Gemeine Alraune - Mandragora officinarum

Familie: Nachtschattengewächse - Solanaceae

Kategorie: Heilpflanze  Giftpflanze  Rauschpflanze  

Gemeine Alraune Info

andere Namen: Syn.: Mandragora vernalis Bertol., Mandragora haussknechtii Heldr., Alraun (der)

Die Alraune – auch „der Alraun“ – enthält in Teilen die parasympatholytisch wirkenden Alkaloide Hyoscyamin und Scopolamin. Sie wurde früher als Aphrodisiakum, Narkotikum und schmerzstillendes Mittel eingesetzt und auch als halluzinogene Droge genutzt. Die Gemeine Alraune wurde wegen des häufig menschenähnlichen Aussehens der Wurzel, seit der Antike als wichtige Zauberpflanze betrachtet und ist sehr mythenumwoben.

Erscheinungsbild

Die Gemeine Alraune ist eine mehr oder weniger stängellose, ausdauernde krautige Pflanze. Die fleischige, kräftige, oft in zwei bis drei Teile gespaltene Pfahlwurzel wächst reich verzweigt. Sie wurzelt bis zu 40 Zentimeter tief.

Blätter

Die in einer grundständigen Blattrosette zusammenstehenden Laubblätter sind gestielt. Die unbehaarten bis behaarten Blattspreiten sind von sehr variabler Größe und Form, meist aber elliptisch bis verkehrt-eiförmig und höchstens 45 Zentimeter lang. Das Verhältnis von Länge zu Breite beträgt zwischen 1 : 1,5 und 1 : 10. Der gewellte Blattrand liegt oft dem Boden auf. Die Blätter sind dunkelgrün gefärbt und von runzlig-nerviger Struktur.

Blüten

Die Blüten stehen einzeln in den Blattachseln, an Blütenstielen, die in ihrer Länge stark schwanken, aber höchstens 15 Zentimeter lang sind. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf 6 bis 28 Millimeter langen Kelchblätter sind auf einem Drittel bis der Hälfte ihrer Länge verwachsen. Die bis zur Fruchtreife nur mehr wenig wachsenden Kelchzipfel sind 3 bis 15 Millimeter lang und spitz zulaufend. Die fünf weißlich-grünen bis hellblauen oder violetten und 12 bis 65 Millimeter langen Kronblätter sind nur an ihrem Grund oder bis zur Hälfte ihrer Länge glockenförmig verwachsen. Die Kronzipfel sind zwischen 6 und 60 Millimeter lang.

Die fünf Staubblätter sind mit der unteren Hälfte der Krone verwachsen, die Staubfäden sind 7 bis 15 Millimeter lang und die gelben bis braunen, selten hellblauen Staubbeutel sind 2,5 bis 4,0 Millimeter lang. Der Griffel ist 8 bis 20 Millimeter lang und überragt die Staubblätter. Der Fruchtknoten ist an seiner Basis von einem drüsigen Diskus umgeben und endet in einer kopfigen Narbe.

Frucht und Samen

Die einkammerigen Beeren sind kugelig bis ellipsoidisch mit einem Durchmesser von 5 bis 40 Millimeter. Bei Reife färben sich die Beeren gelb bis gelb-orangefarben und sind saftig sowie essbar. Die Samen sind 2,5 bis 6 Millimeter lang, nierenförmig und gelb bis hellbraun.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24 oder 96.


Standort

Sie gedeiht im Ödland und bevorzugt trockene, sonnige bis halbschattige Standorte auf leichtem Sandboden, beispielsweise an Wegen, in Olivenhainen oder Ruinen.

Verbreitung/Vorkommen

Die Gemeine Alraune kommt wild im gesamten Mittelmeerraum von Portugal bis Griechenland und der Türkei, in Nordafrika und im Nahen Osten vor. Sie gedeiht im Ödland und bevorzugt trockene, sonnige bis halbschattige Standorte auf leichtem Sandboden, beispielsweise an Wegen, in Olivenhainen oder Ruinen.

Giftigkeit

Die Vergiftungssymptome ähneln denen der Tollkirsche (Atropa balladonna. Sie umfassen Hautrötung, trockenen Mund, Unruhe, Schläfrigkeit und/oder Halluzinationen, Verwirrtheit, Pupillenerweiterung, Herzrhythmusstörungen sowie komatöse Zustände und Bewusstlosigkeit bis hin zu Tod durch Atemlähmung.

Inhaltsstoffe

Die Alraune enthält in Teilen die Alkaloide Atropin, Scopolamin, Hyoscyamin, Nor-Hyscyamin, Cuskhygrin und Mandragorin.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Sie wurde früher als Aphrodisiakum, Narkotikum und schmerzstillendes Mittel, teilweise als halluzinogene Droge genutzt, diente aber auch als Zauberwurzel, wegen ihrer Ähnlichkeit mit dem menschlichen Habitus.

Verwendung in Homöopathie/Anthroposophie

Mandragora wurde in der Homöopathie bei Arthrosen, Gicht, Rheumatismus sowie bei dadurch
bedingten Schmerzzuständen eingesetzt.

Gemeine Alraune Steckbrief

Blütenfarbe: blau, lila oder violett; grün, braun oder unscheinbar;
Höhe/Länge von 1cm bis 15cm
Blütezeit von März bis November
Lebensraum: Gärten und Parks; gestörte Standorte: Schutt- und Kiesplätze, Wege, Straßenränder, Unkrautfluren, Stadt, Pflasterritzen, u.a.;
Blütenstand: Endständige Einzelblüte
Blattstellung: grundständige Blattrosette / Blätter
Blattspreite: ungeteilt
Blattrand: gewellt;
Fleischige Früchte: Beeren
Fruchtfarbe: gelb; grün; orange;
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);
Lichtbedarf: Licht;
Bodenart: sandiger Boden / Sandboden;
Bodenfeuchte: frisch; mäßig trocken; trocken; wechseltrocken;

Gemeine Alraune Garten / Anbau

Lichtanspruch: Licht;
Boden Beschaffenheit: sandiger Boden / Sandboden;
Boden Feuchte: frisch; mäßig trocken; trocken; wechseltrocken;
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Literatur

Bildquellenverzeichnis





 

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