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Gewöhnlicher Steinklee

Melilotus officinalis (L.) Lam.

Der Gelbe Steinklee ist eine zweijährige bis mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 100 (bis 200) cm erreicht. Sie hat aufrechte und verzweigte Stängel. Ihre Laubblätter sind mit 6 bis 14 Paaren Seitennerven ausgestattet. Die Nebenblätter sind ganzrandig oder (die mittleren und unteren) am Grunde jederseits mit einem Zahn versehen. Die traubigen Blütenstände sind 4 bis 10 cm lang. Die gelbe Blütenkrone ist 5 bis 7 mm lang. Die Kronblätter sind durch Carotinoide gelb gefärbt. Die Flügel sind länger als das Schiffchen. Die Flügel sind an der Basis mit dem Schiffchen verwachsen. Die Hülsenfrüchte und Fruchtknoten sind kahl. Die Früchte (Übergangsformen zwischen Hülsen und Nüssen) sind ein- (bis zwei-)-samig, sie springen nicht oder nur unvollkommen auf und sind nur etwa 3 bis 5 mm lang. Die Hülsen sind querrunzelig und im reifen Zustand braun.

Der Gelbe Steinklee ist ein Hemikryptophyt mit einer bis 90 cm tiefen, schief aufsteigenden Pfahlwurzel. Er hat Wurzelknöllchen mit Stickstoff bindenden Bakterien. Seine Fiederblätter haben Blattgelenke und legen sich nachts zusammen (Nyktinastie).

Die Blüten sind „Nektar führende Schmetterlingsblumen mit Klappmechanismus“. Die Blüten sind sehr nektarreich und duften nach Honig. Die Art ist ein Nektar- und Pollenspender von besonderem Wert. Wegen der nur 2 mm langen Kronröhre ist der Nektar auch kurzrüsseligen Insekten zugänglich. Bestäuber sind Bienen und Schwebfliegen.

Die Früchte werden durch den Wind und möglicherweise auch durch den Menschen verbreitet.

Verwendung in der Heilkunde

Die frischen oder getrockneten Blätter und die blühenden Triebe werden als pflanzliches Arzneimittel gegen Ödeme und als Venentonikum eingesetzt.
Schon Hippokrates setzte Steinkleeblüten als Pflaster bei vereiterten Geschwüren ein.

Melilotus officinalis dient heute neben der Roßkastanie als gebräuchliches Heilmittel zur Therapie verschiedenster Formen von Durchblutungsstörungen. Gelber Steinklee wird meist innerlich bei chronisch venöser Insuffizienz und dadurch verursachten Schmerzen sowie Schweregefühl in den Beinen, Schwellungen, Wadenkrämpfen,Krampfadern,Hämorrhoiden Juckreiz eingesetzt. Er soll gute unterstützende Wirkung bei der Behandlung von Thrombophlebitiden zeigen. Desweiteren bei postthrombotischem Syndrom, Hämorrhoiden und Lymphstauungen.

Bei Prellungen, Verstauchungen und oberflächlichen Blutergüssen kommt zudem oft eine äußerliche Anwendung des Steinklees zum Einsatz .

Homöopathie

Der Steinklee zählt zu den wichtigsten Heilpflanzen zur Behandlung venöser Erkrankungen. Hauptwirkstoff des Steinklees ist Cumarin, welches die Pflanze auch angenehm nach Waldmeister duften lässt. Die frischen oder getrockneten Blätter sowie die blühenden Triebe werden als pflanzliches Arzneimittel gegen Ödeme und als Venentonikum eingesetzt. Als homöopathisches Arzneimittel ist Melilotus ein wichtiger Wirkstoff gegen Krampfadern (Dr.Loges), Migräne und Nasenbluten.


Arzneimittel:

vena-loges® N Injektionslösung Dr.Loges

Die Injektionslösung veno-loges® N enthält die homöopathischen Wirkstoffe Aesculus D2, Arnica D3, Melilotus off. D6, Lachesis D10 und Carduus marianus D6.
veno-loges® N bietet gleich fünf gefäßwirksame Wirkstoffe:
der Bergwohlverleih (Arnica) ist für seine positiven Effekte auf die Blutgefäße bekannt. Er verbessert die Durchblutung in allen Teilen des Körpers, wie auch das homöopathisch verdünnte Schlangengift Lachesis. Ergänzend dazu wirken die Rosskastanie (Aesculus) und die Mariendistel (Carduus marianus) gezielt gegen venöse Stauungszustände, Hämorrhoiden und Krampfadern (Dr.Loges).
Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehören: Beschwerden bei Krampfaderleiden. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie bitte die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Für Tiere ist der gelbe Steinklee stark giftig. Betroffen sind Rinder, Pferde, Schafe, Hasen und Kaninchen, u.U auch andere Nager. Eine Vergiftung ist als Kleekrankheit bekannt. Die Blutgerinnung ist in der sogenannten Kleekrankheit (sweet clover disease)verlangsamt. Normalerweise geringfügige äußere mechanische Verletzungen können hierbei zu starken ( auch inneren) Blutungen führen die im schlimmsten Falle auch tödlich verlaufen können. Durch Schimmelpilze befallener Steinklee kann im Heu mehrere Jahre giftig sein. Bei Pferden kann dies zu Einblutungen in die Haut und in die Schleimhäute führen. Folgen sind auch Blutarmut, schnelle Atmung und ein Anstieg der Herzfrequenz, Magen- Darmbeschwerden, blutiger Urin und Fehlgeburten.

Giftige Pflanzenteileganze Pflanze

Folgesymptome

Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen

Sofortmaßnahmen

sofort Gabe von 10g Kohle-Pulver (Kohle-Pulvis)

Standort

Der Gelbe Steinklee wächst verbreitet in sonnigen Unkrautfluren, an Wegen, im Bahngelände, in Steinbrüchen, auf Erdanrissen, an Ufern und Schuttplätzen. Er liebt basenreichen, kalk- und mäßig stickstoffarmen Boden. In Gebieten mit kalkarmem Gestein fehlt er gelegentlich. Nach Ellenberg ist er eine Lichtpflanze, ein auf stickstoffarmen Standorten wachsender Trockniszeiger und eine Ordnungscharakterart wärmebedürftiger und Trockenheit ertragender, zweijähriger bis ausdauernder Ruderalfluren (Onopordetalia acanthii). Die Pflanze ist ein Rohbodenpionier.

Inhaltsstoffe

Die Hauptwirkstoffe sind (bis zu 1 %) Cumarin, das enzymatisch aus Melilotosid (dem Glucosid der 2’-Hydroxyzimtsäure) bei Trocknung oder Verwundung des Pflanzengewebes gebildet wird neben Melilotin (3,4-Dihydrocumarin). Zur Anwendung kommen oft Fertigpräparate, damit Vergiftungserscheinungen durch Überdosierung vermieden werden. Die Anwendung ist in der Schwangerschaft kontraindiziert und bei gleichzeitiger Behandlung mit gerinnungshemmenden Mitteln ist Vorsicht geboten.
Schon Hippokrates setzte Steinkleeblüten als Pflaster bei vereiterten Geschwüren ein.
Daneben Flavonoide, Benzoesäure, Schleim und Cholin

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