Gemeiner Wacholder - Juniperus communis Repanda

Familie: Cupressáceae - Zypressengewächse
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Gewürzpflanze Garten Giftpflanze Ölpflanze Laubbaum winterhart immergrün Bauerngarten Beerenpflanze Strauch Alpenpflanze

<b>Gemeiner Wacholder - <i>Juniperus communis</i></b>
Gemeiner Wacholder - Juniperus communis
Bildquelle: Wikipedia User Bff; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Juniperus: lat. Pflanzenname, Abl. unklar; "Wacholder"
communis: gemein, gewöhnlich

andere Namen: Heide-Wacholder

Der Gemeine Wacholder war der Baum des Jahres 2002.

Gemeiner Wacholder - Juniperus communis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Prof. Dr. Otto Wilhelm Thom Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany">Prof. Dr. Otto Wilhelm Thom Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Gemeiner Wacholder - Juniperus communis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Llez">Wikipedia User Llez</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; Gemeiner Wacholder - Juniperus communis; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Bff">Wikipedia User Bff</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Der Gemeine Wacholder wächst als aufrechter bis kriechender Strauch oder kleiner Baum, der Höhen bis zu 12 Meter, maximal bis zu 18,5 Meter und Stammdurchmesser von 0,9 Meter erreicht und ein tiefreichendes Wurzelsystem ausbildet. Er kann bis zu 600 Jahre alt werden. Der Stamm besitzt eine grau- bis rotbraune Borke. Der Wacholder bildet in der Regel eine schmale kegelförmig bis ovale Krone. Die nadelförmigen Blätter sitzen am Zweig mit einem Gelenk an. Die zu dritt in Quirlen angeordneten Nadeln sind stechend spitz und 1 bis 2 Zentimeter lang. Ihre Oberseite weisen helle Stomatastreifen und Wachsstreifen auf.

Der Gemeine Wacholder ist zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch), selten einhäusig (monözisch). Männliche Exemplare kann man zur Blütezeit von April bis Juni gut an den gelblichen Blüten erkennen. Die Zapfen besitzen einen Stiel und werden im Herbst angelegt. Weibliche Blütenzapfen bestehen aus drei Zapfenschuppen. Jede Samenschuppe trägt nur eine Samenanlage. Die Samenanlagen sind nur von oben zugänglich. Die Samenschuppen verwachsen später mit den Deckschuppen und werden fleischig. Die Entwicklung zum reifen beerenförmigen Zapfen dauert 3 Jahre. Im ersten Jahr nach der Bestäubung ist der Zapfen noch grün, im dritten Jahr wird er schließlich schwarzbraun, bläulich bereift (Wachsschicht). Die holzigen Samen sind 4 bis 5 mm groß mit knochenharter Schale.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Nadelgehölzen bildet er nur zwei Keimblätter (Kotyledonen) aus.

Die Chromosomenzahl der Art ist 2n = 22.

Ökologie

Der Heide-Wacholder besitzt eine Ringelborke. Die Nadeln sind scharf zugespitzt (Fraßschutz, Kondensationspunkt für Regenwasser, Trockenheitsanpassung). Er ist ein Tiefwurzler mit Wurzelpilz.

Er ist windblütig vom „Unbeweglichen Typ“. Der Pollen wird aus den Deckschuppen ausgeweht. Zur Bestäubung dient ein Mikropylartropfen, der den durch den Wind verbreiteten Pollen auffängt. Zwischen Bestäubung und Befruchtung vergehen 2-3 Monate. Die Bildung eines Embryos dauert 1 Jahr. Die Samenreife erfolgt im Winter des 2.Jahres.

Blütezeit ist von April bis Mai.

Es findet Verdauungsverbreitung durch Wacholderdrosseln (auch: Krammetsvögel), Amseln und Birkhühner statt. Die durch eine feste Schale geschützten Samen werden später wieder ausgeschieden.



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Standort

Gegenüber anderen Gehölzen ist der Gemeine Wacholder sehr konkurrenzschwach, so dass er auf trockene, sandige, steinige Standorte oder Moorflächen verdrängt wird. Die Bestände in Deutschland sind meist sekundär durch Weidenutzung entstanden, da der Wacholder vom Vieh nicht verbissen wird (zum Beispiel Lüneburger Heide oder Schwäbische Alb).

Man findet den Heide-Wacholder ziemlich häufig auf sonnigen Magerweiden, an Felsen und in lichten Wäldern. Er bevorzugt eher trockene, meist basenreiche, oft kalkhaltige Böden. Er ist eine Lichtpflanze.

Verbreitung/Vorkommen

Der Gemeine Wacholder ist das am weitesten verbreitete Nadelgehölz, zumindest wenn man die Unterarten bzw. Varietäten mit einbezieht. Das Verbreitungsgebiet des Gemeinen Wacholders erstreckt sich in der biogeographischen Region der Holarktis von Nordamerika über Südgrönland, Nordafrika, Europa, Vorderasien, Nordasien und Zentralasien bis nach Ostasien. Selbst in den nördlichsten Randgebieten Südasiens ist er anzutreffen und besiedelt mit seinen sieben Varietäten Lebensräume bis zu 4.050 m Höhe.

Verwendung in der Küche

Vergoren bzw als Auszug liefern die Früchte Wacholderschnaps(z. B. Gin, Genever, Köhm, Kranewitter). Wacholderbeeren sind auch ein beliebtes Gewürz z. B. für Sauerkraut. Es sollten jedoch nicht mehr als 3 „Beeren“ pro Portion verwendet werden.

Giftigkeit

Der Gemeine Wacholder gilt als schwach giftig, er ist hautreizend.

Hauptwirkstoffe: 0,2–2 % ätherisches Öl mit 1,7 % alpha-Pinen 4–8 % Terpineol, 9 % Sabinen, Myrcen sowie zahlreich andere Bestandteile des ätherischen Öls in geringer Menge.

Unreife Früchte enthalten bis zu 2,9 % ätherisches Öl anderer Zusammensetzung. Zwischen den Ölen ein- und dreijähriger Früchte scheinen auch signifikante Unterschiede zu bestehen.

Pharmakologische Wirkung: Bei Überdosierung werden die Nieren gereizt. Beeren und Juniperus-Präparate dürfen in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, da sie antifertile Eigenschaften besitzen.

Neben Nierenschmerzen können auch Harndrang, Diuresesteigerung, Veilchengeruch des Harns, Beschleunigung der Herztätigkeit und der Atmung auftreten, selten auch Krämpfe.

Nach Mitteilung der Beratungsstelle für Vergiftungen, Berlin könne bei der Aufnahme von Früchten und Nadeln leichte gastroenteritische Symptome auftreten.

Wirkungen auf die Haut/Schleimhaut: Bei äußerlicher Einwirkung kann es zu einer Entzündung der Haut mit Blasenbildung kommen. In einem Fall wurde ein allergisches Kontaktekzem und allergisches Asthma durch berufsbedingten Umgang mit Wacholderbeeröl beobachtet.

Die verschiedenen Juniperus-Arten erzeugen große Mengen an Pollen, die aber allergologisch von untergeordneter Bedeutung sind.

Gefahr besteht auch durch Verwechslung oder Verunreinigung von Wacholder-Beeren mit denen des stark giftigen Sadebaums (Juniperus sabina). So wurden zum Beispiel in der Vergangenheit immer wieder mit Sadebaum-Beeren verunreinigte Wacholder-Beeren zum Aromatisieren von Gin verwendet, weshalb Wacholder-Beeren, zumindest in Spanien, regelmäßig staatlich untersucht werden.

Inhaltsstoffe

Hauptbestandteile sind: Die Kohlenwasserstoffe alpha-Pinen, Sabinen,Terpinen-4-ol und Myrcen

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Heildrogen sind:

Die getrockneten, reifen Beerenzapfen.
Das ätherische Öl der Beerenzapfen.
Das getrocknete Ast- und Wurzelholz.

Wirkstoffe sind: In den Beerenzapfen: ätherisches Öl mit Terpinen-4-ol als Hauptkomponente, daneben Pinen, Sabinen, Myrcen und weitere Monoterpene, Sesquiterpene wie Caryiophylle; Flavonoide, Catechin-Gerbstoffe, Invertzucker.

Im Holz: ätherisches Öl vorwiegend mi Sesquiterpenen wie Thujopsen, Cardinen und Tropolone, ungewöhnliche Diterpene wie Sufiol, Xanthoperol; Ligane unter anderem Podophyllotoxin, Catechin-Gerbstoffe.

Anwendungen: Wacholderbeeren und ihr ätherisches Öl wirken harntreibend. Man verwendet sie zur Durchspülungstherapie bei Infekten der ableitenden Harnwege, besonders in der Volksmedizin auch bei rheumatischen Erkrankungen sowie als „Blutreinigungs- und Entfettungsmittel“.

Die Verwendung der Wacholderbeeren als Purgiermittel ist bereits für das Mittelalter und ab 1350 auch in deutschsprachigen Texten belegt.

Unterschiedlich beurteilt wird, ob die Wirkung durch eine Reizung und eine damit verbundene Mehrdurchblutung des Nierengewebes hervorgerufen werden soll, oder ob bei längerer Anwendung oder zu hoher Dosierung mit einer Schädigung des Nierengewebes verbunden sein könnte.

Man fordert daher, für den pharmazeutischen innerlichen Gebrauch Öle zu bevorzugen, die reich an dem Terpenalkohol Terpinen-4-ol sind und gleichzeitig arm an Nieren reizenden Pinenen, um das Risiko zu minimieren.

Empfohlen wird für die Selbstmedikation derzeit nur der auf wenige Wochen beschränkte Einsatz bei Verdauungsproblemen mit leichten Krämpfen im Magen- Darmbereich, bei Völlegefühl, Aufstoßen und bei Sodbrennen. Das Kauen einiger Beeren soll unangenehmen Mundgeruch beseitigen.

Das ätherische Öl wird auf Grund seiner hautreizenden Eigenschaften auch in Einreibungen und Badezusätzen gegen rheumatische Beschwerden verwendet.

Achtung: Wacholder-Präparate sind bei Nierenerkrankungen und während der Schwangerschaft kontraindiziert!


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Gemeiner Wacholder - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden; toniger Boden / Tonboden; torfiger Boden / Torfboden;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; mild;
Boden Feuchte: mäßig trocken; wechselfeucht;

Verwendung als Baustoff

Der Gemeine Wacholder ist ein Kernholzbaum. Der relativ breite Splint weist eine helle gelbliche Farbe auf. Das Kernholz ist rötlichbraun gefärbt. Die mittlere Rohdichte beträgt 0,55 g/cm³. Das Holz ist im hohen Maße witterungsresistent und verströmt einen angenehmen Duft. Da es meist nur in geringen Dimensionen vorliegt, wird es zur Herstellung von Kleinmöbeln, zum Drechseln und Schnitzen verwendet.

Literatur




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Kochen, Heilen, Zauberei VI. Rund um den Wacholder


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Bildquellenverzeichnis



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