Violetter Dingel - Limodorum abortivum

Familie: Knabenkrautgewächse - Orchidaceae

Kategorie: mykoheterotrophe Pflanze  

Violetter Dingel Info

Limodorum: laimodoron = gr. Name einer Schmarotzerpflanze; "Din­gel"

In Deutschland ist der Violette Dingel vom Aussterben bedroht. Er steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten auf Stufe 1 und ist besonders geschützt.

Der Violette Dingel (Limodorum abortivum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Dingel (Limodorum) in der Familie der Orchideen (Orchidaceae).Die Pflanzen sind Rhizomgeophyten mit zahlreichen langen, fleischigen Wurzeln. Das Rhizom selbst ist kurz, dick und ebenfalls fleischig. Der kräftige, feingestreifte Stängel wird 20 bis 60 cm hoch und trägt scheidige Schuppenblätter.Der Blütenstand ist locker und 5- bis 20-blütig. Die Deckblätter sind länger als der Fruchtknoten. Der Blütenstiel ist kurz und gedreht. Die Lippe der Blüte ist waagrecht- bis aufrecht-abstehend, nahe dem Grunde undeutlich eingeschnürt, Vorderglied (Epichil) mit hochgebogenen welligen Rändern, in der Längsrichtung nach außen gekrümmt.Blütenbiologie:Die Blütezeit ist in Mitteleuropa (Mai) Juni.In der Literatur wird die Art sowohl als autogam als auch als allogam beschrieben. Bei der Selbstbestäubung fallen die Pollenmassen aus den geöffneten Antheren auf die darunterliegende klebrige Narbe. Da die Blüten im Sporn Nektar absondern, ist aber auch Insektenbestäubung möglich. Aus dem östlichen Mittelmeergebiet sind Solitärbienen der Gattung Anthophora als Bestäuber nachgewiesen. Der Fruchtansatz beträgt etwa 80 %.Die Pflanzen können in ungünstigen (trockenen) Jahren auch unterirdisch blühen (Kleistogamie).

Im Gegensatz zu grünen, autotrophen Pflanzen kann der Buchenspargel die zu seiner Ernährung benötigten Kohlenstoffverbindungen nur zum Teil selbst aus anorganischen Stoffen aufbauen (assimilieren). Stattdessen bezieht er sie von Pilzen, die seine Wurzeln mit einem dichten Hyphengeflecht umspinnen (Mykorrhiza): er ist mykoheterotroph. Bei den Pilzen handelt es sich um Ektomykorrhizapartner von Bäumen. Von diesen erhalten sie organische C-Verbindungen, im Gegenzug versorgen die Pilze ihre Baumpartner mit Wasser und mineralischen Nährstoffen. Somit sind Bäume die Quelle des über das gemeinsame Hyphennetzwerk an den Fichtenspargel weitergeleiteten Kohlenstoffs.

Diese indirekte Form des Parasitismus konnte Björkmann bereits 1960 durch Versuche mit radioaktiv markierten Tracern nachweisen. Er prägte dafür die Bezeichnung „Epiparasitismus“. Im englischsprachigen Raum wird auch von einer „tripartite relationship“ oder „tripartite association“ gesprochen.


Verbreitung/Vorkommen

Das Hauptverbreitungsgebiet dieser besonders wärmebedürftigen Art liegt im Mittelmeerraum. Nach Norden dringt der Violette Dingel bis Belgien, Deutschland und Tschechien und vor, nach Osten bis in den Kaukasus und Iran. In Deutschland ist der Violette Dingel nur an wenigen Standorten am Oberrhein und in der südlichen Eifel zu finden. Nur sehr selten tritt er in Einzelexemplaren auch außerhalb dieser Regionen - und dann in der Regel nur für kurze Zeit - auf, so zum Beispiel im Remstal.Als Standort bevorzugt die kalkliebende Pflanze lichte, sommerwarme, trockene Föhren- und Eichenwälder sowie Magerrasen.

Violetter Dingel Steckbrief

Blütenfarbe: blau, lila oder violett; weiß;
Höhe/Länge von 20cm bis 60cm
Blütezeit von Mai bis Juni
Lebensraum: Wälder, Waldränder, Gebüsche, Lichtungen, Böschungen;
Blütenstand: Traube
Blattstellung: mittlere Stängelblätter wechselständig
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: ganzrandig;
Besonderheiten Blatt/Pflanze: parallele Blattnerven ( Kl.:Monocotyledoneae);
Verholzungsgrad: Stängel krautig
Häufigkeit: sehr selten
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Zeigerpflanze: Wärmezeiger;
Höhenstufen: Ebene / Tiefland (0-450m); Mittellage (450-1500m);
Bestäubungsart: Selbstbestäubung;
Wasserbedarf: gering
Nährstoffbedarf: basenreich;
Bodenart: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; Lößboden;
PH-Wert Boden: mäßig sauer; neutral;
Bodenfeuchte: mäßig frisch; mäßig trocken;

Violetter Dingel Garten / Anbau

Boden Beschaffenheit: +/- humoser Boden; lehmiger Boden / Lehmboden; Lößboden;
Boden PH-Wert: mäßig sauer; neutral;
Boden Feuchte: mäßig frisch; mäßig trocken;
Boden Nährstoffgehalt: basenreich;
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Literatur

Bildquellenverzeichnis


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ACHTUNG: Nicht pflücken, sammeln oder zertreten!
Diese Pflanze ist evtl. geschützt und steht auf der Roten Liste Schweiz! Kategorie NT (Potenziell gefährdet)





 

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