Schwarzwerdende Platterbse - Lathyrus niger

Familie: Fabaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Giftpflanze

<b>Schwarzwerdende Platterbse - <i>Lathyrus niger</i></b>
Schwarzwerdende Platterbse - Lathyrus niger
Bildquelle: Wikipedia User HermannSchachner; Bildlizenz: Public Domain;

Lathyrus: gr. Name; "Platterbse", "Edelwicke"
niger: schwarz

andere Namen: Schwarze Platterbse, Dunkle Platterbse


Schwarzwerdende Platterbse - Lathyrus niger; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Cropbot">Wikipedia User Cropbot</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lathyrus_niger_Herbar.jpg" target=_blank title="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lathyrus_niger_Herbar.jpg">http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lathyrus_niger_Herbar.jpg</a>Schwarzwerdende Platterbse - Lathyrus niger; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Epibase">Wikipedia User Epibase</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>; <br>Wiki Commons Bildbeschreibung: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lathyrus_niger1LEST.jpg" target=_blank title="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lathyrus_niger1LEST.jpg">http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lathyrus_niger1LEST.jpg</a>Schwarzwerdende Platterbse - Lathyrus niger; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User HermannSchachner">Wikipedia User HermannSchachner</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>;

Die Schwärzende Platterbse ist eine mehrjährige krautige Pflanze mit kurzem, dickem, holzigem „Wurzelstock“. Die Sprosse ist meist kahl, trübgrün und beim Trocknen meist dunkelbraun bis schwarzbraun werdend. Der Stängel wächst meist einzeln und aufrecht, mehr oder weniger 30 bis 90 cm hoch, meist ästig, mit 2 oder 4 starken Kanten, ziemlich dünn und weich, die jüngsten Teile sind mehr oder weniger kurz behaart.

Die Laubblätter sind deutlich zweizeilig, etwa 4 bis 9 cm lang, mit 4 bis 6 Paar Blättchen ausgestattet und mit einer kurzen, selten rankenförmig verlängerten Spitze, auslaufenden Spindel versehen. Die Blättchen sind elliptisch bis eiförmig, selten lineal, mehr oder weniger 1 bis 3 cm lang und 5 bis 11 mm breit, meist stumpf und kurz bespitzt, ziemlich dünn, kahl, mit netzig verbundenen Fiedernerven versehen, beiderseits matt und unterseits etwas heller gefärbt.

Die Nebenblätter sind kaum halb so lang wie die Blättchen und halbpfeilförmig.

Die traubigen Blütenstände sind einseitig, kürzer bis dreimal so lang wie die Laubblätter, mit bogig abstehenden, anliegend behaarten Achsen ausgestattet und etwa 3 bis 10 Blüten in den Achseln kleiner, hinfälliger Tragblätter tragend. Die Blüten sind mehr oder weniger 10 bis 12 mm lang und sitzen an etwa 2 bis 3 mm langen Stielen. Der Kelch ist glockig, meist rötlich oder braun überlaufen, schief gestutzt und mit kurzen, dreieckigen Zähnen versehen. Die Krone ist trüb purpurn bis bräunlich und wird beim Welken violettlich. Die Fahne ist gefaltet und kaum länger als das viel hellere Schiffchen, die Flügel sind etwas kürzer.

Die Hülsenfrüchte sind abstehend, lineal, etwa 4,5 bis 6 cm lang und 4 bis 6 mm breit, abgeflacht, glatt undeutlich netzaderig, reif schwarz werdend und mit etwa 10 Samen ausgestattet.

Die Samen sind rundlich bis eiförmig, glatt und von olivgrüner bis brauner Färbung.


Standort

Die Art ist eine ausgesprochen wärmeliebende Waldpflanze. Sie bevorzugt Südhänge auf mineralischen Böden. Am häufigsten tritt sie in lichten Laubwäldern, aber auch in Föhrenwäldern auf nicht zu trockenem, schwach kalkhaltigem Boden auf.

Verbreitung/Vorkommen

athyrus niger kommt in Europa, nach Norden bis Süd-Skandinavien, nach Osten bis Russland, Kaukasus, Balkan sowie Italien, Südfrankreich, der Iberischen Halbinsel und Nordafrika vor.

In Deutschland kommt die Schwärzende Platterbse vor allem in der Mitte und im Süden vor. Dort ist sie teilweise verbreitet, aber selten. In Bayern ist sie vor allem nördlich der Donau zu finden.

Giftigkeit

Besonders die Samen sind giftig.
Verschiedene Arten der Gattung Lathyrus (Platterbse) sind giftverdächtig. Bei Lathyrus sativus (Saat-Platterbse) wurde neben der Giftigkeit für den Menschen eine starke Giftigkeit für Pferde und Rinder nachgewiesen (Lathyrismus).

Bei der hier beschriebenen Art wird aufgrund der nahen Verwandtschaft zu Lathyrus sativus (Saat-Platterbse ) von der Möglichkeit der Giftwirkung der Saat-Platterbse ausgegangen, da genaue Daten und Erfahrungen zur Art nicht vorliegen.

Lathyrismus tritt auch beim Menschen auf, wenn er sich in Notzeiten überwiegend vom Mehl der trockenheitsresistenten Saat-Platterbsen ernährt. Klinisch manifestiert sich Lathyrismus-Neurotoxizität in Muskelspasmen, Krämpfen der Extremitätenmuskulatur und progressiver spastischer Lähmung (Parese) der Beinmuskulatur. Typisch ist der Gang, bei dem die Betroffenen faktisch von einem Bein aufs andere fallen. Gefühls- und Blasenfunktionsstörungen können ebenfalls auftreten. Gelegentlich wird ein grobschlägiger Tremor der Arme beobachtet.

Für den europäischen Raum ist ein verheerender Ausbruch dieser Erkrankung zu Beginn des 19. Jahrhunderts beschrieben. Viele Spanier ernährten sich während der Befreiungskriege gegen Napoleon in hohem Maße von Platterbsen. Francisco Goya hat die Folgen dieser Erkrankung unter anderem in seiner Radierung Gracias a la Almorta (dt.: Dank der Platterbse) festgehalten. Lathyrismus tritt heute noch in Dürregebieten auf, wenn andere Lebensmittel rar werden. Ausbrüche in der jüngeren Vergangenheit sind unter anderem für China, Indien, Bangladesch und Äthiopien beschrieben. Die Symptomatik tritt im allgemeinen nach längerfristiger und häufiger Aufnahme durch einseitige Ernährung mit Lathyrus-Samen auf. Bei einmaliger Aufnahme sind Beschwerden unwahrscheinlich
Dr. Koll Gemmoextrakt: Abies pectinata – EdeltanneDr. Koll Pflanzenextrakt Griffonia MacaDr. Koll Gemmoextrakt: Castanea vesca - EsskastanieDr. Koll Pflanzenextrakt: Gerstengras – Hordeum vulgare

Schwarzwerdende Platterbse - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten;
Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; kalkarmer / kalkfreier Boden; kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; Mullboden; Silikatboden; steiniger Boden / Kies / Grus;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; neutral;
Boden Feuchte: mäßig trocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffarm;

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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