Vegetative Merkmale
Der langsamwüchsige Virginische Wacholder erreicht Wuchshöhen von 15 bis 25 Metern, unter Optimalbedingungen aber auch bis 40 Metern mit einem Stammdurchmesser bis zu 1 Meter. Das Höchstalter wird mit bis 300 Jahren angegeben. Der Virginische Wacholder bildet eine Pfahlwurzel aus. Die Borke ist braun gefärbt.
Es werden sowohl 3 bis 9 Millimeter lange nadelförmige Blätter als auch 1 bis 5 Millimeter lange, schuppenförmige Blätter (sie überlappen sich auf mindestens ein Viertel ihrer Länge) ausgebildet. Die Blätter riechen zerrieben aromatisch und haben eine Lebensdauer von ein bis drei Jahren.
Generative Merkmale
Der Virginische Wacholder ist meist einhäusig (monözisch), in Einzelfällen auch zweihäusig (diözisch) getrenntgeschlechtig. Er blüht im März bis Mai. Die gestielten, kugeligen bis eiförmigen, bei Reife blau-bereiften bis bräunlich-blauen Zapfen sind 3 bis 7 Millimeter groß und enthalten ein bis drei Samen. Die Zapfen reifen im ersten Jahr von September bis November. Die Samen sind 1,5 bis 4 Millimeter groß.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.
Der Virginische Wacholder in seiner Gesamtheit wird von der Weltnaturschutzunion IUCN zwar in der Roten Liste gefährdeter Arten[7] geführt, jedoch als „nicht gefährdet“ = „Least Concern“ bezeichnet. Allerdings ist diese Beurteilung auf Grund veralteter Daten erfolgt. Eine neue Bewertung der Situation auf Grund aktuellerer Daten ist notwendig.[7]
1664 wurde er nach Europa eingeführt, wo er völlig winterhart ist.
Alle Teile des Virginischen Wacholders sind stark giftig. Thujene: Sabinen, α-Pinen, Ɣ-Terpinen, Limonen
| Giftstoffe | giftige Bitterstoffe, Thujone, ätherische Öle, Thujene, Monoterpene |
Folgesymptome
Übelkeit, Bewusstlosigkeit, Krämpfe, längerfristig Krebserregend (karzinogen), Kreislaufkollaps, Atemnot, Gefäßkrämpfe, Gebärmutterkrämpfe
Symptome bei Hautkontakt
Augenreizung, Blasenbildung, Hautreizung, Krebserregend (karzinogen), Schleimhautreizung, Brennen auf der Haut
Sofortmaßnahmen
sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), viel Wasser trinken, Erbrechen auslösen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser, Haut-Schleimhautkontakt: Haut mit Wasser spülen, Augenkontakt: Augen mit Spritzflasche ausspülen
Standort
Der Virginische Wacholder stockt auf flachgründigen, nährstoffarmen Felsböden oder auf nassen bis sumpfigen, tiefgründigen Böden. Er bildet zum Teil Reinbestände, meist aber kommt er in Mischwäldern mit Kiefern- und Eichenarten vor. Die Varietät Juniperus virginiana L. var. silicicola findet man auf Küstendünen und küstennahen Flusssandbänken in niedrigen Höhenlagen bis maximal 15 Meter Meereshöhe.
In den Great Plains der USA kann dieser Wacholder als invasive Art unkrautartig auftreten.
Verbreitung & Vorkommen
Er ist in Nordamerika beheimatet. 1664 wurde er nach Europa eingeführt, wo er völlig winterhart ist. Das Verbreitungsgebiet des Virginischen Wacholder liegt mit 2 Varietäten in der östlichen Hälfte Nordamerikas von den kanadischen Provinzen Québec und Ontario bis nach den Bundesstaaten Nordflorida und Texas im Süden der USA. In den Bundesstaaten Colorado und Oregon hat sich dieser Wacholder ausgehend von Anpflanzungen ausgebreitet.
Inhaltsstoffe
Der Virginische Wacholder enthält in den Nadeln ca. 0,2 % ätherisches Öl mit den Hauptkomponenten Sabinen, alpha-Pinen, gamma-Terpinen und Limonen.
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