Pfefferminze - Mentha piperita

Familie: Lamiáceae
Steckbrief | Systematik
Kategorie: Heilpflanze Gewürzpflanze Ölpflanze Teepflanze Bauerngarten Garten-Tip Mischkultur Räucherpflanze

<b>Pfefferminze - <i>Mentha x piperita</i></b>
Pfefferminze - Mentha x piperita
Bildquelle: Wikipedia User Llez; Bildlizenz: CC BY-SA 3.0;

Mentha: n. d. gr. Quellnymphe Minthe; "Minze"

andere Namen: Mentha aquatica x M. spicata

Die Pfefferminze wurde 2004 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.
In arabischen und nordafrikanischen Ländern ist Pfefferminztee ein Nationalgetränk.


Pfefferminze - Mentha x piperita; Bildquelle: <a href="https://www.pflanzen-deutschland.de/quellen.php?bild_quelle=Franz Eugen Köhler, in Köhlers Medizinal-Pflanzen">Franz Eugen Köhler, in Köhlers Medizinal-Pflanzen</a>; Bildlizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target=_blank title="Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)">CC BY-SA 3.0</a>;

Die Pfefferminze (Mentha x piperita) ist eine Heil- und beliebte Gewürzpflanze aus der Gattung der Minzen.
Die Pfefferminze ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50–100 cm erreicht. Die gestielten, spitzen, gesägten, kahlen Blätter sind ei-länglich. Die Blätter riechen stark eigentümlich, flüchtig balsamisch und schmecken angenehm gewürzhaft, anfangs erwärmend, dann auffallend kühlend. Die an der Basis unterbrochenen schwarzen und bläulichlila gefärbten Blüten sind endständig.


Standort

Die besonders heilkräftige Pfefferminze (Mentha x piperita) wird aber nur als Kulturpflanze angebaut. Sie soll gegen Ende des 17. Jahrhunderts auf einem englischen Minze-Feld zum ersten Mal aufgetaucht sein, als Kulturform von Bachminze (M. aquatica) und Waldminze (M. spicata).

Verbreitung/Vorkommen

Es gibt zahlreiche, wildwachsende Minzen-Arten, die in Europa heimisch sind. Zum Beispiel die Ackerminze und die Bachminze.
Diese kultivierte "Edelminze" wächst auch in Indien, China und Japan, sowie in Nord- und Südamerika.
Die Pfefferminze wächst verwildert in England, auch in Süddeutschland und wird vielfach kultiviert, besonders bei Mitcham in Surrey, in Michigan und New York; in Deutschland besonders in der Gemeinde Eichenau bei München, wo sich auch das einzige Pfefferminzmuseum befindet, und im östlichen Thüringer Becken. Hier gibt es eine Eisenbahnlinie von Straußfurt nach Großheringen, die den Namen Pfefferminzbahn trägt, da sie durch weite Pfefferminzfelder führt.

Verwendung in der Küche

Getränk

nicht alkoholisch:

Pfefferminztee aus frischen Blättern.

Pfefferminztee ist als Erfrischungsgetränk verbreitet. Dabei werden frische oder getrocknete Blätter der Pflanze mit heißem Wasser übergossen. Der Geschmack wird durch die ätherischen Öle und die schwach adstringierende Geschmackswirkung der Gerbstoffe bestimmt. Auch bei Daueranwendung sind schädliche Effekte nicht zu erwarten.

Auch frische Pfefferminze aus dem Hausgarten wird verwendet, die oft jahrelang ohne besondere Pflege, teils verwildert, gedeiht. Hierbei wird häufig nicht zwischen den verschiedenen Minze-Arten unterschieden, die erheblich unterschiedlich schmecken können.

In arabischen und nordafrikanischen Ländern ist Pfefferminztee ein Nationalgetränk. Pfefferminztee wird auch in Europa häufig als Genussmittel getrunken.

alkoholisch:

Pfefferminze kann für den kalt zubereiteten Mojito und andere Cocktails verwendet werden. Pfefferminzessenzen werden für die Zubereitung von Pfefferminzlikör benutzt.
Süßigkeiten

Pfefferminze wird auch häufig zur Aromatisierung von Pfefferminzbonbons, Pfefferminzkaugummis oder für Schokoladenfüllungen sowie als Eissorte verwendet.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Die Pfefferminze ist eine der beliebtesten Heilpflanzen, wenngleich die übliche Lebensmittelqualität einen für die arzneiliche Anwendung meist viel zu geringen Wirkstoffgehalt aufweist. Eine befriedigende Wirkung setzt jedoch eine ausreichend hohe Dosierung voraus; daher ist Arzneibuchqualität erforderlich (unter anderem mindestens 1,2 Prozent ätherisches Öl, Lebensmittelqualität zum Teil drastisch niedriger). Wichtigster Wirkstoff ist das ätherische Öl, ferner auch Labiatengerbstoffe, Flavonoide und andere. Pfefferminze wirkt anregend auf Gallenfluss und Gallensaftproduktion, krampflösend bei Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, antimikrobiell und antiviral. Daher wird sie bei Gallenbeschwerden (auch leichteren Gallenkoliken) und „verdorbenem Magen“ mit Erfolg eingesetzt. Das ätherische Öl wird auch zum Einreiben bei Migräne, Kopf- und Nervenschmerzen sowie zum Inhalieren bei Erkältungskrankheiten verwendet; hierbei gilt wie für alle starkriechenden ätherischen Öle: Vorsicht bei Säuglingen und Kleinkindern. Bei Erkältung steht die subjektiv wahrgenommene Kühlwirkung im Vordergrund, die als erfrischend und angenehm empfunden wird; eine messbare abschwellende Wirkung existiert nicht. Spezielle Zubereitungen, die so präpariert sind, dass sie sich erst im Darm auflösen, werden auch bei Reizdarmsyndrom angewandt. Darüber hinaus besitzen die Wirkstoffe der Pfefferminze auch einen leicht beruhigenden Effekt. Pfefferminze kommt daher auch in Tees zur Nervenberuhigung und Schlafförderung zum Einsatz.

Wenig bekannt ist, dass Beschwerden bei Sodbrennen mit starkem Säurerückfluss (Refluxösophagitis) in die Speiseröhre durch Pfefferminze verstärkt werden können.
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Pfefferminze - Garten/Anbau

Ausaat von 4 bis 8
Saatort: Vorkultur
Saattiefe: 0,5cm
Pflanzung von 8 bis 10
Lichtanspruch: Halbschatten;
Boden Feuchte: frisch;
Boden Nährstoffgehalt: nährstoffreich;
Gute Nachbarn: Kartoffel - Gemüsekohl - Blumenkohl - Weißkraut - Rotkohl - Wirsing - Chinakohl - Speiserübe - Kopfsalat - Garten-Petunie - Gewöhnliche Wiesen-Schafgarbe - Tagetes - Tomate -

Sonstiges

Aus einer Kreuzung der Wasserminze (Mentha aquatica) mit der Grünen Minze (Mentha spicata) ging 1696 in einem Arzneigarten in England die Pfefferminze (Mentha × piperita) hervor, die einen angenehmeren Duft und Geschmack hat als ihre Eltern.
In der oberbayerischen Gemeinde Eichenau, westlich von München, widmet sich das Pfefferminzmuseum der bis in die 1950er Jahre dort angebauten Heilpflanze. Neben Anbau, Ernte und Trocknung der Pfefferminze befasst sich das Museum mit der Geschichte, Mythologie und Heilwirkung der Pflanze.

Literatur

Bildquellenverzeichnis



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