Feuer-Lilie - Lilium bulbiferum

Familie: Liliáceae - Liliengewächse
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Garten Zwiebelpflanze Alpenpflanze verwildernde Zierpflanze

<b>Feuer-Lilie - <i>Lilium bulbiferum</i></b>
Feuer-Lilie - Lilium bulbiferum
Bildquelle: Wikipedia User Orchi; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Lilium: lat. = Lilie; "Lilie"
bulbiferus: Zwiebeln tragend

andere Namen: Berg-Ilga, Donnerblume, Donnerrose, Fanzognia, Feldlilie, Fiur di San Giuan, Füür-Ilga, Gelbe Gilgen, Goldrose, Machoja, Rot-Ilgä, Steirose, Tulipana, Wilde Gilgen

Da die Feuer-Lilie die einzige natürlich in den Niederlanden vorkommende Lilie ist, war sie als Motiv in der flämisch-niederländischen Malerei verbreitet, auch die Kräuterbuchautoren des 16. Jahrhunderts haben den „goldt gilg“ schon gemalt. Auch heute noch ist sie als Gartenpflanze insbesondere wegen ihrer Robustheit beliebt.

Die Feuerlilie ist unter anderem Bestandteil des sogenannten „Sonnwendbüschels“. Dieses wird zusammen mit anderen „Zauberkräutern“ in das Johannisfeuer geworfen, um Unwetter fernzuhalten. Anderseits wird der Pflanze durch die feuerrote Farbe nachgesagt, dass sie Blitze anzieht, weshalb sie nicht ins Haus gebracht werden soll.


Feuer-Lilie - Lilium bulbiferum; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Leonhart Fuchs New Kreuterbuch, Basel 1543">Leonhart Fuchs New Kreuterbuch, Basel 1543</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Feuer-Lilie - Lilium bulbiferum; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User Michau Sm">Wikipedia User Michau Sm</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Die Feuer-Lilie ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 20 und 90, selten bis zu 120 Zentimeter, erreicht. Die weiße Zwiebel ist eiförmig, ihre Schuppen sind breit und spitz. Die Pflanze bildet ab dem Frühjahr einen rot oder schwarz gefleckten, im oberen Bereich wollig behaarten, aufrechten Stängel. Die daran wechselständig angeordneten, linealischen bis linealisch-lanzettlichen Laubblätter werden im unteren Teil bis zu 10 Zentimeter lang, höhere Blätter bleiben jedoch kürzer.

Ab etwa Mai bis Juli erscheinen in einem flach doldigen Blütenstand ein bis fünf Blüten mit kurzhaarigen oder kahlen Blütenstielen. Die zwittrigen, dreizähligen und duftlosen Blüten haben sechs aufrecht stehende Blütenhüllblätter (Tepalen), deren äußere etwas schmaler sind als die inneren. Sie erreichen 4 bis 6 Zentimeter Länge, sind leuchtend rot oder gelbrot und haben auf der Oberseite dunkelbraune, behaarte Papillen. Die Nektarrinne ist gewimpert. Die Staubblätter sind rund halb so lang wie die Tepalen, die Staubbeutel rot, der Griffel ist ein wenig länger als die Staubblätter.

Es werden verkehrt-eiförmige, rund 4 Zentimeter lange, stumpfkantige Kapselfrüchte gebildet . Der Samen der Feuer-Lilien keimt verzögert-hypogäisch . Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24 .

Unter den sonst häufig stark duftenden Arten der Gattung Lilium bildet die Feuer-Lilie eine seltene Ausnahme, da sie gänzlich duftlos ist. Die Pflanze wird von Tagfaltern besucht, die sich auf eines der Blütenhüllblätter setzen. Ist die Blüte schräg-aufrecht angeordnet, setzt sich das Insekt auf das jeweils untere Blütenhüllblatt. An der Basis eines Tepals verläuft eine Nektarrinne, in die der Besucher den Rüssel einführt und so zum Nektar gelangt .

Eine Besonderheit der Art ist, dass sie durch primitive Nektarien an den Spitzen der Laubblätter sowie der Tepalen junger Blütenknospen Ameisen der Gattungen Myrmica, Lasius und Formica anlockt. Möglicherweise dient dies dem Schutz der Pflanze vor Freßfeinden wie dem Lilienhähnchen.



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Standort

Die Pflanze gedeiht auf Bergwiesen, Schuttfluren, Felsen und Gebüschrändern von der Ebene bis in etwa 2400 Meter Höhe (colline bis subalpine Höhenstufe). Die Feuerlilie bevorzugt Kalkböden in warmen und sonnigen Lagen, wächst jedoch auch auf schwach sauren Böden.

Sie ist Charakterart der Assoziation Bupleuro longifolii-Laserpitietum latifolii, die Hauptvorkommen finden sich jedoch im Verband Gebirgs-Goldhaferwiesen (Polygono-Trisetion) sowie in der Ordnung Alpine Blaugras-Rasen (Seslerietalia albicantis).

Verbreitung/Vorkommen

Die Feuer-Lilie ist die in Europa am weitesten verbreitete Wildlilie. Die Pflanze ist vor allem in den Gebirgen von Süd- und seltener Mitteleuropa von den Pyrenäen über Korsika und den Apennin zum nördlichen Balkan verbreitet. In den Nördlichen Randalpen selten, in den Südlichen Randalpen zerstreut. Stellenweise wie in den Dolomiten ist sie häufig anzutreffen .

Ein weiteres Areal sind Äcker, auf ihnen reicht die Art (in Gestalt der Unterart Lilium bulbiferum ssp. croceum) bis Nordwestdeutschland (Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen) und Teile der Niederlande (Provinzen Groningen und Drenthe). Diese Bestände sind extrem zurückgegangen und gelten als stark bedroht, höchstwahrscheinlich sind sie auch auf Einbürgerung zurückzuführen, die Urwüchsigkeit außerhalb der Alpen ist allgemein umstritten. Verwildert kommt sie auch in Skandinavien vor.


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Feuer-Lilie - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: kalkhaltiger / kalkreicher Boden; lehmiger Boden / Lehmboden;
Boden PH-Wert: mäßig sauer;
Boden Feuchte: frisch;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich; nährstoffreich;

Literatur




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