Dreispaltige Binse - Juncus trifidus

Familie: Binsengewächse - Juncaceae

Kategorie: Alpenpflanze  Sauergräser  

Dreispaltige Binse Info

Juncus: lat. Pflanzenname, lat. jungere = zusammenbinden (wg. der Nut­zung als Flechtmaterial); "Binse"
trifidus: dreispaltig

Die Dreiblatt-Binse ist ein ausdauernder, wintergrüner Hemikryptophyt, der kleine 10 bis 30 (-40) Zentimeter hohe Horste oder Rasen bildet. Die Stängel wachsen aufrecht. Sie sind fadendünn etwa 0,5 bis 0,8 Millimeter dick, kaum gerillt und nur leicht behaart, rund und am Grund mit nicht gitternervigen Blattscheiden ausgestattet. Die basalen Blattscheiden sind strohgelb bis hellbraun und schwach glänzend. Sie sind spreitenlos oder tragen eine nur sehr kurze bis 1 Zentimeter lange Spreite. Die graugrünen Laubblätter sind ebenfalls sehr dünn und halbzylindrisch-tiefrinnig. An der Mündung der Blattscheiden sind 2 bis 4 Millimeter lange, fast bis zum Grunde in drei Teile wimperig zerschlitzten Öhrchen ausgebildet. Blatthäutchen (Ligulae) sind nicht vorhanden.

Der Blütenstand ist eine zwei- bis vierblütige Spirre. Sie wird von zwei bis drei Hochblättern deutlich überragt. Die rotbraunen Perigonblätter sind mit 3 bis 5 Millimeter alle gleich lang. Sie tragen einen grünen Mittelnerv und sind schlank und lang zugespitzt. Sie umgeben sechs Staubblätter und drei weiße zurückgebogenen Narben. Die Kapselfrucht ist rotbraun und mit langer Spitze ausgestattet. Sie ist stets kürzer als die Blütenhülle.


Standort

Sie wächst auf Felsen, in Felsspalten und in trockenen, mageren Rasen (Zwergstrauchheiden und Borstgrasrasen) sowie in Schneetälchen. Sie ist eine Charakterart der Klasse Juncetea trifidi. Sie ist ein Kältezeiger. In den Gebirgen kommt sie nur in subalpinen bis alpinen Höhenlagen vor. Ihr ökologischer Schwerpunkt liegt auf trockenen bis frischen, stickstoffarmen bis stickstoffärmsten, kalkarmen aber niemals stark sauren Böden in alpinen Rasen, Felsspalten und auf Geröll.

Verbreitung/Vorkommen

Die Dreiblatt-Binse ist in ganz Europa verbreitet. Im Süden Europas kommt sie nur in den Gebirgen zwischen 1600 und 3000 Metern über NN vor. Darüber hinaus ist sie in Asien bis nach Sibirien, auf Grönland und im Osten der USA beheimatet. In Deutschland kommt die Art nur im Ostbayerischen Grenzgebirge und in den Alpen an wenigen Standorten vor. In den Allgäuer Alpen steigt sie im Tiroler Teil an der Jöchelspitze von 2100 Metern Meereshöhe bis ca. 2200 Meter am Gipfel auf.

Sonstiges

Nach K. Kiffe (2000) werden in Deutschland zwei Unterarten die Gewöhnliche Dreiblatt-Binse (Juncus trifidus L. subsp. trifidus) und die Wenigblütige Dreiblatt-Binse (Juncus trifidus subsp. monanthos (Jacq.) Asch. & Graebn.) unterschieden. Nach J. Kirschner et al. (2002) sind beide eigenständige Arten, Juncus trifidus L. und Juncus monanthos Jacq. . Sowohl in der schweizerischen als auch in der österreichischen Flora werden die Arten getrennt. Nach J. Kirschner (2013) wird die Dreiblatt-Binse auch in eine eigene Gattung gestellt: Oreojuncus trifidus (L.) Záv.Drábk. & Kirschner.

Dreispaltige Binse Steckbrief

Blütenfarbe: grün, braun oder unscheinbar;
Höhe/Länge von 10cm bis 40cm
Lebensraum: Gebirge; Magerrasen; Mauern, Felsen, Felsspalten; Steinrasen, Steinschuttfluren; Trockenrasen;
Blütenstand: Rispe
Blattspreite: ungeteilt
Besonderheiten Blatt/Pflanze: Blätter röhrenförmig, (z. B.: Allium, Juncus);
Zeigerpflanze: nährstoff / stickstoffarmer Boden;
Höhenstufen: Hochlage (1500-3000m);
Höhenstufe min: 1600m
Höhenstufe max. in den Alpen: 3000m
Nährstoffbedarf: nährstoffarm;
Bodenart: kalkarmer / kalkfreier Boden;
PH-Wert Boden: basisch; neutral;
Bodenfeuchte: mäßig frisch; mäßig trocken; trocken;

Dreispaltige Binse Garten / Anbau

Boden Beschaffenheit: kalkarmer / kalkfreier Boden;
Boden PH-Wert: basisch; neutral;
Boden Feuchte: mäßig frisch; mäßig trocken; trocken;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffarm;
Dr. Koll Pflanzenextrakt Griffonia MacaDr. Koll Gemmoextrakt: Schwarzerle – Alnus glutinosaGemmoextrakt: Tilia tomentosa - SilberlindeGemmoextrakt: Vaccinium myrtillus - Heidelbeere

Literatur

Bildquellenverzeichnis


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ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Bayern! Kategorie 3 (gefährdet)





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