Kletten-Igelsame - Lappula squarrosa

Familie: Boretschgewächse - Boraginaceae


Kletten-Igelsame Info

Lappula: Deminutiv zu lat. lappa = Klette (gr. labein = fest­hal­ten, wg. der Klett­früchte); "Igelsame"
squarrosus: schorfig, grindig

Vegetative Merkmale

Der Gewöhnlich-Igelsame ist eine einjährige bis möglicherweise längerlebige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 10 bis 40, selten bis zu 50 cm erreicht. Der mehr oder weniger aufrechte Stängel sowie die wechselständig angeordneten, ungeteilten Laubblätter sind angedrückt behaart.
Generative Merkmale

Die Blütezeit des Gewöhnlichen Igelsamens reicht in Mitteleuropa meist von Juni bis Juli und manchmal bis Oktober. Der Blütenstand ist eine Thyrse. Die Blütenstiele bleiben nach der Blütezeit aufrecht und sind viel kürzer als der schalenförmige bis zylindrische Kelch. Die trichterförmige, radiärsymmetrische, verwachsenblättrige Krone ist von blauer bis weißlicher Farbe und 3 bis 4 mm lang. Die Kronröhre ist gerade und die Kronzipfel stehen mehr oder weniger ab. Es sind fünf Staubblätter sowie ein vierteiliger, oberständiger Fruchtknoten vorhanden. Der Griffel entspringt an der Basis des Fruchtknotens.

Die Frucht zerfällt in vier einsamige Teilfrüchte (Klausen). Die Teilfrüchte weisen an den Kanten je zwei bis drei Reihen 1 bis 1,5 mm langer Stacheln mit einem ankerförmigen Widerhaken am oberen Ende auf. Alle Stacheln sind ungefähr gleich lang.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 48.

Ökologie

Beim Gewöhnlichen Igelsamen handelt es sich um einen Therophyten bis möglicherweise Hemikryptophyten. Die Art wurzelt bis 80 Zentimeter tief. Bei ihr kommt Insekten-Bestäubung und Selbst-Bestäubung vor.


Standort

Der Gewöhnliche Igelsame kommt gern vor auf mäßig trockenen, nährstoffreichen, neutral bis mäßig sauren, humosen, meist reinen Sand- oder Kiesböden in Wärme- und Trockengebieten vor. Er ist in Mitteleuropa eine Verbandscharakterart des Sisymbrion, besonders gern zusammen mit der Gewöhnlichen Hundszunge (Cynoglossum officinale) und im Sisymbrio-Asperuginetum, kommt aber auch in Gesellschaften des Onopordion-Verbands vor.

Verbreitung/Vorkommen

Die Art hat ihr natürliches Verbreitungsgebiet in Mittel-, Ost-, Südost-, Südwest- und Nordeuropa sowie in Westasien, im Kaukasus, in Sibirien, Mittelasien, der Mongolei und in der Volksrepublik China. Im deutschsprachigen Raum ist die Art nur in Österreich und der Schweiz indigen. In Deutschland kommt sie als Archäophyt nur im Mitteldeutschen Trockengebiet zerstreut vor, in den anderen Wärme- und Trockengebieten nur selten und teilweise unbeständig.

In Österreich tritt der Gewöhnlich-Igelsame in allen Bundesländern außer in Oberösterreich und Vorarlberg, wo die Art ausgestorben ist, selten auf mehr oder weniger trockenen Ruderalfluren und Brachen in der collinen bis montanen Höhenstufe auf. Die Art gilt in Österreich als gefährdet.

Kletten-Igelsame Steckbrief

Blütenfarbe: blau, lila oder violett;
Höhe/Länge von 20cm bis 40cm
Blütezeit von Juni bis September
Lebensraum: Äcker, Getreidefelder, Brachen; Mauern, Felsen, Felsspalten; wärmeliebend;
Blütenstand: Traube
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: ganzrandig;
Häufigkeit: selten
Lebensdauer: einjährig;
Bestäubungsart: Insektenbestäubung;
Nährstoffbedarf: nährstoffreich;
Bodenart: +/- humoser Boden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
PH-Wert Boden: mäßig sauer; neutral;
Bodenfeuchte: mäßig trocken;

Kletten-Igelsame Garten / Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; sandiger Boden / Sandboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; neutral;
Boden Feuchte: mäßig trocken;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;
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Literatur

Bildquellenverzeichnis


Schütze diese Pflanze besonders!

ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Schweiz! Kategorie NT (Potenziell gefährdet)


ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Bayern! Kategorie 1 (vom Aussterben bedroht)





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