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Die mehrjährig ausdauernde Bastard-Luzerne (Medicago × varia) ist eine Hybride zwischen den beiden Schwesterarten Luzerne (Medicago sativa) und Sichelklee (Medicago falcata). Mittlerweile wird die Bastard-Luzerne sogar häufiger angebaut als die eigentliche Saat-Luzerne. Oft ist diese auch verwildert. In Deutschland sollen die wilden Bestände sogar ausschließlich aus der Bastard-Luzerne bestehen. Diese bildet neben den genutzten Hülsenfrüchten auch eine essbare Pfahlwurzel aus, über die sie auch vegetativ vermehrt werden kann. Sie wird jedoch auch als Bodenverbesserer und zur Böschungsbefestigung angepflanzt. Beim Fressen zu großer Mengen kann es beim Vieh zu Vergiftungserscheinungen kommen.

Die Bastard-Luzerne wird 30 bis 80 cm groß, besitzt einen oft aufsteigenden oder aufrechten Stängel, der verzweigt ist. Sie kann den Winter als Hemikryptophyt oder, falls sie strauchartig wächst, auch als Chamaephyt überdauern. Die dreizähligen Blätter weisen länglich-lanzettliche Einzel-Blättchen auf, die vorne oft gesägt sind. Die Kronblätter der etwa 8 bis 11 mm langen Blüten sind blau- bis dunkelviolett gefärbt, können aber auch dunkelpurpurn, grünlich oder grünlich gelb mit Weißanteilen gefärbt sein. Blaublütige Formen enthalten dabei mehr Anteile der Luzerne (Medicago sativa). Formen mit hohem Gelbanteil in der Blütenfarbe enthalten mehr Anteile aus dem Sichelklee (Medicago falcata). Die Blüten stehen in lang gestielten Trauben. Die glatten Hülsen kahl sind 0,5 bis 2,5 mal gewunden.

Aussaat Mai–Aug
Saatort Direktsaat

Verbreitung & Vorkommen

Die Bastard-Luzerne wird auch als Kulturpflanze angebaut und blüht von Juni bis August. Verwilderte Bestände kommen jedoch vor allem an ruderal beeinflussten Trockenrasen, trockenen Wiesen, an Rändern von Äckern und Wegen und an Gebüschsäumen häufig auf basenreichen Böden vor. Die Verbreitung in Deutschland reicht von zerstreut bis verbreitet. Die Bastard-Luzerne kommt aber auch in den anderen Teilen Europas, in Arabien und in Westasien vor. Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Mittelmeerraum. Deshalb gilt sie in Nordeuropa als Neophyt.

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