Gewöhnlicher Andorn - Marrubium vulgare

Familie: Lippenblütler

Kategorie: Heilpflanze  

Gewöhnlicher Andorn Info

Marrubium: lat. marrubius = bitter (Geschmack der Pflanze), Abl. nicht gesi­chert; "Andorn"
vulgaris: allgemein, gewöhnlich

andere Namen: Weißer Andorn, Gemeiner Andorn, Helfkraut, Weißer Dorant

Andorn wurde von der Universität Würzburg zur Heilpflanze 2018 gekürt.

Der Gewöhnliche Andorn ist eine ausdauernde bis halbstrauchige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 80 cm erreicht. Die Stängel sind aufrecht und vor allem in der unteren Teil weißfilzig behaart. Der Blattstiel ist auch bei den unteren Blättern kürzer als die Blattspreite. Die Blätter sind breit eiförmig bis kreisförmig, der Grund gerundet bis fast herzförmig, der Rand tief und unregelmäßig gezähnt. Die Blätter sind mit Sternhaaren bedeckt; sie sind auf der Unterseite dichter filzig behaart als auf der verkahlenden Oberseite. Das Nervennetz ist in die Blattoberseite tief eingesenkt.

Die Scheinquirle stehen voneinander entfernt und sind vielblütig und kugelig. Die Vorblätter sind mindestens so lang wie die Kelchröhre, pfriemlich und zottig-federig behaart. Die Kelchröhre ist 3 bis 4 mm lang, undeutlich 10-nervig und zottig-weichhaarig; die die Art kennzeichnenden Kelchzähne sind meist zu zehnt, fast gleich, abstehend, zur Fruchtzeit hakig gekrümmt. Die Krone überragt mit 6 bis 7 mm den Kelch; sie ist weiß und außen dicht sternhaarig. Die Klausen sind 1,5 bis 2 mm lang und hat eine glatte, grau- bis hellbraune Oberfläche.

Die Blütezeit reicht von Mai bis August. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 34.


Standort

Der Gewöhnliche Andorn kommt in Mitteleuropa meist in der Umgebung von Dörfern vor und besiedelt dort wie auch im Mittelmeergebiet Ruderalstandorte und Weiden auf trockenen Ton- und Lehmböden.

Verbreitung/Vorkommen

Der Gewöhnliche Andorn ist im Mittelmeergebiet weit verbreitet und in weite Teile Nord- und Südamerikas sowie Australiens verschleppt worden. In Mitteleuropa ist die Art ein Archäophyt, der aus dem früher verbreiteten Heilpflanzen-Anbau verwilderte und sich in wärmeren Gegenden auch einbürgerte. Solche stabilen Vorkommen reichen bis nach Südschweden und ins südliche Schottland. Älteste archäologische Nachweise in Mitteleuropa stammen aus der Jungsteinzeit (4000 v. Chr.).

Inhaltsstoffe

Andorn enthält den Bitterstoff Marrubiin, ein Furanolabdan-Diterpen sowie ätherische Öle, Schleim, Harze, Wachse und Gerbstoffe.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Als Droge dient das sogenannte Andornkraut; das sind die getrockneten Blätter und oberen Stängelteile (Marrubii herba). Andornkraut wird in der Volksheilkunde als Teezubereitung eingesetzt bei Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Gallenbeschwerden, und bei Bronchialkatarrhen. In der Schulmedizin ist die Droge weniger anerkannt, obwohl sie als Bittermittel nachweislich anregend auf die Speichel-, Magensaft- und Gallensekretion wirkt. Auch von einer schleimlösenden Wirkung wird berichtet.

Avril Rodway schreibt: in einem Kräuterbuch aus dem Jahre 1692 heißt es: Sirup aus den frischen grünen Blättern von Andorn und Zucker ist eine unübertreffliche Medizin gegen Husten und Lungenpfeifen. Außerdem wurde es als Mittel gegen Würmer und Vergiftungen geschätzt. Als Abführmittel ist es ebenfalls wirksam.

Gewöhnlicher Andorn Steckbrief

Blütenfarbe: weiß;
Höhe/Länge von 30cm bis 80cm
Blütezeit von Mai bis August
Blattstellung: mittlere Stängelblätter gegenständig
Blattspreite: ungeteilt
Behaarung: ganze Pflanze auffällig stark behaart
Trockenfrüchte: Nuß
Lebensdauer: ausdauerndes Kraut (Staude);

Gewöhnlicher Andorn Systematik

Abteilung:
Spermatophyta - Samenpflanzen
Unterabteilung:
Angiospermae - Bedecktsamer
Klasse:
Dicotyledoneae (Magnoliopsida) - Zweikeimblättrige
Unterklasse:
Asteridae - Asternähnliche
Ordnungsgruppe:
Tubiflorae - Röhrenblütige
Ordnung:
Lamiales - Lippenblütlerartige
Familie:
Lamiaceae
Gattung:
Marrubium
Art:
vulgare
Dr. Koll Gemmoextrakt: Schwarzerle – Alnus glutinosaGemmoextrakt: Tilia tomentosa - SilberlindeDr. Koll GemmoKomplex Nr. 2Gemmoextrakt: Ribes nigrum - schwarze Johannisbeere

Literatur

Bildquellenverzeichnis


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