Knollen-Platterbse - Lathyrus tuberosus

Familie: Fabaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Futterpflanze Wildgemüse Alpenpflanze

<b>Knollen-Platterbse - <i>Lathyrus tuberosus</i></b>
Knollen-Platterbse - Lathyrus tuberosus
Bildquelle: Wikipedia User Strobilomyces; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;
Wiki Commons Bildbeschreibung: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Lathyrus_tuberosus_20070603wb.JPG


Lathyrus: gr. Name; "Platterbse", "Edelwicke"
tuberosus: knollig

andere Namen: Knollige Platterbse


Knollen-Platterbse - Lathyrus tuberosus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User FloraUploadR">Wikipedia User FloraUploadR</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Knollen-Platterbse - Lathyrus tuberosus; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Leo Michels, Untereisesheim">Leo Michels, Untereisesheim</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Die Knollen-Platterbse wächst als ausdauernde krautige Pflanze. Die niederliegende bis kletternde Stängel sind 30 bis 100 Zentimeter lang. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind gefiedert. Die unteren, einpaarig Fiederblätter sind länglich-eiförmig, die Endfieder sind als in mehrere Ästchen aufgespaltene Wickelranken umgebildet. Die Nebenblätter sind pfeil- oder halbpfeilförmig.

Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli. In einem einseitswendigen traubigen Blütenstand stehen jeweils drei bis acht Blüten. Die zwittrigen Blüten sind mit einer Länge von etwa 20 mm zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf leuchtend rosa-violetten Kronblätter stehen in der typischen Form der Schmetterlingsblüte zusammen. Durch das nach links gedrehte Schiffchen wirkt die Blüte stark asymmetrisch.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.

Die Knollen-Platterbse ist ein mesomorpher Hemikryptophyt. Ihre Keimung ist hypogäisch; der obere Teil der Keimwurzel und das Hypokotyl verdicken sich zu einer ersten Knolle; aus den Blattachseln der Keimblätter und der Niederblätter der hinfälligen Primärachse treiben bis zu 60 cm lange, dünne Bodenausläufer aus; diese verzweigen sich weiter und bilden besonders an den Knoten zu Knollen anschwellende Wurzeln aus; Nach drei bis vier Jahren erreichen die Knollen die volle Größe; sie sind dann haselnussgroß. Die Pflanze wurzelt bis 70 cm tief. Sie breitet sich vegetativ durch die Ausläufer und besonders durch deren Knollen an den Verzweigungen aus.

Die Blüten werden von Bienen der Gattungen Eucera, Megachile, Osmia, Trachusa und von Faltern besucht.


Standort

Die Knollen-Platterbse wächst an Acker- und Wegrändern gerne auf bindigen Böden. Sie bevorzugt kalkhaltige Böden, ist aber nicht auf diese beschränkt. Nach Ellenberg ist die Knollen-Platterbse eine Ordnungscharakterart der Pflanzengesellschaft: Bodenmilder Getreide-Beikrautfluren (Secalietalia). Nach Erich Oberdorfer ist sie in Mitteleuropa territoriale Charakterart des Papaveri-Melandrietum noctiflorae (Caucalidion-Verband).

Verbreitung/Vorkommen

Ursprüngliches Verbreitungsgebiet der Knollen-Platterbse ist in Europa bis Westasien. In Nordamerika ist sie ein Neophyt.

Verwendung in der Küche

Früher wurde die Knollen-Platterbse feldmäßig angebaut, heute findet man sie als Nahrungspflanze allenfalls noch in Gärten von Liebhabern alter Nutzpflanzen.

Die Knöllchen werden wie Kartoffeln gekocht oder wie Maronen geröstet genossen. Vielfach dienen sie auch als Kaffeesurrogat oder als Schweinefutter. Sie sollen zudem zu Speiseöl verarbeitet worden sein. Auch wird angegeben, dass im 16. Jahrhundert aus der Blüte Parfüm gewonnen worden sei.

Inhaltsstoffe

Vor allem Zucker und Stärke. Zudem Eiweiß und Fett.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Als „xpian wurtzel“ (= Christianwurzel) wurde die Knollen-Platterbse erstmals sicher von Hieronymus Brunschwig im Kleinen Destillierbuch beschrieben. Brunschwig empfahl, die Wurzel im Spätsommer (15. August bis 8. September) zu ernten und zerquetscht zu destillieren. Als Indikationen für das gebrannte Wasser gab er Lungenerkrankungen und Heiserkeit an. Hermann Fischer sah in Brunschwigs Ausführungen einen Beleg dafür, dass die „cristiana“ der Hildegard-Handschriften als Knollen-Platterbse zu deuten sei. Spätere Autorinnen deuteten Hildegards „cristiana“ jedoch als Helleborus niger.

Hieronymus Bock beschrieb 1539 in seinem Kräuterbuch die Knollen-Platterbse im Anhang des Abschnitts über die „Legumen“. Er nannte sie „Erdnuß“, „Feldnuß“, „Sewbrot“, „Erdfeigen“ und „Erdmandel“. Über den Nutzwert der Knollen urteilte Bock: „Diese Nüßlein seind der Schwein artzney / wie die Eycheln … haben die art oben vnd vnden sänfftiglich z? Purgieren.“
Dr. Koll Pflanzenextrakt: Darm aktiv - Dr. KollDr. Koll Gemmoextrakt: Olea europaea - OliveGemmoextrakt: Vaccinium myrtillus - HeidelbeereDr. Koll Gemmoextrakt: Fraxinus excelsior - Esche

Knollen-Platterbse - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden; toniger Boden / Tonboden;
Boden Feuchte: mäßig trocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;

In den letzten Jahren wird die Knollen-Platterbse vielfach Ansaatmischungen für Erstbegrünungen beigemengt. Als Leguminose trägt sie zur Bodenverbesserung (Stickstoffeintrag) bei, die prächtigen Blüten wirken zudem als Farbtupfer in der Landschaft.

Als Wildkraut finden sich die mit rosenroten Schmetterlingsblüten besetzten krautigen Pflanzen noch heute an Feldrainen und erinnern an die frühere Nutzung. Teilweise dringt die Knollen-Platterbse auch in Getreidefelder ein und wird dort als „Unkraut“ betrachtet.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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