Sumpf-Porst - Ledum palustre

Familie: Ericáceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Giftpflanze Rauschpflanze immergrün Strauch Alpenpflanze

<b>Sumpf-Porst - <i>Ledum palustre</i></b>
Sumpf-Porst - Ledum palustre
Bildquelle: Wikipedia User Fabelfroh; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Ledum: gr. ledon = Harz der Cistrose (Cistus); "Porst"
paluster: sumpfig, moorig

andere Namen: Altseim, Baganz, Bagen, Bagulnik, Bienenheide, Borse, Brauerkraut, Flohkraut, Flohkrebs, Gichttanne, Gränze, Gruitkraut, Gruiz, Grund, Gruut, Hartheide, Heidenbienenkraut, Kein-Porst, Kiefernporst, Kühnporst, Kühnrost, Morose, Mottenkraut, Mutterkraut, Pors, Porsch, Porst, Porstkraut, Post, Postkraut, Purst, Rausch, Rosmarinkraut, Rosskraut, Sautanne, Schweineposse, Tannenporst, Waldrosmarin, Wanzenkraut, Weiße Heide, Wilder Rosmarin, Zeitheide, Bieneheide, Zeitheil

Sumpfporstblätter wurden zum Bierbrauen verwendet. Die Wirkstoffe im Sumpfporst verliehen dem Bier eine berauschende, die Alkoholwirkung verstärkende und konservierende Eigenschaft. Einer der frühesten Nachweise über die Verwendung von Porst als Brauzusatz fand sich in einer bronzezeitlichen Bestattung aus dem 15. Jahrhundert v. Chr. aus Egtved, Dänemark. Bis in die frühe Neuzeit wurde Sumpfporst, manchmal vermischt mit dem aromatischen Gagel, zum Brauen der sogenannten Grutbiere verwendet.

Sumpf-Porst - Ledum palustre; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany">Prof. Dr. Otto Wilhelm Thome Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Sumpf-Porst - Ledum palustre; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Fabelfroh">Wikipedia User Fabelfroh</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Der Sumpfporst ist ein immergrüner Strauch, der Wuchshöhen von 0,5 bis 1,5 Meter erreicht. Die ausladenden Zweige sind rostbraun und filzig behaart. Der Sumpfporst verbreitet aufgrund seiner ätherischen Öle einen eigentümlich harzigen bis kampferartigen Geruch. Die Blätter haben einen intensiven Geschmack, der entfernt an Rosmarin und Balsamterpentin erinnert. Die derben, lederartigen Laubblätter sind lanzettförmig, am Rande eingerollt und an der Unterseite rotbraun.

In einem eigenständigen, doldigen Blütenstand sitzen die Blüten. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig. Die fünf weißen bis rosaroten Kronblätter sind 5 bis 25 mm lang. Es sind zehn Staubblätter vorhanden. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli.

Die eiförmigen Kapselfrüchte sind 3,5 bis 4 mm groß. Die Früchte sind zwischen Juli und August reif.


Standort

Der Sumpfporst wächst bevorzugt in Hochmooren, auf nassen und kalkfreien Torfböden.

Verbreitung/Vorkommen

Durch die Einflussnahme des Menschen mit der Trockenlegung von Mooren und Feuchtwiesen, Torfstich etc., was vielerorts schon früh in der Besiedlungsgeschichte begonnen wurde, ist der Sumpfporst heute in Deutschland, vor allem im Süden und Westen, nahezu ausgerottet (VOLLRATH 1964: „der Sumpfporst dürfte wohl erst um 1935 … verschollen sein“.). Geringe Bestände haben sich noch in Nord- und Ostdeutschland erhalten. In den 1990er Jahren gab es auch groß angelegte Anpflanzungen. Der Sumpfporst ist z. B. eine ortstypische Pflanzenart in der Böhmisch-Sächsischen Schweiz und gehört in Tschechien zu den geschützten Arten. Heute findet man den Sumpfporst nachweislich vor allem noch in Skandinavien, im Baltikum, Nordamerika und Nordasien.

Giftigkeit

Die Blätter, aber auch andere Pflanzenteile sind leicht giftig. Die Blätter des Porsts enthalten bis zu 2,5 % giftige ätherische Öle, deren Hauptbestandteile das Ledol und Palustrol (beides Sesquiterpene) sind. Daneben enthalten die Pflanzenteile weitere Öle wie Myrcen, Ericolin, Quercetin. Außerdem sind verschiedene Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonglykoside, Arbutin sowie Spuren von Alkaloiden enthalten. Mögliche Vergiftungserscheinungen sind Erbrechen, Magen- und Darmentzündungen mit Durchfall, Schädigungen der Nieren und Harnwege, Schlafdrang, Schweißausbrüche, Muskelschmerzen und Aborte. Es werden rauschartige Zustände hervorgerufen, die mitunter auch aggressiv ausfallen. Todesfälle wurden nicht beobachtet. Bereits der längere Aufenthalt in Porstbeständen kann zu Schwindel und rauschartigen Zuständen führen.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Sumpfporst wurde früher in der Medizin bei Zahnproblemen und, wegen seiner berauschenden Wirkung, als Räucherstoff und Zauberpflanze verwendet. Gegenwärtig hat Sumpfporst noch in der Medizin und Homöopathie Bedeutung und wird bei Insektenstichen (einschl. Zeckenstich), Rheuma, Arthritis und Gicht sowie gegen Keuchhusten, Ausschläge und einige Hautkrankheiten wie Krätze eingesetzt. In Nordamerika wurde aus dem engblättrigen Sumpfporst (Rhododendron palustre subsp. decumbens) von Inuit und Athabasken ein Tee zubereitet (Labrador Tea), der auch der Pflanze selbst ihren volkstümlichen Namen gab. Diesem Tee wurde vielfache medizinische Wirkung zugeschrieben.

Verwendung in Homöopathie/Anthroposophie

Chronisch-entzündliche Prozesse im Atmungssystem, in den
Gelenken und anderen Bindegewebsstrukturen mit Ablagerungs- und Defor-
mationstendenzen, meist auf dem Boden einer neurasthenischen Konstitution. Es besteht Wärmeempfindlich-
keit (die als ziehend bis stechend empfundenen Schmerzen oder andere
Krankheitssymptome werden durch Wärme oder Kälte gebessert).

Arzneimittel:

Ledum palustre Rezepturpräparat (z.B. Apotheke an der WELEDA)

arthro-loges® Dr.Loges
Zur Linderung von Schmerzen und chronischen Beschwerden
Wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd
Löst Harnsäurekristalle und leitet diese aus
Erstklassige Verträglichkeit
Durch die spezielle Wirkstoffkombination von arthro-loges® werden rheumatische Beschwerden von mehreren Seiten beeinflusst. Schmerzen werden in der Regel rasch gelindert und bei längerer Anwendung auch chronische Beschwerden, wie die Gelenksteifigkeit, vermindert.
Ledum (Sumpfporst), Rhus toxicodendron (Giftsumach) und Formica rufa helfen gegen akute und chronische Gelenk- und Muskelschmerzen.
Die Bestandteile Berberis (Sauerdorn), Thuja (Lebensbaum), Colchicum (Herbstzeitlose) und Lithium beeinflussen vor allem die zugrunde liegenden Stoffwechselvorgänge und normalisieren den Harnsäurestoffwechsel. Harnsäurekristalle werden gelöst und ihre Ausscheidung wird verstärkt.
arthro-loges®: Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehören: Besserung rheumatischer Gelenkschmerzen. Enthält 56 Vol.-% Alkohol. Packungsbeilage beachten.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker (Dr.Loges)
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Sumpf-Porst - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: kalkarmer / kalkfreier Boden; torfiger Boden / Torfboden;
Boden PH-Wert: sauer;
Boden Feuchte: nass;

Sonstige Verwendung

Man benutzte ihn auch gegen Motten, Läuse und Krätze durch Abreiben, wobei es ebenfalls zu leichten Vergiftungen kam.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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