenzenden Ländern indigen sind, das heißt möglicherweise gehört die Strand-Gerste hier nicht zur ursprünglichen beziehungsweise einheimischen Flora.

Heute kommen beide Unterarten der Strand-Gerste eingeschleppt in weiten Teilen Nordamerikas vor allem in den westlichen Regionen der Vereinigten Staaten vor. Ferner wurde die Pflanze nach Australien, Tasmanien, Neuseeland, den Kanarischen Inseln und Südafrika eingeführt.

Die Blütezeit der Strand-Gerste liegt in der Zeit von Mai bis Juli. Die Pollen der weit herausragenden Antheren werden in dieser Zeit durch den Wind verweht und bestäuben so die benachbarten Blüten (Windbestäubung). Zur Zeit der Samenreife, vertrocknet die Strand-Gerste. Wie bei anderen wildwachsenden Gersten (Unkrautgersten) ist die Ähre zerbrechlich und zerfällt zwischen den in Dreiergruppen zusammenstehenden Ährchen bei der Samenreife. Diese Verbreitungseinheiten (Diasporen) sorgen für die Ausbreitung der Pflanze.
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Strand-Gerste - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: salzertragend; sandiger Boden / Sandboden;

Sonstiges

Die Strand-Gerste ist in Deutschland sowie in Dänemark ausgestorben, Einzelsichtungen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen sind vorhanden, die Art ist hier jedoch nicht etabliert. Als Ursache für den Rückgang der Art sowie das Aussterben in Niedersachsen und Schleswig-Holstein werden die ausbleibende Überflutung der Salzwiesen und Marschen sowie der verbesserte Küstenschutz durch den Aufbau von Deichen und Wellenbrechern angesehen. Die Strand-Gerste findet auf den salzärmeren Böden keine ausreichenden Lebensbedingungen und wurde durch konkurrenzstärke, salzempfindlichere Arten verdrängt. In Europa gilt die Art insgesamt als häufig und ungefährdet, auf anderen Kontinenten hat sie sich als Neophyt etabliert.

Die Strand-Gerste ist weder in Deutschland noch international geschützt. Sie fällt weder unter die Bundesartenschutzverordnung noch unter die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der Europäischen Union. Auch der Handel ist nicht eingeschränkt, auf den CITES-Listen taucht die Art nicht auf.

Die Strand-Gerste ist zur Heugewinnung nicht geeignet, kann aber als Futterpflanze für Weidetiere, insbesondere Hausschafe, dienen.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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