Strand-Platterbse
Die Strand-Platterbse ist eine mehrjährige krautige Pflanze. Ihre Triebe entspringen einem kriechenden Rhizom und werden etwa 50 bis 80 cm lang. Im Gegensatz zu vielen anderen Platterbsen sind die Triebe nicht geflügelt. Die Blätter sind graugrün und 5 bis 10 cm lang. Sie sind gefiedert mit 2 bis 5 Fiederpaaren. Die Blättchen sind elliptisch bis breit lanzettlich, 10 bis 45 Millimeter lang und 4 bis 20 Millimeter breit. Das Endblättchen ist meist durch eine Ranke ersetzt. Die Blüten stehen zu 2 bis 7 in traubigen Blütenständen. Die Nebenblätter sind groß und pfeilförmig.
Die fünf- bis zwölfblütigen Blütenstände entspringen aus den Blattachseln und sind kürzer als die Blätter. Die Blüten sind 14 bis 22 mm breit und rosa bis lilapurpurn später blau gefärbt, die Flügel gelegentlich auch weiß. Die Hülsen sind flach und etwa fünf Zentimeter lang, bei der Reife braun oder rot-braun gefärbt. Die Samen sind rundlich.
Verwendung in der Heilkunde
Die Blätter der Pflanze werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin verwendet
Verwendung in der Küche
Die Samenhülsen sind in kleineren Mengen essbar, können wie bei anderen Vertretern der Gattung der Platterbsen durch ihren Gehalt an ?-oxalyl-L-?,?-Diaminopropionsäure jedoch auch giftig wirken. Auch nordamerikanische Ureinwohner verwendeten die Strand-Platterbse als Gemüse und Medizin.[2]
Die Samenhülsen sind in kleineren Mengen essbar, können wie bei anderen Vertretern der Gattung der Platterbsen durch ihren Gehalt an ?-oxalyl-L-?,?-Diaminopropionsäure jedoch auch giftig wirken. Besonders die Samen sind giftig.
Verschiedene Arten der Gattung Lathyrus (Platterbse) sind giftverdächtig. Bei Lathyrus sativus (Saat-Platterbse) wurde neben der Giftigkeit für den Menschen eine starke Giftigkeit für Pferde und Rinder nachgewiesen (Lathyrismus). Die genaue Ursache der Vergiftungen ist nicht bekannt.
Bei der hier beschriebenen Art wird aufgrund der nahen Verwandtschaft zu Lathyrus sativus (Saat-Platterbse ) von der möglichen Giftwirkung der Saat-Platterbse ausgegangen, da genaue Daten und Erfahrungen zur Art nicht vorliegen.
Lathyrismus tritt auch beim Menschen auf, wenn er sich in Notzeiten überwiegend vom Mehl der trockenheitsresistenten Saat-Platterbsen ernährt. Klinisch manifestiert sich Lathyrismus-Neurotoxizität in Muskelspasmen, Krämpfen der Extremitätenmuskulatur und progressiver spastischer Lähmung (Parese) der Beinmuskulatur. Typisch ist der Gang, bei dem die Betroffenen faktisch von einem Bein aufs andere fallen. Gefühls- und Blasenfunktionsstörungen können ebenfalls auftreten. Gelegentlich wird ein grobschlägiger Tremor der Arme beobachtet.
Für den europäischen Raum ist ein verheerender Ausbruch dieser Erkrankung zu Beginn des 19. Jahrhunderts beschrieben. Viele Spanier ernährten sich während der Befreiungskriege gegen Napoleon in hohem Maße von Platterbsen. Francisco Goya hat die Folgen dieser Erkrankung unter anderem in seiner Radierung Gracias a la Almorta (dt.: Dank der Platterbse) festgehalten. Lathyrismus tritt heute noch in Dürregebieten auf, wenn andere Lebensmittel rar werden. Ausbrüche in der jüngeren Vergangenheit sind unter anderem für China, Indien, Bangladesch und Äthiopien beschrieben. Die Symptomatik tritt im allgemeinen nach längerfristiger und häufiger Aufnahme durch einseitige Ernährung mit Lathyrus-Samen auf. Bei einmaliger Aufnahme sind Beschwerden unwahrscheinlich
| Giftige Pflanzenteile | ganze Pflanze |
| Giftigstes Pflanzenteil | Samen, Hülse |
| Giftstoffe | Nitrile, giftige Carbonsäuren |
Folgesymptome
Sehstörungen, erhöhter Harndrang, Lähmung der Extremitätenmuskulatur, Schmerzen, Blasenentzündung (Cystitis), Kribbeln an den Beinen, Ödeme
Sofortmaßnahmen
sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis), Erbrechen auslösen, Gabe von Natriumsulfat (= Glaubersalz = Schwefelsaures Natron): ein Esslöffel auf 250ml Wasser, viel Wasser trinken
Verbreitung & Vorkommen
Die Art kommt zirkumpolar auf der Nord- wie Südhalbkugel vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über gemäßigte küstennahe Gebiete von Asien, Europa, Nord- und Südamerika. Ihre Vorkommen auf der Südhalbkugel sind auf das westliche Patagonien in Argentinien beschränkt.
Inhaltsstoffe
?-oxalyl-L-?,?-Diaminopropionsäure
Aus derselben Gattung (Lathyrus)
Alle Pflanzen der Gattung Lathyrus →
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