Krautfinder Krautfinder — Pflanzen bestimmen Jetzt bei Google Play

Großes Zweiblatt

Listera ovata (L.) R. Br.

Das Große Zweiblatt ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 50 Zentimetern erreicht. Die eiförmigen Laubblätter sind etwa 5 bis 15 cm lang und 3 bis 8 cm breit. In der Regel sind an einer Pflanze nur zwei Laubblätter vorhanden, die fast gegenständig angeordnet sind. In einem traubigen Blütenstand sind einseitswendig 20 bis 40 Blüten angeordnet. Die zwittrigen, zygomorphen Blüten sind dreizählig und besitzen keinen Sporn. Die Blütenhüllblätter sind gelbgrün. Nektarabsonderung erfolgt auf der rinnigen Unterlippe. Die Bestäubung erfolgt durch Wespen. Es werden Kapselfrüchte gebildet.

Blütezeit ist von Mai bis Juli.

Das Große Zweiblatt ist eine der wenigen Orchideen, die wenigstens stellenweise ungefährdet ist. Die Blütenstängel besitzen klebrige Drüsenhaare gegen aufkriechende Insekten.

Eine vegetative Vermehrung erfolgt durch den ungewöhnlichen Vorgang der Umbildung von Wurzeln zu Sprossen.

Standort

Als Standort werden frische Laubwälder, Wiesen, Magerrasen und Flachmoore bevorzugt. Das Große Zweiblatt besitzt eine breite ökologische Amplitude. Es besiedelt Laubwälder, seltener lichte Nadelwälder oder Auenwälder, im Gebirge geht es auch in feuchte Wiesen und ins Bäche begleitende Gestrüpp; andererseits wächst es in den Kalk-Mittelgebirgen nicht selten auch in Trockenrasen. In Halbtrockenrasen-Gesellschaften (Mesobromion) gilt es als Tonboden- und Wechselfrischezeiger, in Pfeifengras-Kieferngesellschaften und Pfeifengraswiesen als Magerzeiger. Im Schwarzerlen-Eschenwald (Pruno-Fraxinetum) ist es eine Begleitpflanze. Das Große Zweiblatt gedeiht am besten auf basenreichen Ton- oder Lehmböden.

Verbreitung & Vorkommen

Das Große Zweiblatt ist eine eurasiatische Pflanzenart. Ihr Areal erstreckt sich westwärts bis Island, England und Spanien, südwärts bis Sizilien, Kreta und die Türkei und ostwärts bis in den Altai und Nordwesthimalaya. In Mitteleuropa kommt es zerstreut vor, im westlichen Tiefland fehlt es gebietsweise. An seinen Wuchsorten tritt es oft in sehr lockeren, individuenarmen, gelegentlich aber auch in dichten Beständen auf.

In den Allgäuer Alpen steigt es am Gipfel der Kanzelwand in Bayern bis in eine Höhenlage von 2050 Meter auf. Nach Baumann und Künkele hat die Art in den Alpenländern folgende Höhengrenzen: Deutschland 10-1900 Meter, Frankreich 0-2500 Meter, Schweiz 390-2300 Meter, Liechtenstein 430-1950 Meter, Österreich 120-2100 Meter, Italien 10-2300 Meter, Slowenien 50-1490 Meter. In Europa steigt die Art bis 2500 Meter auf, im Himalaja bis 3000 Meter Meereshöhe auf.

Aus derselben Gattung (Listera)

Alle Pflanzen der Gattung Listera

Aus derselben Familie (Knabenkrautgewächse)

Alle Pflanzen der Familie Knabenkrautgewächse