Berg-Sandglöckchen - Jasione montana

Familie: Campanulaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Pionierpflanze

<b>Berg-Sandglöckchen - <i>Jasione montana</i></b>
Berg-Sandglöckchen - Jasione montana
Bildquelle: Dr. Walter Welss Botanischer Garten Erlangen; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Jasione: gr. iasis = Heilung (im Altertum Heilpflanze); "Sand­glöck­chen"
montanus: Berg-


Berg-Sandglöckchen - Jasione montana; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany">Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Berg-Sandglöckchen - Jasione montana; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Alun Williams333">Wikipedia User Alun Williams333</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jasione_montana_clefryn.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jasione_montana_clefryn.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jasione_montana_clefryn.jpg</a>

Um auf diese seltene Art und ihren gefährdeten Lebensraum aufmerksam zu machen, wurde das Berg-Sandglöckchen 1990 zur Blume des Jahres auserkoren. Diese Art ist wegen starken Nährstoffeintrags in magere Saumbiotope, die selbst rückläufig sind, gefährdet.

Vegetative Merkmale

Das Berg-Sandglöckchen wächst als einjährig-überwinternde oder zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 60, selten bis 80 cm erreicht. Das Wurzelsystem reicht bis zu 1 Meter tief. Es werden keine Ausläufer gebildet. Der reichverzweigte Stängel kann niederliegend oder aufrecht sein. Die sich nur im unteren Stängelteil befindenden Laubblätter sind länglich bis lanzettlich und besitzen einen wellig-krausen Rand.

Generative Merkmale

Der an einem langen Blütenstandsschaft stehende körbchenförmige Blütenstand erreicht einen Durchmesser von 1,5 bis 2,5 Zentimetern. Die zwölf oder mehr dachziegelartig angeordneten Hüllblätter sind länglich bis eiförmig, spitz auslaufend und meist kürzer als die Blüte. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind kürzer als die Kronblätter und haltbar. Die fünf hellblauen, selten weißen Kronblätter sind am Grund röhrig verwachsen mit fünf linealen Kronzipfeln, die vor dem Aufblühen gerade sind. Es sind fünf Staubblätter mit blauen, pfriemförmigen Staubfäden vorhanden, die die Krone nicht überragen. Der Griffel ragt aus der Krone heraus und endet in einer zweilappigen Narbe. Die Blütezeit reicht von Juni bis August.

Es werden kleine, abstehende, an der Spitze mit zwei Poren aufspringende, rundliche und fünfkantige Kapselfrüchte gebildet, die krallig von den haltbaren Kelchblätter gekrönt sind. Die fast eiförmigen Samen sind klein.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 12 für die Unterart subsp. montana und 2n = 14 für die Unterart subsp. litoralis.

Ökologie

Das Berg-Sandglöckchen ist eine bis 1 Meter tief wurzelnde Halbrosettenpflanze (Sandpflanze). Die Blüten sind vormännliche Körbchenblumen, sehr ähnlich denen der Korbblütler. Die Einzelblüten sind bis zum Grunde gespalten. Sie öffnen sich von unten nach oben. Die Staubbeutel sind an der Basis verwachsen. Sie versperren dadurch den Weg zum Nektar und dienen so als Saftdecke. Der Pollen wird schon in der Blütenknospe auf die Griffelbürste entleert. Später breiten sich die Staubbeutel aus, der Griffel verlängert sich stark, und die zweilappige Narbe entfaltet sich. Bestäuber sind viele Zweiflügler, Bienen (bis 100 Arten), Falter und Käfer; Selbstbestäubung kommt nicht vor.

Die Kleinheit der Blätter und ihre raue Behaarung sind Anpassungen an zeitweilige Trockenheit. Die Samen werden durch Tiere und den Wind verstreut. Heranreifende Samen sind zum Studium der Embryonalentwicklung geeignet.


Standort

Sie wächst bevorzugt auf trockenen Sand-Magerrasen oder an kalkarmen felsigen Stellen, aber auch als tiefwurzelnde Pionierpflanze auf Brachflächen. Man findet sie auf kargen und kalkfreien Sandböden, auf Trockenrasen, Dünen und Felsköpfen.

Verbreitung/Vorkommen

Das Sandglöckchen kommt sowohl in gebirgigen Lagen als auch in den Graudünen der Nord- und Ostseeküste vor. Das Verbreitungsgebiet umfasst Europa und das nordwestliche Afrika.

In Österreich ist diese Art in Wien ausgestorben, sonst zerstreut bis selten in allen Bundesländern.

Nach Ellenberg ist das Berg-Sandglöckchen eine Halblichtpflanze, ein Trockniszeiger, ein Säurezeiger, und eine Ordnungscharakterart der Felsgrus- und Felsbandgesellschaften (Sedo-Scleranthetalia).
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Berg-Sandglöckchen - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten;
Boden Beschaffenheit: kalkarmer / kalkfreier Boden; sandiger Boden / Sandboden; Silikatboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden PH-Wert: mäßig sauer;
Boden Feuchte: trocken;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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