Nacktried - Kobresia myosuroides

Familie: Cyperaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Alpenpflanze Sauergräser

<b>Nacktried - <i>Kobresia myosuroides</i></b>
Nacktried - Kobresia myosuroides
Bildquelle: Wikipedia User Tamnell; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Kobresia: n. d. dtsch. Botaniker T. von Kobres (1747 - 1823); "Schup­pen­riet"
myosuroides: mäuseschwänzig


Nacktried - Kobresia myosuroides; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Anton Hartinger, Atlas der Alpenflora 1882">Anton Hartinger, Atlas der Alpenflora 1882</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Elyna_spicata_Atlas_Alpenflora.jpg" target=_blank title="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Elyna_spicata_Atlas_Alpenflora.jpg">https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Elyna_spicata_Atlas_Alpenflora.jpg</a>Nacktried - Kobresia myosuroides; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Daderot">Wikipedia User Daderot</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Das Nacktried wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 20, selten bis zu 30 Zentimetern. Sie besitzt einen starren „Wurzelstock“. Die Art bildet zahlreiche aufrechte Stängel, die stielrund oder stumpf dreikantig, etwa 0,5 Millimeter dick und nur am Grunde beblättert sind. Die Laubblätter sind borstenförmig und oft so lang oder länger als der Stängel. Am Grunde besitzt das Nacktried braungelbe Blattscheiden, die lederartig glänzend sind.

Die Blütezeit reicht von Juni bis August, selten länger. Der einzige endständige, ährige Blütenstand ist 1 bis 3 Zentimeter lang sowie 2 bis 3 Millimeter breit und enthält etwa 10 bis 20 Ährchen. Diese enthalten männliche oder weibliche Blüten oder beides. Die weiblichen Blüten haben ein Tragblatt, das am Grunde mit den Rändern verwachsen ist und schlauchartig diese umschließt. Die Zahl der Staubblätter beträgt zwei oder drei, die der Narben drei.

Die Nussfrucht ist dreikantig und oben durch den Griffelrest stachelspitzig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 56.


Standort

Das Nacktried ist eine rasenbildende Pflanze der hochalpinen Stufe. Es gedeiht an windgescherten Graten auf frosttrockenen, basenreichen, aber meist oberflächlich entkalkten sauren Böden bei einem Optimum von pH 6. Es bildet hier eine auffällige Pflanzengesellschaft, das Elynetum Br.-Bl. 1913 (Ordnung Elynetalia Oberd. 57, Klasse Carici rupestris- Kobresietea bellardii Ohba 74), die schon früh in der Geschichte der Pflanzensoziologie als typisch erkannt wurde. Die Erstbeschreiber dieser Pflanzengesellschaft waren die Schweizer Botaniker Heinrich Brockmann-Jerosch, Eduard August Rübel und Josias Braun-Blanquet.

Verbreitung/Vorkommen

Das Nacktried ist auf der Nordhalbkugel weitverbreitet. Es gedeiht in der Arktis in Europa, Sibirien, Grönland und Nordamerika. Außerdem kommt es in den Gebirgen Europas, Asiens und Nordamerikas vor.

Das Nacktried ist sehr widerstandsfähig gegen Schneeschliff. Es wächst in den Alpen in Höhenlagen zwischen 1220 und 3180 Metern. In den Allgäuer Alpen gedeiht es nur ausnahmsweise unterhalb 2000 Metern Meereshöhe, so an der Höfats in Bayern bei 1547 Metern Meereshöhe.

Das Nackried kann als bisher einzig bekanntes Sauergras eine Ektomykorrhiza eingehen. Als Pilzpartner wurden in einem Gletschervorfeld Cenococcum geophilum, die Erd-Wachskruste (Sebacina incrustans) und Tomentella spec. nachgewiesen.
Erkältungs-Entoxin®D.-B.-Entoxin® NBroncho-Entoxin® NAdenolin-Entoxin® NN

Nacktried - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: kalkarmer / kalkfreier Boden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; mild; neutral;
Boden Feuchte: mäßig frisch;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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