Wilde Malve - Malva sylvestris

Familie: Malvaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Wildgemüse Bauerngarten Färberpflanze

<b>Wilde Malve - <i>Malva sylvestris</i></b>
Wilde Malve - Malva sylvestris
Bildquelle: Wikipedia User Lucarelli; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Malva: lat. malve = Malve (nicht gesicherte Abl. von gr. ma­lassein = er­weichen, Heilmittel gegen Geschwüre); "Mal­ve"
sylvestris: wild

andere Namen: Käsepappel, Käslikraut, Hasenpappel, Hanfpappel, Johannispappel, Katzenkäse, Pissblume, Ross-Malve, Mohrenmalve

Die Wilde Malve zählt zu den ältesten bekannten Nutzpflanzen. Sie wurde bereits in der Antike als Gemüse- und Heilpflanze angebaut.

Wilde Malve - Malva sylvestris; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Köhlers Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen mit kurz erläuterndem Texte. Band 1. 1887">Köhlers Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen mit kurz erläuterndem Texte. Band 1. 1887</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/publicdomain/deed.de" target=_blank title="Public Domain">Public Domain</a>; Wilde Malve - Malva sylvestris; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Wikipedia User M.violante">Wikipedia User M.violante</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Die Wilde Malve (Malva sylvestris) gehört zur Familie der Malvengewächse und ist eine (selten ein-) zweijährige bis ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 120 cm erreicht. Mit ihrer spindelförmigen, fleischigen und tiefreichenden Pfahlwurzel ist sie fest im Erdreich verankert. Die innen weiße Wurzel zeichnet sich durch zahlreiche Wurzelfasern aus. Der mit zahlreichen rauhen Büschelhaaren besetzte Stängel wächst gewöhnlich aufrecht, jedoch kommen auch Exemplare mit aufsteigendem oder niederliegendem Stängel vor. Die Form des Stängels ist abgerundet bis kantig. Er verholzt im unteren Bereich in den äußeren Teilen, innen besitzt er ein lockeres Mark. Die beidseitig weich behaarten Stängelblätter stehen an langen Stielen und sind wechselständig angeordnet. Der Blattstiel weist eine rauhe Behaarung auf. Das efeuähnliche rundlich bis herzförmig geformte Einzelblatt ist fünf- bis siebenfach gelappt. Die eher rundlichen unteren Stängelblätter besitzen sieben Lappen, die oberen sind spitz-siebenlappig ausgestaltet, die obersten Stängelblätter sind gewöhnlich tiefer eingeschnitten und in fünf Lappen unterteilt. Der Blattrand weist eine deutliche Kerbung auf.

Zwischen Juni und September entwickelt die Pflanze gestielte fünfzählige, 2,5-5 cm breite, rosaviolette Blüten. Feine Längsnerven, im Farbton etwas dunkler als die Blütengrundfarbe (Strichsaftmale) verleihen den fünf schmalen, verkehrt-eiförmigen und deutlich ausgerandeten Kronblättern ihre charakteristische Musterung. Die violette Farbgebung beruht auf wasserlöslichen Anthocyanen, die sich im Saft der Zellvakuole befinden. Die Blüten wachsen meist zu Büscheln (6, selten bis zu 10) in den Laubblattachseln, sie können jedoch auch einzeln stehen. Die behaarten Blütenstiele sind kürzer als die Blattstiele und zur Blüte- und Fruchtzeit aufrecht orientiert.


Verbreitung/Vorkommen

Ursprünglich kommt diese Pflanzenart aus Asien und Südeuropa. Heute ist sie in ganz Süd- und Mitteleuropa weit verbreitet. Ihr Vorkommen erstreckt sich bis Mittelschweden und Südnorwegen. Diese Art gedeiht auf trockenen, stick- und nährstoffreichen Böden bis in Höhenlagen von 1800 m Seehöhe. Man findet sie vor allem an Wegrändern und Zäunen, auf Ödland und in lichten Wäldern.

Inhaltsstoffe

Wirksame Bestandteile sind Gerbstoffe, Schleim, Flavonolglykoside und Malvin.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Die Droge wird wegen ihrer Heilwirkung auch in der Pflanzenheilkunde eingesetzt.
Verwendet wird meist nur Blätter und Stängel, die man üblicherweise kurz vor der Blüte sammelt. Aber auch Blüten und Wurzeln werden u.a. für den Malventee genutzt. Sie wirkt entzündungshemmend, reizlindernd und zusammenziehend. Außerdem findet sie als Unterstützungsmittel bei Entzündungen des Mundes, des Rachens und der Atemwege mit Verschleimung, sowie bei eitrigen Verletzungen und Geschwüren (Nagelbettentzündungen, Furunkel, Unterschenkelgeschwüren usw.) Verwendung. Ihre krampflösende Wirkung entfaltet die Pflanze auch bei Magen- und Darmkoliken sowie bei leichten Durchfällen. Die Aufnahme anderer Arzneistoffe kann durch Malvenpräparate herabgesetzt werden. Deshalb sollte zwischen der Einnahme malvenhaltiger Drogen und anderer Arzneimittel mindestens eine Stunde Abstand liegen.
Dr. Koll Gemmoextrakt: Fraxinus excelsior - EscheDr. Koll Gemmoextrakt: Rosmarinus officinalis - RosmarinDr. Koll Pflanzenextrakt: Gelber Enzian – Gentiana luteaDr. Koll Gemmoextrakt: Rosa canina - Heckenrose

Wilde Malve - Garten/Anbau

Lichtanspruch: Halbschatten; Licht;
Boden Beschaffenheit: lehmiger Boden / Lehmboden; sandiger Boden / Sandboden; toniger Boden / Tonboden;
Boden Feuchte: feucht; trocken;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;

Sonstiges

Von der Lebensmittelindustrie werden die Blüten zum Färben diverser Produkte genutzt.

Ihr deutscher Trivialname hat nichts mit der Pappel zu tun, sondern bezieht sich auf die käselaibförmigen, schleimhaltigen Früchte, aus welchen früher Kinderbrei (Papp) zubereitet wurde.

Die wilde Malve kann vor allem mit dem Echten Eibisch und der Weg-Malve, beides Malvengewächse, verwechselt werden.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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