Gemeine Alraune - Mandragora officinarum

Familie: Solanaceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Giftpflanze Rauschpflanze

<b>Gemeine Alraune - <i>Mandragora officinarum</i></b>
Gemeine Alraune - Mandragora officinarum
Bildquelle: Frente 2008; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Die Gemeine Alraune wurde seit der Antike als Zauberpflanze eingeschätzt.

Die Gemeine Alraune ist eine kurzstängelige, ausdauernde Pflanze. Die kräftige, vielverzweigte Wurzel ist sehr lang. Das Blattwerk steht in einer Blattrosette und besteht aus unbehaarten bis behaarten Laubblättern, die von sehr variabler Größe und Form sind, meist aber elliptisch bis umgekehrt-eiförmig und höchstens 45 Zentimeter lang, das Verhältnis von Länge zu Breite beträgt zwischen 1,5 und 10.

Die Blüten entspringen den Blattachseln, die Blütenstiele schwanken stark in ihrer Länge, sind aber höchstens 15 Zentimeter lang. Der Kelch ist 6 bis 28 Millimeter lang, zur Hälfte bis zwei Drittel seiner Länge gelappt. Die einzelnen Lappen sind 3 bis 15 Millimeter lang, spitz zulaufend, in der Reife nur mehr wenig wachsend. Die Krone ist 12 bis 65 Millimeter lang, glockenförmig, weißlich-grün bis hellblau oder violett und von der Hälfte bis fast zum Ansatz gelappt, die Lappen sind zwischen 6 und 60 Millimeter lang.

Die Staubblätter sind mit der unteren Hälfte der Krone verwachsen, die Staubfäden sind 7 bis 15 Millimeter lang, die Staubbeutel 2,5 bis 4,0 Millimeter lang, von gelber bis brauner Farbe, selten hellblau. Der Griffel ist 8 bis 20 Millimeter lang und überragt die Staubblätter.

Die Früchte sind Beeren. Sie haben einen Durchmesser von 5 bis 40 Millimeter, sind rund bis elliptisch, reif gelb bis gelborange, saftig und essbar. Die Samen sind 2,5 bis 6 Millimeter lang, nierenförmig und gelb bis hellbraun.


Standort

Sie gedeiht im Ödland und bevorzugt trockene, sonnige bis halbschattige Standorte auf leichtem Sandboden, beispielsweise an Wegen, in Olivenhainen oder Ruinen.

Verbreitung/Vorkommen

Gemeine Alraunen finden sich wild im Mittelmeerraum von Portugal bis Griechenland, in Nordafrika sowie im Nahen Osten.

Giftigkeit

Die Vergiftungssymptome umfassen Hautrötung, trockener Mund, Unruhe, Schläfrigkeit und/oder Halluzinationen, Verwirrtheit, Pupillenerweiterung, Herzrhythmusstörungen sowie komatöse Zustände und Bewusstlosigkeit bis hin zu Tod durch Atemlähmung.

Inhaltsstoffe

Die Alraune enthält in Teilen die Alkaloide Hyoscyamin und Scopolamin.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Arthrose, Gicht, Rheumatismus sowie dadurch
bedingte Schmerzzustände.
Sie wurde früher als Aphrodisiakum, Narkotikum und schmerzstillendes Mittel, teilweise als halluzinogene Droge genutzt, diente aber auch als Zauberwurzel, wegen ihrer Ähnlichkeit mit dem menschlichen Habitus.

Verwendung in Homöopathie/Anthroposophie

Anwendungsgebiet: Arthrose, Gicht, Rheumatismus sowie dadurch
bedingte Schmerzzustände.
Gemmoextrakt: Vaccinium vitis idaea - PreiselbeereDr. Koll Gemmoextrakt: Wolliger Schneeball – Viburnum LantanaDr. Koll Gemmoextrakt: Castanea vesca - EsskastanieDr. Koll Gemmoextrakt: Schwarzerle – Alnus glutinosa

Gemeine Alraune - Garten/Anbau

Boden Beschaffenheit: sandiger Boden / Sandboden;
Boden Feuchte: frisch; mäßig trocken; wechseltrocken;

Sonstiges

Die Alraune wurde früher als Narkotikum und schmerzstillendes Mittel, teilweise als halluzinogene Droge genutzt, diente aber auch als Zauberwurzel.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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